Ein Kindergarten-Neubau in Volkers und eine Erweiterung des bestehen Gebäudes im Kindergarten Stadtmitte, das ist die Bilanz aus den vergangenen vier Jahren. Gemeint ist der Ausbau der Kinderbetreuung in Bad Brückenau. Und trotzdem fehlen akut Plätze für das kommende Kindergartenjahr.

Das zeichnete sich bereits im Frühjahr ab. Bürgermeister Jochen Vogel (CSU) kündigte an, dass Handlungsbedarf bestehe. "Wir müssen dringend neue Plätze schaffen", sagte Vogel im April mit Nachdruck.

Wartelisten

Alleine für den Kindergarten Stadtmitte sind 56 Anmeldungen vermerkt (Stand Anfang Juli). Das teilt die Stadtverwaltung auf Nachfrage mit. Davon, laut Geschäftsführer Michael Worschech, rund die Hälfte für den Kleinkindbereich bis zweieinhalb Jahren.

Freie Plätze stehen allerdings nur 28 zur Verfügung. Das bedeutet, folgert Worschech, "dass wir bis spätestens zum März 2022 die Hälfte der angemeldeten Kinder nicht aufnehmen können". Für Eltern ist das aktuell keine gute Nachricht.

Schnelle Lösung?

Grundsätzlich, fügt der Geschäftsleiter hinzu, gebe es mehr Anmeldungen als in den vergangenen Jahren. Diese Tatsache sei begrüßenswert: "Der erfreuliche Trend, dass immer mehr junge Familien nach Bad Brückenau ziehen, macht sich hier deutlich bemerkbar".

Eine Lösung muss her, und zwar schnell. Dass die Anmeldungen steigen würden, war abzusehen. Bereits im vergangenen Jahr gab es eine hohe Nachfrage nach Krippenplätzen. Manche Familien mussten für die Betreuung der Kinder auf die umliegenden Gemeinden ausweichen. Waren es damals 13 sogenannte Gastkinder, besuchen heuer (Stand 26. Juli) 19 Kinder Betreuungseinrichtungen in umliegenden Gemeinden.

Möglichkeit Neubau

Seit dem Frühjahr habe sich einiges getan in der Verwaltung, heißt es aus dem Rathaus. Konkretes möchte Bürgermeister Vogel allerdings wegen laufenden Verhandlungen nicht verraten. Auf der Internetseite der Stadt wird aktuell nach Personal für zwei neue Gruppen gesucht. "Bewerbungen haben wir auch schon", fügt er hinzu.

Neben einer kurzfristen Lösung gibt es Überlegungen zu einer langfristigen. Eine Erweiterung der vier bestehenden Kindergärten schließt der Bürgermeister allerdings aus. Er zählt auf: Der Kindergarten Volkers sei erst fertiggestellt worden, ebenso der Kindergarten Stadtmitte. In Wernarz gebe es bei einer möglichen Erweiterung wegen des Alters des Gebäudes Probleme mit dem Brandschutz.

Bleibt also nur noch Römershag. "Allerdings sehe ich einen neuen Kindergarten nicht am bestehenden Standort im Forstweg, sondern am Festplatz unten beim Schulzentrum", sagt Vogel. Dort gebe es bessere Parkmöglichkeiten und für eine mögliche Erweiterung sei dort mehr Platz.

Kindergartenreferent Florian Wildenauer (SPD) bestätigt auf Nachfrage den Handlungsbedarf und dass Kinderbetreuungsplätze geschaffen werden müssen. Schon als es um die Erweiterung des Kindergartens Stadtmitte und dem in Volkers ging, sei er einer von jenen gewesen, die sagten: Lasst uns größer bauen.

Die Entscheidung, den 2018 neu gebauten Volkerser Kindergarten eingruppig zu lassen, trug Wildenauer aber mit. "Bei mehr Gruppen hätten wir ganz andere Voraussetzungen und Anforderungen gehabt, zum Beispiel bei den Räumlichkeiten, dem Personal und den sanitären Anlagen." Den Kindergarten "Regenbogenland", der lediglich erweitert wurde, hätte der Referent aber gern größer gesehen. "Das hätte sich langfristig gerechnet."

Neben dem akuten Handlungsbedarf sieht Florian Wildenauer auch eine langfristige Herausforderung - allein schon durch den Babyboom der Corona-Zeit. "Das Problem muss langfristig gesteuert werden."