Direkt hinter der Klosterkirche am Kreuzberg beginnt der Kreuzweg, der über den Wanderweg bis hinauf zu der Kreuzigungsgruppe am Kreuzberggipfel, den "Drei Golgota Kreuzen" führt. Gemeindereferentin Evi Warnke und Praktikantin Lara Bruck, haben gemeinsam mit Pater Korbinian Klinger, dem Guardian des Klosters Kreuzberg, Impulse für einen familien- und kindgerechten Kreuzweg zusammen getragen.

Die Geschichten erzählen von Jesu Leiden und Sterben, von seinen letzten Stunden und sie regen zum Nachdenken über eigene Stolpersteine im Leben an. An jeder der 14 Stationen gibt es für Kinder zudem kreative, spannende und interessante Mitmachaktionen.

Bis einschließlich Karfreitag haben Familien aber auch alle Interessierten die Möglichkeit alle 14 Kreuzwegstationen in Form eines Rundwegs abzulaufen. Alternativ können auch nur einzelne Stationen angesteuert werden. Natürlich ist es auch möglich an mehreren Tagen zum Kreuzberg zu kommen und nach und nach aus den Angeboten zu wählen.

Ausdrucksstark

Die Impulse sind für Kinder ab dem Grundschulalter geeignet. Aber auch ältere Kinder finden interessante Details bei den Mitmachaktionen. Außerdem gibt es an nahezu jeder Stationen einen QR-Code zu entdecken, der wiederum zu weiteren interessanten Informationen führt.

Ausdrücklich laden die Organisatoren die Besucher ein, sich von den ausdrucksstarken Gesichtern der Figuren beeindrucken zu lassen. Die künstlerische Darstellung erzähle die Geschichte an und für sich schon.

Nachdem die Aktion "Advent to go" in den Wochen vor Weihnachten von Familien aus dem Pastoralen Raum Bischofsheim, zu dem die Pfarreiengemeinschaften Bischofsheim, Oberelsbach und Sandberg gehören, sehr gut angenommen wurde, wollte Evi Warnke in der Fastenzeit wieder ein Angebot machen.

Nach eigenem Tempo

Schon vor einigen Jahren habe sie die Idee gehabt den Kreuzweg am Kreuzberg zu nutzen. In der Pandemie-Situation biete es sich nun an, den Eltern Informationsmaterial an die Hand zu geben und die Familien einzuladen den Weg nach ihrem eigenen Tempo und zu einer ihnen passenden Zeit zu gehen.

Der Weg startet direkt hinter der Kirche mit der ersten Station, der Verurteilung Jesu. An jeder Station finden sich große grüne Plakate, die laminiert wurden, um der Witterung Stand zu halten. Auf der Vorderseite ist der Bibeltext in kindgerechter Sprache zu lesen. Eltern oder ältere Geschwister können ihn vorlesen oder selbst lesen und erzählen. Auf der Rückseite der Plakate ist jeweils die Erklärung für die Mitmachaktion und der QR-Code.

Letzte Station: Kirche

Evi Warnke, Lara Bruck und Korbinian Klinger haben sich für die Mitmachaktionen einiges einfallen lassen. Eine Dornenkrone können Kinder fühlen oder sich gar aufsetzen lassen. Nägel werden nicht ins Kreuz geschlagen, sondern herausgezogen. "Wir nageln niemand fest. Wir helfen und unterstützen Menschen", ist hier die Botschaft.

Ein Balken spielt ebenso ein Rolle, wie Steine, die am Grab zu kleinen Steinmännchen aufgebaut werden können. An den Stationen geht es um verschiedene Themen wie Freundschaft, Hilfsbereitschaft und Anteilnahme.

Die letzte Station ist in der Kirche. Hier wird es eine Auferstehungsstation gestaltet, an der sich die Kinder kreativ betätigen können. "Wir werden eine Ostersonne aufgehen lassen", verrät Evi Warnke bereits.

Jesu Weg genau nachgemessen

Damit die Eltern und ihre Kinder alle Info aus den QR-Codes noch einmal in aller Ruhe zu Hause nachlesen oder hören können, liegt ein Blatt mit allen Codes in der Wallfahrtskirche zum Mitnehmen aus.

"So besteht die Möglichkeit sich zu Hause auch noch mit den Themen zu befassen und mit den Kindern in der Fastenzeit immer wieder die letzten Tage im Leben Jesu zu betrachten", laden die Organisatoren ein.  "Eine spannende Geschichte, nicht nur für Kinder", freut sich Pater Korbinian über das Angebot.

Der über 300 Jahre alte Kreuzweg am Kreuzberg zeichnet den Leidensweg von Christus genau nach. Die Entfernungen zwischen den einzelnen Stationen sind dem Weg Jesu durch Jerusalem genau nachgemessen. Genau 1361 Schritte sind es von der Verurteilung durch Pilatus bis zum Tod am Kreuz. Der Kreuzweg selbst besteht aus 13 Bildkapellen (1710). Sie führen zu den drei steinernen Golgota-Kreuzen, die die 12. Stationen des Kreuzwegs darstellen. Die 13. Station ist das Grab auf einem Absatz der Treppenstufen.