"Wir hätten uns für diesen schönen Anlass schon besseres Wetter gewünscht", sagte Mottens parteilose Bürgermeisterin Katja Habersack angesichts der Tatsache, dass die Grundsteinlegung für den neuen Kindergarten in katholischer Trägerschaft bei Dauerregen über die Bühne ging. Aber die Rathauschefin, ihre beiden Stellvertreterinnen Ute Becker (WG Motten) und Lena Böhm (FW Kothen-Motten-Speicherz) sowie die wegen der Corona-Auflagen überschaubare Schar der Gäste arrangierten sich schnell mit der Situation auf matschigem Geläuf.

Schwierige Entscheidungsphase

"Man sieht so langsam, was es werden soll", meinte Habersack mit Blick auf die Großbaustelle. Aufgabe der Gemeinde sei es, so die Rathauschefin weiter, genügend Kindergartenplätze für die Mädchen und Jungen zur Verfügung zu stellen, schließlich sei der Bedarf da. Die Rednerin erinnerte an die "schwierige Entscheidungsphase", die aber auch gezeigt habe, dass es immer gut ist, wenn Kommunalpolitiker um den richtigen Weg in die Zukunft ringen würden. Bei dieser Gelegenheit richtete sie einige Worte an ihren ebenfalls anwesenden Amtsvorgänger Jochen Vogel (CSU), der zu den maßgeblichen Initiatoren bei "dieser größten Investition in der jüngeren Geschichte der Gemeinde" gehört habe.

Mit Kosten von rund 2,96 Millionen Euro ist das Objekt einschließlich der Außenanlagen und der Baunebenkosten kalkuliert. Dafür gibt es vom Freistaat Bayern aus verschiedenen Förderprogrammen eine finanzielle Zuwendung von insgesamt etwa 2,02 Millionen Euro.

Einige interessante Fakten hatte der Fuldaer Architekt Rudolf Röbig parat. So werden im späteren Kinderhaus zwei Regelgruppen mit 50 Kindern und zwei U3-Gruppen mit 25 Kindern Platz finden. Der Speise- und der Mehrzweckraum können bei Bedarf zu einer größeren Einheit verbunden werden. Zum Raumprogramm gehören darüber hinaus eine Küche sowie Büro- und Personalbereich. Alle Funktionen sind nach Auskunft des Experten eingeschossig auf einer Fläche von rund 990 Quadratmetern mit einem Volumen von 5400 Kubikmetern untergebracht.

Gute Heimat für die Kinder

Vom vielzitierten gesunden Geist in einem gesunden Körper sprach der katholische Pfarrer Hans Thurn in einem kurzen Grußwort. Es brauche eine gute Heimat für die Kinder, und dazu werde das Objekt nach seiner Fertigstellung ganz wesentlich beitragen. Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, könnte man etwas Gutes bauen, hat laut Jochen Vogel bekanntlich schon Goethe gesagt. Dem ehemaligem Mottener Bürgermeister war noch gut in Erinnerung, dass das Thema Kindergarten im Vorfeld nicht ohne Kontroversen im Gemeinderat und in der Bevölkerung behandelt worden ist.

Stählerne Kapsel gefüllt

Dann ging es ans Befüllen der stählernen Kapsel, die bei einer Grundsteinlegung Tradition hat. Münzen, Tageszeitung, Pläne, Dokumente, Fotos und sogar Legosteine fanden ihren Weg in das Behältnis Bei dieser Handlung assistieren der Bürgermeisterin neben Kindergartenleiterin Claudia Lieb die beiden Buben Oskar Burth und Julian Darmer als Repräsentanten des Nachwuchses. Und schließlich nahm die Rathauschefin höchstpersönlich die Kelle in die Hand, um die verschlossene Röhre fachgerecht zum Erhalt für die Nachwelt im Mauerwerk zu platzieren.