Wer im Altlandkreis Bad Brückenau unterwegs ist, dem fallen an den Berghängen und auf den Wiesen am Wegesrand immer wieder meist braune Tupfer in der Landschaft ins Auge. Bei näherem Hinsehen entpuppen sich diese Tupfer als fellige Lebewesen. Zahlreiche Rinder grasen auf den grünen Wiesen der Rhön und bieten der Betrachterin oder dem Betrachter eine ländliche Idylle.

Doch wie viele Rinder gibt es im Altlandkreis eigentlich genau? Wie sieht es in Sachen Rinderhaltung direkt hinter der Grenze zu Hessen aus? Und wie viele Rinder gab es in der Region vor 20 Jahren?

In Oberleichtersbach gibt es die meisten Rinder

Ein Blick auf die Zahlen, die am Landratsamt Bad Kissingen vorliegen, zeigt: Spitzenreiter im Altlandkreis in Sachen Rinderhaltung ist die Gemeinde Oberleichtersbach. 2605 Rinder kann man dort - im Stall oder auf der Weide - antreffen. Mit knapp 1000 Rindern weniger folgt die Gemeinde Schondra auf Platz 2.

Die Gemeinde Geroda nimmt mit aktuell 1314 Rindern den dritten Platz im Altlandkreis ein. Darauf folgen Zeitlofs mit 941 Rindern und Motten mit 675 Rindern. Schlusslichter in Sachen Rinderhaltung sind Bad Brückenau (88), Wildflecken (64) und Riedenberg (35).

Ein Blick über die Grenze nach Hessen macht große Unterschiede deutlich. In den an den Altlandkreis Bad Brückenau angrenzenden Gemeinden gibt es jeweils deutlich mehr als 2000 Rinder. Spitzenreiter bei den hessischen Anrainern ist Ebersburg mit 3095 Rindern. Das sind noch einmal knapp 500 Rinder mehr als in der Gemeinde Oberleichtersbach, dem Spitzenreiter des Altlandkreises. Ebersburg wird auf hessischer Seite gefolgt von den Gemeinden Kalbach (2960) und Sinntal (2583). In Gersfeld gibt es 2360 Rinder.

Wesentlich weniger Rinder im Altlandkreis Bad Brückenau als früher

Auch ein Blick in die Vergangenheit und die Daten des Bayerischen Landesamtes für Statistik zeigt große Unterschiede. Vor 20 Jahren - im Jahr 2001 - gab es in den Kommunen des Altlandkreises insgesamt noch knapp 27 000 Rinder. Heute sind es zusammengenommen mit 7357 Rindern rund 73 Prozent weniger als damals.

Der Rückgang der Bestände spiegelt sich auch in den Zahlen der einzelnen Kommunen wider. Während Spitzenreiter Oberleichtersbach aktuell 2605 Rinder vorzuweisen hat, waren es vor 20 Jahren noch 6839 Rinder. Mit diesem Wert lag die Gemeinde auch damals an der Spitze des Altlandkreises.

Prozentual am stärksten zurückgegangen ist die Anzahl der vor Ort gehaltenen Rinder auf dem Gebiet der Stadt Bad Brückenau. Während dort vor 20 Jahren noch knapp 600 Rinder lebten, sind es aktuell nurmehr 88. Das entspricht einem Rückgang von rund 85 Prozent.

In der Gemeinde Ebersburg beispielsweise, dem angrenzenden Spitzenreiter auf hessischer Seite, hat die Zahl der Rinder ebenfalls abgenommen, allerdings wesentlich weniger stark. Nach Daten des Hessischen Statistischen Landesamtes gab es dort im Jahr 1999 insgesamt 3493 Rinder, rund 400 Tiere mehr als heute.