Fast ein Jahr ist es nun schon her, dass Gabriele To nin bei der Stadtverwaltung Bad Brückenau eine Bauvoranfrage für die Villa Maria im Staatsbad ge stellt hat. "Ich habe mein In teresse bekundet, und das besteht noch immer", sagt To nin auf Anfrage der Saale-Zeitung. Nun warte er ab.

"Ja, wir stehen mit einem In teressenten im Gespräch", bestätigt Ludwig Weichselbaumer, stellvertretender Geschäftsführer von "Immobilien Freistaat Bayern". Seit 1905 ge hört die Villa im Schlosspark dem Frei staat Bayern, allerdings steht seit mehreren Jahrzehnten das denkmalgeschützte Gebäude leer.

Erheblicher Investitionsbedarf

Ein potenzieller Käufer muss fi nanzstark sein, denn über die Jahre hat sich ein er heblicher In vestitionsbedarf angestaut. Schon mehrfach sind Kauf verhandlungen um das Objekt gescheitert. Zuletzt liefen im Jahr 2013 Gespräche mit zwei potenziellen Käufern.

Weichselbaumer indes zeigt sich optimistisch: "Wir sind zu versichtlich, dass es diesmal klappen könnte." Die Frage sei, ob der Interessent die Plä ne, die er mit der Villa Maria habe, umsetzen könne.
Gabriele Tonin selbst hüllt sich darüber noch in Schweigen. Im Oktober sagte er lediglich, es sei ein Projekt, dass der Stadt Bad Brückenau "eine neue Ent wicklung eröffnet". Das kann grundsätzlich alles sein. Die Stadtverwaltung Bad Brückenau unterstützt die Idee von Tonin und gab schon bereits im Oktober die Bauvoranfrage an das Landratsamt Bad Kissingen weiter.

Es seien Appartements für ältere Menschen geplant, berichtet Melanie Hofmann, Pressesprecherin am Landratsamt. Prinzipiell hätten die Fachstellen dem Architekten eine positive Rück meldung gegeben, sagt Hofmann, allerdings müssten grundlegende Fragen bei der Erschließung des Anwesens noch geklärt werden.

Gasversorgung und Zufahrt

Denn das denkmalgeschützte Gebäude liegt mitten im Schlosspark des Staatsbades Bad Brückenau. Die Gasversorgung beispielsweise sei noch völlig unklar, sagt Melanie Hofmann. In vorigen Verhandlungen waren auch die Zufahrtswege - etwa der Bau einer eigenen Brücke über die Sinn - ein Thema. Hofmann stellt zudem klar: "Es handelt sich ja bisher nur um eine Voranfrage." Ein Bauantrag liege dem Landratsamt Bad Kis singen noch nicht vor.

Es kann noch dauern

Der freilich kann auch erst gestellt werden, wenn die Kaufverhandlungen abgeschlossen sind. Und das ist - aller Erfahrung nach - eine äußerst langwierige Angelegenheit.

1868 Pfarrer Andreas Huller erbaut eine Villa am Ufer der Sinn.
1872 zeichnet Witwe Barbara Ebert als neue Be sitzerin.
1880 ist die neue Besitzerin die Wit we Maria Knell, geborene Ebert. Der Hausname ändert sich und lautet dann auch "Haus Knell".
1905 Das Königreich Bayern kaufte die Villa Knell für 180 000 Mark. Das Haus be kommt wieder einen neuen Namen: "Villa Maria".