Rhönschafe, Biber, Mäuse und Hasen - so heißen die vier Gruppen des Kindergartens Rhönstrolche, der Anfang des Monats eröffnete. Doch eines passt noch nicht so recht: Das graue Erscheinungsbild des Container-Kindergartens. Die Idee für eine Verschönerung kam aus dem Baubüro der Stadt. Warum nicht die Jugend in die Frage mit einbeziehen?

Darauf angesprochen organisierte Gemeindejugendpflegerin Ulrike Abersfelder den Profi-Sprayer Philipp Katzenberger aus Würzburg für das Projekt. "Über die sozialen Medien und das Stadtblatt starteten wir einen Aufruf für interessierte Jugendliche", erklärt Abersfelder. Und die Resonanz war groß, insgesamt 14 Kinder und Jugendliche kamen an den letzten zwei Osterferientagen zum Kindergarten auf dem Bahnhofsgelände.

Ohne Berührungsängste

"Am ersten Tag haben wir Ideen gesammelt", sagt Abersfelder. Die Rhöntiere sollten auf jeden Fall auf den Graffitis zu sehen sein, sowie die Farben des Regenbogens, angelehnt an den Kindergarten Regenbogen in der Stollstraße. Auf einer Aluplatte durften die Jugendlichen zunächst ausprobieren. Die Grundtechniken zeigte Profisprayer Katzenberger und stand mit Rat und Tat zur Seite.

Katzenberger gibt sein Wissen gerne weiter, sei es in der Flüchtlings- oder Jugendarbeit. Hauptberuflich fertigt er Auftragsarbeiten für bekannte Firmen oder Privatkunden an. "Ich möchte den Jugendlichen die Berührungsängste nehmen und versuche, die Begeisterung für Graffitis zu übertragen", sagt Katzenberger.

Bayern zieht nach

Während in Ostdeutschland und beispielsweise Hamburg oftmals legale Flächen für Graffitis zur Verfügung gestellt würden, hinke der Freistaat Bayern da noch hinterher. "Aber langsam sickert es bei uns durch", freut sich der Künstler. Für die Jugendlichen sei das Sprayen ein schönes Hobby.

"Es macht ihnen Spaß und hält sie bei der Stange", so Katzenberger. Die Kinder seien dankbar für die Anleitung und Hilfe. "Sie sind nicht so verkopft wie Erwachsene und freuen sich über alles Bunte und Lebendige." Im Laufe der Woche sollen die Kunstwerke dann am Kindergarten in der Düsseldorfer Straße aufgehängt werden.

Kindergartenleiterin Alexandra Fürst freut sich sehr darüber. "Das ist besonders toll, weil unsere Jugendlichen aus der Stadt mit einbezogen werden", sagt Fürst. Ein lobenswertes Projekt der Jugendarbeit.

Die beiden Schülerinnen Franka Helget (14) und Fiona Schlothauer (13) nehmen an dem Jugendprojekt teil. Sie sind begeistert von der Arbeit des Profisprayers. Franka zeichnet gerne in ihrer Freizeit und hat schon einmal an einem ähnlichen Kurs in Schweinfurt teilgenommen "Ich finde es gut, dass die Jugendlichen so nicht auf Hauswände sprayen", sagt sie.

Auch Fiona freut sich über den Freiraum, den sie hier bekommt. "Dass wir Jugendlichen bei der Außengestaltung des Kindergartens helfen dürfen, ist schon echt cool", sagt sie. Und so sitzen sie und ihre Freundinnen nicht alleine zuhause, sagt sie.