Die Sonne, die Blumen, die Gärtnerinnen und Gärtner strahlen fast um die Wette, denn endlich findet wieder der Tag der offenen Gartentür statt. Kräftig ins Zeug gelegt haben sich 14 Mottener Gartenbesitzer, auch zwei Gärten auf dem Volkersberg sind für das Publikum geöffnet. "Beachtlich, dass ein Ort wie Motten 14 Gärtner animieren kann", sagt Kreisfachberater Dieter Büttner vom Landratsamt Bad Kissingen. "In der Planung sehr stark unterstützt" habe Marion Herbert, die Vorsitzende des - laut Büttner - "sehr aktiven" Mottener Obst- und Gartenbauvereins, die Vorbereitungen des Landratsamts. Die große Anzahl an besuchbaren Gärten habe allerdings nichts mit dem Corona-Lockdown zu tun, sagt Marion Herbert.

Seit zwei Jahren vorbereitet

Die von ihr bereits 2019 angesprochenen Gärtnerinnen und Gärtner in Motten hatten schon damals zugesagt und ihre Gärten für die 2020 geplante Veranstaltung hergerichtet. Coronabedingt war diese vom Kreisverband für Gartenbau und Landespflege abgesagt worden. Auch im vergangenen Jahr ging der Verband auf Nummer sicher. Umso mehr freuen sich die Mottener Gärtner, ihre Gärten nun präsentieren zu dürfen.

Lange überreden musste Marion Herbert niemanden. Nur teilweise gab es Unsicherheiten, ob der eigene Garten überhaupt für Besucher attraktiv sei. Dies konnte die Mottenerin schnell entkräften: "So wie ihr den Garten haben wollt, zeigt ihr ihn". "Der junge Garten"-Besitzer hielt seinen Garten zunächst nicht für zeigenswert, ist der Neubau doch erst im vergangenen Jahr fertiggestellt worden. Marion und ihr Mann Michael jedoch konnten ihn davon überzeugen, dass "die Leute auch sehen wollen, wie ein Garten entsteht. Keineswegs muss alles geschniegelt und gestriegelt sein, jeder Garten hat seinen Charme", sagt Michael Herbert. Es gibt keine Bedingungen an die Gärten, alles ist erlaubt, außer: "Es sollte keine Geröllwüste sein".

Der Mensch prägt

Garten und Gärtner beeinflussen sich gegenseitig, "dem Garten sieht man die Hand an", meint Marion Herbert. Im "Familien- und Spielgarten" sollen sich junge Familien mit Kindern wohlfühlen, der "Innenhofgarten" fügt sich in einen ehemaligen Bauernhof ein. Gärten sind "gewachsen" und von Menschen geprägt. Wie gut Garten und Gärtner zusammenpassen, weiß man spätestens nach einem Gespräch mit dem Besitzer: "Der Charakter spiegelt sich im Garten wieder", erzählt Marion Herbert. Viele interessante Unterhaltungen führten sie schon in Gärten im Altlandkreis, auch viele Ideen haben die Herberts für ihren eigenen Garten mitgenommen. Dieser wurde im vergangenen Jahr als Naturgarten zertifiziert.

Auch dieser ist gewachsen und hat sich im Laufe der circa 25 Jahre entwickelt, wie die Herberts. "Wir haben durch Erfahrung und vom Garten gelernt, aber auch die Erfahrungen anderer in unseren Garten eingebracht", so das Ehepaar. Auf etwa 2000 Quadratmetern gäbe es viel zu tun, aber Gärtnern ist Einstellungssache. "`Müssen´ nur ganz wenig: Schnecken aufsammeln, Erdbeeren ernten, Rasen mähen. Wir sagen eher: `Ich mag raus´", sagt Michael.

Die verschiedenen Arten, wie Naturliebhaber ihre Gärten entwickelt haben, spiegelt sich in den Benennungen der Gärten wieder: "Der Lebensgarten", "Der Garten am Hang" oder "Der eingewachsene Garten" sind "Überschriften", die Dieter Büttner bei seinen Besichtigungsterminen in Motten und am Volkersberg in den Sinn gekommen sind: "Schließlich will der Besucher vorab wissen, was ihn erwartet. Es gibt Gartenbesucher, die sich anhand der Beschreibungen bewusst und gezielt Gärten aussuchen".

Tag der offenen Gartentür:

Termin Am Sonntag, 26. Juni öffnen insgesamt 16 Gärten in Motten und am Volkersberg ihre Pforten für Besucher. Von 10 bis 17 Uhr können die Gärten besucht werden.

Alle Teilnehmenden online unter: www.bezirksverband-gartenbau-unterfranken.de/veranstaltung/

tag-der-offenen-gartentuer-2022-landkreis-bad-kissingen/

Historie Der "Tag der offenen Gartentür" fand in Deutschland erstmals im Jahr 2000 am letzten Sonntag im Juni statt. Gedanken- und Erfahrungsaustausch waren die Gründe, private Gärten öffentlich zu zeigen. Ideengeber war England mit dem "National Garden Scheme". 1927 wurde es gegründet, um "Gärten von Qualität, Charakter und Interesse für wohltätige Zwecke" der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.                   Quelle: wikipedia