Die Gemeinde Motten trauert um ihren ehemaligen Bürgermeister Karl Will, der im Alter von 85 Jahren nach langer schwerer Krankheit gestorben ist.

Karl Will wurde am 15. Januar 1937 geboren. Er besuchte die Grundschule in Motten und das Gymnasium in Bad Brückenau, das er nach der 10. Klasse verlies, um eine Lehre als Bankkaufmann bei der Volksbank zu absolvieren.

Seit 1972 war Karl Will Gemeinderat und in den folgenden sechs Jahren zudem 3. Bürgermeister. 1978 vertrat er den 1. Bürgermeister, dessen Amt er 1987 übernahm. In den Abendstunden kümmerte er sich noch lange um die elterliche Spedition, übernahm die Buchführung und "hat alles am Laufen gehalten", erzählt seine Tochter Martina.

Wichtige Projekte

15 Jahre lang prägte er das politische Geschehen der Gemeinde. Der Neubau von Rathaus und Bauhof, die Sanierung der Grundschule, die Altortsanierung in Kothen und die Erschließung der Baugebiete "Am Strauch" in Kothen, "Am Hammerweg" und "Oberzeller Straße" in Speicherz sowie "Am Knorrs" in Motten sind Ergebnisse der weitsichtigen Politik von Karl Will.

Von 1987 an wirkte er als CSU-Ortsverbandsvorsitzender, zehn Jahre als Kreisvorstand und von 1990 bis 2002 als Kreisrat. Zudem war er acht Jahre lang als Schöffe tätig.

Für sein Engagement in der Gemeinde erhielt Will 1991 die Kommunale Dankurkunde und vom Bayerischen Staatsministerium 2001 die Medaille für besondere Verdienste in der kommunalen Selbstverwaltung. 1997 wurde ihm an seinem 60. Geburtstag der Ehrenbrief der Gemeinde verliehen, 2002 wurde er von der Gemeinde Motten zum Altbürgermeister ernannt. Zudem erhielt Will 2002 das Landkreisehrenzeichen in Bronze sowie 2012 das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten.

Zahlreiche Ehrenämter inne

Aber auch abseits der Politik war Karl Will sehr engagiert. Zahlreiche Ehrenämter bekleidete er über Jahrzehnte hinweg. Im Gesangsverein hatte er von 1960 bis 2011 verschiedene Posten im Vorstand inne. Im SC Motten war er von 1960 bis 1979 Vorsitzender, im Schützenverein von 1981 bis 1991 Schriftführer und 2. Vorsitzende. Zudem war er zwölf Jahre lang im Pfarrgemeinderat und als Lektor, Kommunionhelfer und Mesner tätig.

Immer für andere da

Karl Will war zutiefst überzeugter Christ und sozial engagiert. Er half als gerichtlich bestellter Betreuer Menschen mit Behinderung. "Er war immer für andere unterwegs", erinnert sich seine Tochter: "Er war selbstlos, hat mehr gegeben als genommen". Karl Will ging gerne in der Natur wandern. Singen war ebenfalls ein Hobby, das er im Gesangsverein ausübte. Er hinterlässt Ehefrau Rita, drei Kinder und neun Enkel.

Das Requiem und die Beisetzung finden am Samstag, 8. Oktober, um 10 Uhr in der St. Bartholomäus-Kirche in Motten statt.