Nur ganz wenige Familien haben bislang die reizvolle Aussicht der doch teils steilen Hanglage vorgezogen und ihr Häuschen "Am Knorrs" in Motten errichtet. Seit den 1990-er Jahren wartet eine Fläche, bereits fertig erschlossen, jedoch unbebaut, auf einen Käufer. Bei einem Ortstermin besichtigte der Gemeinderat jetzt die Bauplätze und stellte sich die Frage, ob mit der Aussicht auf das Dorf die steile Lage wettzumachen ist.

Bürgermeister Jochen Vogel (CSU) könnte sich vorstellen, dass die Gemeinde für die Zufahrt sorgt. Oberhalb eines vorerst angenommenen Stichwegs würden fünf bis sechs unterschiedlich große Bauplätze liegen, unterhalb wäre eine Begrünung sinnvoll. Die Zufahrt würde vom Winterdienst befahren werden.


Vorgaben gelockert

Die Gemeinde sieht sich gezwungen, etwas zu unternehmen, "sonst liegen die Grundstücke wieder 20 Jahre brach", so Vogel. Für die seit den 90-er Jahren bereitliegenden Grundstücke in der Frühlingstraße 4 bis 14 war zunächst der Kaufpreis verbilligt, dann der Bebauungsplan "aufgeweicht" worden. Doch lassen ernsthafte Interessenten immer noch auf sich warten. Der Gemeinderat war sich darüber einig, dass man darüber erst entscheiden könne, wenn ein Plan und eine Kostenschätzung vorliegen.


Anschreiben an Eigentümer

Noch nicht ganz so lang, aber dennoch viel zu lange, wird über die Ortsdurchfahrt durch Kothen gesprochen. Die Gespräche für den Grunderwerb sind "nicht vorangekommen", so Bürgermeister Jochen Vogel. Knackpunkt bleibt die Engstelle um das Gasthaus Zur Postkutsche und dem Getränkemarkt. Beide Inhaber wären bereit, Teile ihrer Grundstücke zu "opfern", denn es geht um jeden Zentimeter.

Damit es schneller geht, wird der Rathauschef die Anlieger an der Engstelle anschreiben und die vom staatlichen Bauamt in Schweinfurt modifizierten Pläne beifügen. Bis Ende Juni sollen die Anwohner sich zum neuen Planungsentwurf äußern. Sollte auch dann keine einvernehmliche Lösung gefunden werden, werde das Planfeststellungsverfahren eingeleitet. "Es geht hier nicht um Enteignung", betonte Vogel, "sondern um einen gewissen Druck, dass verkauft werden muss."

Der modifizierte Plan sieht die Strecke von Speicherz kommend bis zur Postkutsche als "unproblematisch" an. Dort allerdings war bislang eine Gehweg-Breite von 1,50 Metern vorgesehen gewesen, wodurch sich die Breite der Straße auf 5,50 Meter verringert hätte. "Damit stimmen wir nicht überein", sagte Vogel. Die Staatsstraße bleibe auch weiterhin Umleitungsstrecke für die Autobahn, deshalb: "Jeder Zentimeter, den wir gewinnen, macht es leichter", so Vogel.

Die erste Maßnahme wäre die Verringerung der Gehwegbreite auf 1,25 Meter. Eine auf den Gehweg herausragende Treppe opfere Jürgen Kessler von der Postkutsche gerne, "wenn nur die Engstelle weg ist."


Mauer versetzen

Sein Nachbar Alexander Möller vom gegenüberliegenden Getränkemarkt würde eine Mauer versetzen lassen, was wieder 20 Zentimeter für die Straße hergeben würde. "Wir müssen auf jeder Seite noch etwas rausschinden, denn Ziel ist, die Straße so breit wie möglich zu machen", sagte Jochen Vogel.

Zwischen der Straße "Zum Schmelzhof" und der "Herrengasse" steht bereits ein von der Gemeinde gekauftes Haus zum Rückbau bereit, wodurch die Ausfahrt aus der Herrengasse besser einsehbar werden soll. Damit die Straßenführung angepasst werden kann, muss auch in diesem Bereich Grund erworben werden.

Im vergangenen Jahr war bereits der Grundsatzbeschluss für die Traglasterhöhung der Brücke in der Auersbergstraße in Kothen getroffen worden. Nun ging es um die Gestaltung des Umfelds, die Bedingung für die finanzielle Förderung ist. Im ersten Entwurf des Planungsbüros müssen auf jeden Fall die Container weichen. Die Furt soll erhalten bleiben, der Bachlauf begradigt werden. Entlang der kleinen Sinn ist bis zum Sportplatz ein Pfad angedacht. Jetzt müssen erst noch die Kosten ermittelt und die Fördermöglichkeiten geklärt werden.

Gemeinderat Markus Bug (Freie Wähler Kothen-Motten-Speicherz) hatte sich über die Gestaltung des Sinn-Umfelds bereits Gedanken gemacht. Ein "Stadtstrand in klein", eine Stufenanlage am und im Wasser sowie ein Wasserspielplatz im Bereich um die Furt hält er für sinnvoll und attraktiv. Große Steine würden zudem die Strömungsstärke verringern. Bis Ende September müsse eine genehmigungsfähige Planung vorliegen, wenn das Vorhaben im kommenden Jahr realisiert werden soll. Bürgermeister Jochen Vogel kündigte an, den ersten Entwurf mit den Ideen von Markus Bug an ein Planungsbüro zu geben. Der Gemeinderat stimmte geschlossen dafür.


Vergaben

Der Gemeinderat bewilligte schließlich den Bauantrag für den Neubau eines Einfamilienhauses mit Carport und Abstellraum im Johannisplatz in Kothen.

Bürgermeister Jochen Vogel gab die Vergaben für die Arbeiten an der Quelle bekannt. Die Sanierung ging mit einem Betrag von etwas mehr als 466 000 Euro an Brand Bau aus Rieneck, die Arbeiten an der Hydraulik wurden an Firma Lippold aus Weidenweg mit 21 500 Euro vergeben und die Elektrik übernimmt die Firma Siemens aus Würzburg mit 29 000 Euro.