FC-Vorsitzender Stefan Richter und der Vorstand hatten Klarheit gewollt. Zumindest ein Stimmungsbild. Und zwar zur Frage, ob sich die FC-Mitglieder überhaupt vorstellen können, dass die Sportkegler in den oberen Teil der Halle am FC-Gelände einziehen. Ob sie einverstanden wären, dem anderen Verein - zu welchen Konditionen auch immer - das Obergeschoss abzutreten.

Die Situation ist verzwickt. Wie bereits mehrfach berichtet, muss der Kegelverein über kurz oder lang aus seiner jetzigen Heimstatt, der Sinnflut, ausziehen. Denn diese soll generalsaniert, teilweise sogar neu gebaut werden. Wieder einziehen können die Kegler nach dem Umbau aus Platzmangel nicht.

Die Zeit drängt also, weswegen die Kegler schon öffentlich auf ihre Situation aufmerksam gemacht haben. Auch der Stadtrat beschäftigte sich mit dem Thema. In der jüngsten Sitzung kam wieder eine Nachfrage, diesmal durch Karin Ott (CSU).

Mehrere neue Standorte für die Kegelbahn geistern durch die Öffentlichkeit, darunter die leerstehende Güterhalle auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände, ein Neubau am Sportgelände in Römershag - und eben die FC-Halle.

Vor mehr als zwei Jahren traf sich die damalige Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) laut Richter mit den Vorständen beider Verein zum ersten Gespräch beim FC. Die Idee: Die Kegler könnten in die Sporthalle im Obergeschoss eine Anlage mit vier Bahnen installieren; der FC würde die Sozial- und Gesellschaftsräume im Erdgeschoss behalten.

Es wäre ein Rückkehr. Denn früher bildeten die Sportkegler eine eigene Abteilung beim FC, nutzten drei Kegelbahnen, die im Untergeschoss eingebaut waren. Doch dann lösten sie sich vom Verein, gründeten einen eigenen mit etwa 100 Mitgliedern.

Dem Erstgespräch mit der Altbürgermeisterin folgten in den vergangenen Jahren offensichtlich nicht wirklich weitere. Kontakt zwischen den Vorsitzenden Richter und Bernd Hörmann (Kegelverein) gab es, aber nur sporadisch. Und so monierte der FC-Chef in der Mitgliederversammlung am Donnerstagabend, dass man über viele Entwicklungen nur aus der Presse erfahre. Der letzte Kontakt mit den Keglern sei "gefühlt ein Jahr" her, sagte er dieser Redaktion.

Stefan Richter wollte in der ersten Mitgliederversammlung nach den Corona-Lockdowns diesen Zustand beenden - und von den Mitgliedern ein Votum, in welche Richtung der frisch neugewählte Vorstand unter seiner Leitung gehen soll.

Der Vorsitzende schilderte die Situation in der FC-Halle. Der obere Teil besitze keine richtige Verwendung (die Handballer nutzen ihn wochenweise). Das Dach sei zwar dicht, aber sanierungsbedürftig. Ebenso der Boden.

Würde der FC den Bereich erneuern, kämen "nicht zu steuernde Kosten" auf den Verein zu - und dass trotz eventueller Förderung vom Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV). Einen wesentlichen Anteil an der finanziellen Belastung verursache die Kegelbahn, die der FC auf eigene Rechnung einbauen müsste. Um sie dann den Keglern zu vermieten, sagte er dieser Zeitung nach der Sitzung.

Dieses Modell scheidet deswegen für den Vorsitzenden aus. Wenn, dann müssten die Sportkegler den oberen Teil der Halle in ihr Eigentum übernehmen und schauen, was sie mit Fördermitteln daraus machen. Das Dach des Untergeschosses würde statisch eine draufgesetzte Kegelbahn aushalten.

In der Diskussion zeichneten sich schnell zwei Meinungslager ab. Das eine - bestehend aus eher älteren Mitgliedern - wollte abwarten. Vorstandsmitglied Heribert Jakobsche bemängelte, dass kein Kegler nach dem Treffen mit Brigitte Meyerdierks mit ihm gesprochen habe. Vieles würde nur über "Dunstkanäle" stattfinden.

Der frühere Vorsitzende Hans-Jörg Heidelmeier fragte: "Warum sollen wir uns um die Probleme der Kegler kümmern?" Diese müssten doch an den FC herantreten, ergänzte er später.

Ein FC-Mitglied fragte aber auch: "Was wäre die Alternative, wenn die Kegler nicht kommen?" Richter antwortete, dass es noch keine richtige Vorstellung gebe.

"Wir haben eine Riesenbaustelle da oben", wandte ein weiteres Mitglied ein. Bettina Diegelmann sagte: "Die Nutzung unserer Halle ist aber unser Problem." Wenn es eine Lösung dafür gebe, müsse man sich proaktiv darum kümmern.

David Fronczek (SPD), FC-Mitglied und Sportreferent im Stadtrat, informierte über ein Mitgliedervotum im Kegelverein, sich um die leere Güterhalle als neues Vereinsdomizil zu kümmern. "Die Kegler können deswegen nicht offiziell bei uns anfragen." In seiner jüngsten Sitzung beschloss der Stadtrat allerdings, die Güterhalle abzubrechen.

Fronczek sah trotzdem eine Chance, mit den Keglern zusammenzuarbeiten. Diese würden Geld investieren wollen. Und für die FC-Mitglieder böte sich im eigenen Haus mit der Kegelbahn eine neue Möglichkeit, ihre Freizeit zu gestalten. "Wir sollten kreativ sein und offen für Neues und uns eine Lösung überlegen, mit der alle glücklich sind", war auch er dafür, auf den Kegelverein zuzugehen.

Oliver Hilbert-Probeck von derr Handball-Abteilung gab schon zu Beginn der Diskussion zu bedenken, dass diese die obere Halle zehn Wochen im Jahr als Kraftraum nutzen. Allerdings hatte FC-Vorsitzender Stefan Richter schon vor der Diskussion die Nutzung der Fitnessgeräte untersagt. Sie seien nicht mehr sicher, nicht geprüft und nicht zugelassen.

Sowohl zu Beginn als auch am Ende der Diskussion schlug Jürgen Pfister vor dass beide Vereine ihre Gespräche wieder intensivieren. Dafür würde er gern die Vorstände, Bürgermeister Jochen Vogel (CSU) und den Sportreferenten im Rathaus zusammenbringen.

Das Stimmungsbild der anwesenden Mitglieder war dann eindeutig: Bei zwei Enthaltungen sprach sich eine große Mehrheit dafür aus, dass der FC-Vorstand Gespräche aufnehmen soll. Es solle geklärt werden, ob die Kegler (noch) Interesse haben, in den oberen Teil der FC-Halle einzuziehen. Ohne deutlich erkennbares Interesse würde man die Sache endgültig ablehnen.