Das "Dorint Resort & Spa Bad Brückenau" hat einen neuen Chef: Seit dem 1. November leitet Michael Demmerle als Direktor die Geschicke des Vier-Sterne-Superior-Hotels im Staatsbad. Der 57-Jährige folgt auf Sven Näser, der in Bad Vilbel eine neue Stelle innerhalb der Hotelkette angetreten hat, und Interimsdirektor Tim Grave. Im Gespräch mit der Redaktion berichtet Demmerle von seinen ersten Eindrücken und seinen Plänen für das Hotel - und die Region.

Sie sind am 1. November als neuer Hoteldirektor des Dorint Bad Brückenau gestartet. Wie gefällt es Ihnen bislang?

Michael Demmerle: Es ist ein sehr, sehr schönes Hotel und ein interessantes und tolles Objekt. Da wir mit den Bereichen Spa, Tagungen und Urlaub viele Zielgruppen ansprechen, ist die Tätigkeit sehr abwechslungsreich. Und das Team hier ist wirklich toll. Ich muss mich natürlich noch einfinden, aber ich fühle mich schon sehr, sehr wohl hier. Auch von Frau Schallenkammer, der Kurdirektorin, und ihrem Team wurde ich sehr freundlich empfangen.

Wo haben Sie zuletzt gearbeitet?

Ich war in den vergangenen vier Jahren als Direktor im Dorint An den Westfalenhallen in Dortmund tätig. In der Hotellerie bin ich aber schon seit 1983. Ich habe das Geschäft von der Pike auf gelernt. Über die Jahre war ich dann meist im bayerischen Raum unterwegs und habe auch schon Bad-Erfahrung. Ich war unter anderem in Bad Griesbach, Bad Hindelang und Bad Neuenahr tätig. Da passt Bad Brückenau gut. Ursprünglich komme ich aber aus der Pfalz. Ich bin ein echter ,Pälzer Bub‘, wie man bei uns sagt.

Sie haben den Beruf von der Pike auf gelernt. Als was haben Sie angefangen?

Ich habe mit einer Ausbildung zum Restaurantfachmann begonnen und anschließend noch eine Ausbildung zum Hotelkaufmann gemacht. Dann war ich eine Zeit lang in den USA unterwegs. Zurück in Deutschland habe ich schließlich bei einer Hotelgruppe noch ein Management-Trainee-Programm absolviert und seitdem an verschiedenen Orten gearbeitet. Gerade in jungen Jahren bin ich viel gereist und habe viele Facetten der Hotellerie kennengelernt. Mit dem Alter wird man dann aber doch etwas sesshafter (lacht).

Was begeistert Sie an Ihrer Tätigkeit?

Für mich ist es der schönste Beruf der Welt. Meine Eltern haben sich gewünscht, dass ich etwas Bodenständiges mache, Bankkaufmann oder so (lacht). Aber ich wollte schon immer mit Menschen zu tun haben. In der Hotellerie lernt man die unterschiedlichsten Menschen kennen und kommt viel herum. Jeder Tag ist anders. Das macht mir sehr viel Spaß, und ein Beruf muss Spaß machen, damit man sich wohlfühlt. Für mich hat sich nie die Frage gestellt, etwas anderes zu machen.

Warum haben Sie sich für Bad Brückenau entschieden?

Zunächst war Dorint durch meine Anstellung in Dortmund ohnehin schon mein Arbeitgeber. Da ergibt sich so etwas oftmals, und die Stelle in Bad Brückenau wurde frei. Ich bin ein Mensch, der Herausforderungen liebt. Die Konstellation mit den verschiedenen Zielgruppen, die das Hotel hier anspricht, ist sehr interessant. Und es war schon immer so, dass meine Frau und ich uns eher im Grünen wohl gefühlt haben. Uns gefällt auch die Gastgeberrolle in der Resorthotellerie. Aktuell ist meine Frau noch auf Schloss Elmau tätig. Sie kommt aber im Dezember nach.

Sie führen das Hotel künftig also zusammen mit Ihrer Frau. Gibt es da kein Konfliktpotenzial?

Wir haben schon in verschiedenen Häusern zusammengearbeitet. Das klappt ganz gut, weil wir Beruf und Privates gut trennen können, und auch die Aufgaben teilen wir uns. Meine Frau kümmert sich um den Restaurantbereich, ich eher um das Administrative. Uns ist aber auch eine Hands-on-Mentalität wichtig. Wir packen gerne mit an, wenn es irgendwo klemmt. Es ist zudem nicht ungewöhnlich, dass man uns zum Frühstück oder Abendessen im Hotel sieht. So sind wir nah am Team und an den Gästen.

Was war Ihr erster Eindruck vom Staatsbad, und haben Sie die Umgebung schon kennengelernt?

Die Anlage hier ist fantastisch. Da sind zum einen die sehr beeindruckenden Gebäude, und zum anderen ist alles sehr gepflegt. So eine Konstellation findet man in Deutschland nicht so oft. Es ist eine wunderbare Atmosphäre, die durchaus ein Alleinstellungsmerkmal ist. Man kann hier im Staatsbad ja nicht nur Urlaub machen, sondern zum Beispiel auch heiraten. Von der Umgebung habe ich in der Theorie schon viel gehört, aber die Praxis fehlt größtenteils noch (lacht).

Wie ist das Dorint Bad Brückenau bisher durch die Corona-Pandemie gekommen?

Die Hotellerie war eine der mit am stärksten betroffenen Branchen. Wir waren bei den Ersten, die zumachen mussten, und bei den Letzten, die wieder öffnen durften. In den vergangenen fünf, sechs Monaten ist das Haus aber gut gefahren, was die Auslastung betrifft. Der Inlandstourismus spielt dabei eine wichtige Rolle. Schwieriger ist das Thema Personal. Hier sind der Branche leider viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abgesprungen.

Welche Pläne haben Sie für das Hotel?

Ziel ist es, die Qualität zu halten und diese an der ein oder anderen Stelle noch zu optimieren. Wir müssen dafür eine Struktur schaffen, die der Auslastung gerecht wird. Die Mitarbeiterrekrutierung ist hier die Hauptaufgabe. Das Haus ist in einem sehr guten Zustand. Unsere bewährten Zielgruppen wollen wir beibehalten, und im Gesundheitsbereich zukünftig noch etwas stärker Fuß fassen. Ich entwickele außerdem auch sehr gerne Regionen. Im Allgäu war ich zum Beispiel im Touristikbeirat, und in Bad Hindelang habe ich den Erlebnisweihnachtsmarkt mit auf die Beine gestellt. In Bad Brückenau möchte ich mich in dieser Hinsicht ebenfalls einbringen. Die Region hat einiges an Potenzial.