Geroda
Großbrand

Jetzt wird aufgeräumt

Haarscharf an einer noch größeren Katastrophe ist der Ortsteil Platz vorbeigeschrammt. Auch die Betroffenen kommt aber noch viel zu. Der Bürgermeister lobt alle Helfer für ihre hervorragende Arbeit. Und er dankt den vielen Spendern.
Eine Woche nach dem Großbrand in Platz: Mit den Aufräumarbeiten kann begonnen werden. Foto: Marion Eckert
Eine Woche nach dem Großbrand in Platz: Mit den Aufräumarbeiten kann begonnen werden. Foto: Marion Eckert

Eine Woche ist seit dem Brand in Gerodas Ortsteil Platz vergangen. "Wir sind alle noch tief betroffen. Ich bekomme eine Gänsehaut, wenn ich an diesen Großbrand zurückdenke", so Bürgermeister Alexander Schneider. "Ich bin heilfroh, dass es nicht noch schlimmer wurde. Wir sind haarscharf an einer großen Katastrophe vorbeigekommen", so das Ortsoberhaupt zu Beginn der Sitzung des Gemeinderates.

Jeden Tag sei er seither vor Ort gewesen, um Gespräche mit Betroffenen zu führen und Versicherungsfragen zu klären. Schneider nutzte die Sitzung, um allen Einsatzkräften der Blaulichtorganisationen und Helfern seinen Dank auszusprechen. Jeder habe seinen Teil dazu beigetragen, Schaden abzuwenden und zu helfen. Von den Helfern, die Essen und Getränke herbeibrachten, bis zu den Entscheidungsträgern sei hervorragende Arbeit geleistet worden. "Es hat sich gezeigt, was Ehrenamt leisten kann, dass der Zusammenhalt vor Ort und die Bereitschaft zu helfen, groß ist." Besonders beeindruckte der Fahrer eines Lieferdienstes, der mit "Schlappen an den Füßen begann, Feuer auszutreten".

Brandreste müssen sortiert werden

Derzeit stehe der Bürgermeister in Gesprächen mit der Versicherungskammer Bayern. Es gab einen Vorort-Termin. Es müssen Inventar aufgelistet und Baupläne eingereicht werden. Ein Giftstoff-Gutachten werde erstellt. Mit dem Aufräumen der Reste könne begonnen werden, allerdings müsse je abgebrannter Scheune getrennt sortiert werden, was einen größeren Aufwand bedeuten werde.

Schneider nutzte die Situation auch, um das Ausmaß konkret zu benennen. Denn es sei in diversen Medien fälschlicherweise über sieben abgebrannte Wohnhäuser berichtet worden. Sieben Anwesen seien durch den Brand betroffen, aber keineswegs gänzlich abgebrannt. Ein Wohnhaus sei unbewohnbar, drei teilweise bewohnbar. Drei Wohnhäuser, die leer standen, seien komplett abgebrannt. Die dazugehörigen sieben Scheunen seien allerdings abgebrannt.

Große Spendenbereitschaft, aber auch "schwarze Schafe"

Groß sei die Bereitschaft, den betroffenen Menschen in Platz zu helfen. Allerdings musste Schneider auch feststellen, dass unseriöse Spendenaufrufe in Internet auftauchten: "Vor denen ich eindringlich warnen möchte."

Über den Verein "BRK hilft" seien Spenden akquiriert worden, mit den Verantwortlichen stehe Schneider in regen Kontakt. Es werde noch ein paar Tage dauern, bis die Gelder verteilt werden. Denn erst müsse geklärt werden, wo welcher Schaden entstand, und wo die Hilfe benötigt werde. In den sozialen Medien habe Schneider schon entsprechende Informationen verteilt. "Wir sind für jede Spende dankbar und werden gemeinsam entscheiden, wie die Gelder verwendet werden." Sachspenden seien keine notwendig. Wer hierzu weitere Informationen benötige, möge sich beim Verein "BRK hilft" oder bei Bürgermeister Schneider melden.

Immer noch hohe Geschwindigkeiten

Verkehrsmessungen in Platz finden einmal im Monat für je drei Stunden statt, abwechselnd am Platzer Berg und in der Ortsdurchfahrt. Von Dezember 2021 bis Juni diesen Jahres wurden 33 Verstöße geahndet. "Im Verhältnis zur gemessenen Dauer und Häufigkeit der Messung ist das schon enorm", befand Schneider. 16 Verwarnungen für 30 Euro, elf Verwarnungen über 50 Euro, zwei Bußgelder über 70 Euro, ein Bußgeld über 150 Euro und drei über 180 Euro wurden verhängt. Die Gemeinderäte waren sehr überrascht, dass offenbar nach wie vor hohe Geschwindigkeiten gefahren werden. "Ich stehe voll hinter der Aktion, auch wenn wir drauflegen", befürwortete der Bürgermeister die Geschwindigkeitsüberwachung. 1433 Euro wurden eingenommen, dem gegenüber stehen aber monatliche Ausgaben von 400 Euro für die Kontrollen. Aus dem Gremium wurde vorgeschlagen, für Platz eine Geschwindigkeitsanzeige anzuschaffen, wie sie derzeit am Ortseingang von Geroda angebracht ist. Das Thema soll in der nächsten Sitzung des Gemeinderates auf die Tagesordnung.

25 Wasserzähler werden ausgebaut

Der Bürgermeister gab bekannt, dass von einem unabhängigen Prüflabor eine Stichprobenprüfung für die Wasserzähler im Gemeindegebiet vorgenommen wird, um die Eichung der Zähler zu verlängern; per Los seien von 369 Zählern 25 ausgewählt worden. Diese Zähler müssen ausgebaut werden. Die Hauseigentümer werden über die Gemeinde rechtzeitig informiert. Den Ausbau nimmt der Wasserwart vor, es dauert im Regelfall etwa 20 Minuten. Die Kosten trägt der Markt Geroda. Für Fragen stehe die Verwaltung oder der Bürgermeister zur Verfügung, Tel. 09741/911 925.

Vertretung

Bürgermeister Schneider gab bekannt, dass urlaubsbedingt vom 12. September bis 1. Oktober sein Vertreter Fred Hilsdorf die Amtsgeschäfte führen wird.