Der Bau einer Kompostanlage unterhalb von Breitenbach ist schon auf den Weg gebracht, doch jetzt sorgt sich ein Gemeinderatsmitglied deswegen um die Ortsumgehung für Breitenbach und Mitgenfeld: Für den Bau der Anlage ist eine Änderung des Flächennutzungsplanes und die Erstellung eines Bebauungsplanes notwendig. Bereits in der Januarsitzung hat der Gemeinderat das hierfür notwendige förmliche Verfahren angestoßen, um die Öffentlichkeit und Träger der öffentlichen Belange zu beteiligen.

Die Änderung des Flächennutzungsplanes ist notwendig, da es sich bei angedachten Fläche bislang um eine landwirtschaftlich ausgewiesene Fläche handelt, die nun als Sondergebiet auszuweisen ist. Mittlerweile fand die frühzeitige Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung statt und die Gemeinderätinnen und -räte hatten die eingegangenen Stellungnahmen zu behandeln.

Von öffentlicher Seite gab es kein gravierenden Einwendungen, die dem Vorhaben entgegen stehen könnten, auch aus der Bevölkerung gab es keine Beschwerden oder Bedenken. Allerdings wurde im Gemeinderat über die Thematik diskutiert. Oliver Fell (CSU) sah sich nicht in der Lage dem Vorhaben zuzustimmen, aber nicht weil er gegen die Kompostanlage sei, sondern weil seiner Ansicht nach nicht geklärt wurde, ob die Anlage einer künftigen Ortsumgehung von Breitenbach und Mitgenfeld im Wege stehen könnte. "Die Reihenfolge ist falsch gewählt", betonte er. Zunächst müssten von Architektenseite den Gemeinderäten versichert werden, dass die Kompostanlage einer Ortsumgehung nicht verhindern werde. "Ich möchte das von einem Architekten hören und nicht von Dir", sagte er zu Bürgermeister Dieter Muth (Aktive Wählergruppe Breitenbach/Mitgenfeld), der mehrfach versicherte, dass die Ortsumgehung und die Kompostanlage zwei getrennt zu betrachtende Dinge seien, die sich gegenseitig nicht tangieren werden. "Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Egal wie die Straße verläuft, über diese Ecke wird sie nicht führen", erklärte Muth.

Oliver Fell wünscht sich fachliche Aufklärung, um nicht jetzt eine letztlich negative Entscheidung für die Ortsentwicklung zu treffen. Er befürchtet, dass es zu eng werden könnte und am Ende die Straße nicht gebaut werde, weil "leichtfertig" eine Änderung des Flächennutzungsplanes vorgenommen wurde. Seine Gemeinderatskollegen und -kolleginnen sahen die Problematik nicht. Kevin Klüber und Tobias Zeier sahen ledig eine Engstelle im Bereich der Mettermich, was aber nichts mit der Kompostanlage zu tun habe. Sie gaben dem Bürgermeister recht, dass eine Ortsumgehung nicht über die Fläche der Kompostanlage führen werde.

Für Oliver Fell sind das alles nur Vermutungen. Da die Änderungen des Flächennutzungsplans noch nicht beschlossen sind, sondern noch eine weitere öffentliche Auslegung und Behördenbeteiligung stattfinden werde, die in etwa sechs bis acht Wochen erneut im Gemeinderat zu behandeln sei, wollte er vom Bürgermeister wissen, ob in der Zwischenzeit von Architektenseite Informationen zu einem Trassenverlauf den Gemeinderäten gegeben werden, was von diesem bestätigt wurde. Zudem wünscht sich Fell Kooperationsbereitschaft vom Bauherrn der Kompostanlage, für den Fall, dass die Fläche letztlich doch für eine Ortsumgehung benötigt werde.

Auf Nachfrage der Redaktion erklärte Muth: "Es weiß noch niemand wo die Straße entlang führen könnte. Es ist auch völlig unklar, ob es überhaupt eine Straße kommen wird." Die Gemeinde Oberleichtersbach habe drei Planungsbüros angeschrieben, um eine Machbarkeitsstudie erstellen und eine erste Kostenschätzung erstellen zu lassen. "Die Planungen werden zu gegebener Zeit im Gemeinderat vorgestellt. Das wird in den nächsten Wochen sicherlich nicht der Fall sein." Muth rechnet nicht damit, dass ein Planungsbüro vorab schon Aussagen zu einem möglichen Trassenverlauf treffen werde. Zwei Varianten seien in der Prüfung, eine Nord- und eine Südumgehung. "Meiner Ansicht nach wird die Straße die nächsten zehn Jahre nicht kommen", so Muth, denn die Gemeinde müsse die Straße selbst bauen und könne sich solch ein Millionenobjekt vermutlich ohnehin nicht leisten. "Wir können den Bau der Kompostanlage so lange nicht verzögern."