Fast vier Wochen ist es her, dass Helferinnen und Helfer aus aus dem Verein "Bad Brückenau hilft!" an der ukrainischen Grenze in Polen waren. Seitdem hat sich vieles getan. Nicht nur vor Ort in der Grenzregion läuft es nun, drei Monate nach Beginn des Krieges, geordneter ab. Auch der Verein hat in den vergangenen Wochen einiges zusätzlich auf die Beine gestellt.

Auch wenn viele Ukrainer wieder in ihre Heimat zurückkehren, so kommen immer noch rund 600 Flüchtlinge an der Grenze in Medyka an, weiß Dirk Stumpe vom Bad Brückenauer Hilfsverein. "Wir sind mittlerweile gut und tief in der Ukraine vernetzt", sagt Stumpe. Daher wissen sie, was dringend gebraucht wird.

"Es ist noch kein Ende in Sicht", bestätigt Mitorganisator Christian Wirth. Während die ersten Fahrten noch ungeplanter waren, hat sich die Organisation gefestigt. Die mittlerweile siebte Fahrt startet bereits in den nächsten Tagen.

Spenden von Unternehmen

Während die Spendenbereitschaft aus der Bevölkerung nachgelassen hat, konnten die Helfer im Landkreis einige Unternehmen mit ins Boot holen. "Bisher sind wir mit mehreren Kleinbussen an die Grenze gefahren, jetzt haben wir professionelle Hilfe vom Speditionsunternehmen Schüßler Transporte aus Oberleichtersbach. "Ein 40-Tonner wird am Mittwoch voll beladen und startet seine Fahrt am Donnerstag", erklärt Wirth.

"Jetzt können wir die Spenden palettenweise in die Ukraine bringen", freut er sich. Dazu gehören rund 22 Tonen Wasser, gespendet von den Bad Kissinger Mineralbrunnen. Oder die zwei Paletten Babynahrung von Hipp. "Das ist eine unglaubliche Resonanz, was wir von den Firmen in den letzten Wochen erlebt haben", bekräftigt er.

Stühle und Tische

Auch eine Schulausrüstung für den Aufbau einer zerstörten Schule in der Ukraine wird ins Gebiet gebracht. "70 Stühle und Tische bekommen wir aus Oberthulba", berichtet Dirk Stumpe. Und über 500 Bratwürste von Metzgern aus der Region haben die Helfer erhalten. "Das letzte Mal wurden uns die Würste aus den Händen gerissen", berichtet er. Deshalb möchten die Helfer wieder einen Stand am Samstag aufbauen und die Wurstbrötchen an die ankommenden Ukrainer verteilen.

Medikamente, OP-Material und Untersuchungsgeräte nahm der Transport bereits das letzte Mal Anfang Mai mit. An der Grenze luden die Männer die Kisten in einen ukrainischen Transporter um, der von dort aus ein Krankenhaus in Kamjanez-Podilskyi in der Nähe von Czernowitz anfuhr. "Es werden nach wie vor Verbandsmaterial, auch abgelaufene oder nicht benötigte Medikamente sowie Konserven benötigt", weiß Stumpe.

Zusätzlich fahren sie mit zwei Kleinbussen am Freitag los, um den Lkw am Samstag in Medyca in ein dort wartendes Fahrzeug umzuladen. Außerdem kann es nach wie vor sein, dass "wir Menschen mit hierher bringen, die Hilfe brauchen", sagt Stumpe.

INFOKASTEN

Spenden werden nach wie vor benötigt und für weitere Fahrten ins Grenzgebiet angenommen. Für Fragen stehen Christian Wirth (0171/813 4642) und Dirk Stumpe (0175/104 1735) zur Verfügung.