So lange wie die Berlinerinnen und Berliner auf ihren Flughafen mussten die Bürgerinnen und Bürger in Schönderling nicht auf ihre neue Ortsdurchfahrt warten. Etwas länger als geplant hat die Baumaßnahme aber dann doch gedauert, oder wie Landrat Thomas Bold (CSU) in seiner Rede zur Einweihung der Ortsdurchfahrt eines von mehreren Sprichwörtern bemühte: "Was lange währt, wird endlich gut."

Ursprünglich war die Bauzeit von Oktober 2018 bis Dezember 2019 angesetzt gewesen. Mehrleistungen und unter anderem die Corona-Pandemie hatten jedoch dazu geführt, dass die Baumaßnahme erst 2021 abgeschlossen werden konnte.

Ortsdurchfahrt Schönderling: Eine umfangreiche Baumaßnahme

Bereits Anfang 2015 hatten sich der Markt Schondra und die Tiefbauverwaltung des Landkreises auf einen Ausbau der Schönderlinger Ortsdurchfahrt verständigt. Es gab unter anderem Verdrückungen in der Fahrbahn, Gehwege waren schadhaft oder fehlten ganz, wie Bold erinnerte.

Sanierungsbedarf wurde damals auch bei Kanal und Wasserleitungen festgestellt. Zudem entschloss sich der Markt Schondra - im Zuge der ohnehin notwendigen Baumaßnahme - auch gleich, ein Leerrohrsystem für Glasfaserkabel verlegen zu lassen.

Der Landkreis und die Marktgemeinde arbeiteten dabei zusammen, auch was das Finanzielle anging. Kostenträger für die Fahrbahn im Bereich der Kreisstraße KG 33 ist der Landkreis. Die Kosten für die Gehwege, Grünflächen und Bepflanzung, die Straßenbeleuchtung sowie Kanal- und Glasfasernetz trägt der Markt Schondra.

766 Meter misst die Ortsdurchfahrt Schönderling

Für den Ausbau der 766 Meter langen Ortsdurchfahrt wurden rund 3,5 Millionen Euro an Kosten veranschlagt. Aufgrund der zusätzlichen Arbeiten und den daraus resultierenden Verzögerungen werden die tatsächlichen Kosten jedoch höher liegen.

Für das Projekt habe man einen "hervorragenden Fördersatz" erhalten, berichtete Bold weiter. Der Zuschuss des Freistaats beläuft sich auf knapp 1,3 Millionen Euro. Die Summe relativiere sich allerdings mit Blick auf die Gesamtkosten.

Die Planung für den Straßen- und Kanalbau lag in der Verantwortung des Ingenieurbüros Hahn aus Bad Kissingen, wie das Landratsamt berichtet. Mit den Bauarbeiten wurde die Firma Hell aus Eltingshausen beauftragt. Diese hob Landrat Bold in seiner Ansprache besonders hervor. "Es ist immer schön, wenn man eine Firma aus dem Landkreis beauftragen kann."

Bei den Gewerbetreibenden in Schönderling und nicht zuletzt auch bei den Anwohnerinnen und Anwohnern bedankte sich Bold. Diese hätten die teilweise eingeschränkten Zufahrtsmöglichkeiten sowie Baulärm und -staub mit Geduld ertragen.

Bürgerinnen und Bürger aus Schönderling zeigten Initiative

Das Ergebnis sei erfreulich. Mit der fertiggestellten Straße wurde eine erhebliche Verbesserung für alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer erreicht, sagte Bold und verwies auf die sechs Meter breite Fahrbahn und die 1,5 Meter breiten Gehwege. "Die Bushaltestellen sind behindertengerecht ausgebaut und sorgen somit für mehr Sicherheit." Durch die Neugestaltung der Pflanzflächen und Initiativen der Schönderlinger Bürgerinnen und Bürger seien zudem das Ortsbild insgesamt verschönert und die Lebensqualität erhöht worden.

"Es freut mich sehr, dass die Bürgerinnen und Bürger die Initiative ergriffen haben und den Ort mitgestaltet haben", erklärte auch Bürgermeister Bernold Martin (CSU - Christlicher Bürgerblock). Ausbau und Sanierung der Ortsdurchfahrt seien ein gelungenes Gemeinschaftsprojekt.

Jeden Mittwoch habe man sich zu einer Baubesprechung getroffen und sei die Strecke wöchentlich abgelaufen, berichtete er. So oft wie während der Bauarbeiten werde er in seinem Leben wohl nicht mehr durch Schönderling laufen, scherzte Martin. Er wünschte "allzeit gute Fahrt durch Schönderling".

Im Anschluss segneten Pfarrerin Regina Schenk und Pfarrer Armin Haas die neue Ortsdurchfahrt. "Wir waren alle beeindruckt, wie lange es gedauert hat", sagte Haas und sorgte für Lachen bei den Anwesenden. "Man sieht von außen gar nicht, was alles darin steckt." Ein unsichtbarer Unterbau sei es auch, der das Miteinander trage, ergänzte der Pfarrer. "Ein bisschen Weihwasser muss auch noch drauf", sagte Haas abschließend mit einem Augenzwinkern.