Zumindest vorerst auf dem Papier ist der Klimaschutz in den Kommunen angekommen. Doch vorher ist noch viel zu erledigen. Der erste Schritt dafür wurde in der letzten Bad Brückenauer Stadtratssitzung gemacht. Der Stadtrat begrüßte ohne Gegenstimme das Vorhaben, ein Klimaschutzkonzept durch einen Klimaschutzmanager erstellen zu lassen.

Was das konkret bedeutet, stellte Kämmerin Julia Spahn vor: Der Bewilligungszeitraum für Fördermaßnahmen betrage in der Regel 24 Monate. Eine solche Maßnahme könnte eine Beratung im Bereich Klimaschutz sein. Öffentliche Gebäude, der Straßenunterhalt, die Ver- und Entsorgung in der Gemeinde könnten auf Herz und Nieren, sprich, auf Treibhausgasemissionen und Klimafreundlichkeit untersucht werden.

Neue Stelle?

So kann im Rahmen des Förderprogramms auch eine Stelle für das Klimamanagement geschaffen werden. "Ein Klimamanager könnte Maßnahmen für konkrete Vorhaben der Stadt erarbeiten", stellte Spahn die Optionen einer Förderung vor. Diese ist seit 2019 für bayerische Kommunen abrufbar und sieht grundsätzlich eine Förderung von 70 Prozent vor. Die Förderquote erhöht sich bei Antragstellung bis Ende des Jahres um weitere zehn Prozentpunkte.

Grund für eine solche Förderung ist es, gemeinsam die nationalen Klimaziele zu erreichen.Deshalb sollen auch Kommunen ihren Teil zur Reduzierung von Treibhausgasen beitragen, so heißt es in der Erklärung des Umweltministeriums. Bürgermeister Jochen Vogel (CSU) befürwortete die Maßnahme. "Das können wir in Bad Brückenau gut gebrauchen", bestätigte er.

Ideen genug

Im Stadtrat stieß das Thema auf großes Interesse. Jürgen Pfister (PWG) fragte nach, ob es die Möglichkeit gebe, das Klimamanagement auf alle Allianzkommunen auszuweiten. David Fronczek (SPD) erkundigte sich nach dem Grund für die Befristung der Stelle. Es wurde auf die grundsätzliche Möglichkeit verwiesen, nach der Förderperiode die Stelle eigenständig über die Stadt weiter zu finanzieren.

Der Bürgermeister ging auf zwei ganz konkrete Projekte ein, die er sich für ein Klimaschutzkonzept vorstellen könnte: "Zum Beispiel könnte man Themen wie den Klimawald oder das Hochwassermanagement darüber umsetzen." Spahn fügte hinzu, dass im Rahmen einer Förderung eines Klimaschutzkonzeptes mindestens eine Maßnahme umgesetzt werden müsse. Nur somit sei eine Förderfähigkeit gegeben.

Dieter Seban (CSU) sieht ebenfalls viele weitere Ansätze für das Thema wie die Prüfung des Bahnhofsgebäudes oder die Sanierung der Sinnflut. Er fragte nach, ob das Klimamanagement mit diesen Projekten verbunden werden könnte. Die Verwaltung wird dies im Rahmen der weiteren Antragstellung prüfen.