Die Sonne steht hoch am Himmel und lässt das satte Violett noch kräftiger strahlen. Die große Wiese voller Lupinen ist eigentlich ein recht hübscher Anblick für den arglosen Wanderer, der auf seinem Weg durch die Schwarzen Berge zieht. Doch der kleinen Gruppe aus Vertretern des Landratsamtes und des Bund Naturschutz ist dieser kräftige Farbton ein Dorn im Auge, heißt es in einer Pressemitteilung des Bund Naturschutz (BN).

Landrat Thomas Bold (CSU) ist an diesem Nachmittag unterwegs in den Schwarzen Bergen, um sich einen Überblick über die Arbeiten zur Eindämmung der Vielblättrigen Staudenlupine (Lupinus polyphyllus) zu verschaffen.

Landwirten, Landratsamt und Naturschutz

In den vergangenen drei Jahren wuchs ein breites Bündnis aus Landwirten, Landratsamt und Naturschutz, das sich die Verdrängung dieser invasiven Pflanze auf die Fahnen geschrieben hat. Neben den Landwirten sind, organisiert von der Gebietsbetreuung für die Schwarzen Berge, auch zahlreiche Helfer vom Bund Naturschutz, der Bergwacht in Oberbach, den Mountainbikern aus Platz sowie die Hammelburger Lebenshilfe im Einsatz, die mit dem Ampferstecher die mitunter meterlangen Lupinenwurzeln ausgraben. "Die Lupinen gefährden die wertvollen Goldhafer-Storchenschnabel-Wiesen in den Schwarzen Bergen, auf denen viele selten gewordene Pflanzen- und Tierarten anzutreffen sind", erläutert Gebietsbetreuerin Simone Hepp. Julia Kleinwechter von der Unteren Naturschutzbehörde ergänzt, dass sich die Lupinen auf einigen Flächen, wie hier am Eisernen Kreuz in den letzten Jahren ungehindert ausbreiten konnten. An solchen Stellen sei es nahezu unmöglich, dem Problem mit dem Ampferstecher und den momentanen Mitteln beizukommen.

Lupinen haben aufgrund ihrer langen, tief liegenden und weit verzweigten Wurzeln ein schier unermessliches Potenzial zur Regeneration. Auf großflächig bewachsenen Wiesen besteht daher nur die Chance auf eine Zurückdrängung durch konsequentes zweimaliges Mähen vor der Samenreife. Dadurch wird das Wurzelwerk auf Dauer geschwächt. Für diese Art der Bekämpfung benötigt man jedoch einen langen Atem. Mindestens sieben Jahre, so schätzen Fachleute der Uni Gießen, die Versuche auf Parzellen in der Langen Rhön durchführen, braucht es, um die Lupinen wirklich von der Fläche zu bekommen. "Wichtig ist es zudem, die einmal befallenen Flächen auch weiterhin im Auge zu behalten. Nur so ist es möglich, den Erfolg der Maßnahmen auch dauerhaft zu gewährleisten", so die Gebietsbetreuerin. Lupinensamen sind in der Lage, jahrzehntelang im Boden zu überdauern, und auch auf den mit dem Ampferstecher bearbeiteten Flächen reichen kleinste, abgerissene Wurzelstücke aus, um die Pflanze wieder ergrünen zu lassen.

Mehr Geld zur Bekämpfung

Bei der Begehung am Eisernen Kreuz verwies Franz Zang von der BN-Kreisgruppe Bad Kissingen auch auf die finanziellen Mittel zur Lupinenbekämpfung in der Langen Rhön. Dort haben die Verantwortlichen ein wesentlich höheres Budget zur Hand. "Es muss möglich sein, die Gelder zur Bekämpfung ähnlich wie in der Langen Rhön zur Verfügung zu stellen", zeigt sich auch Landrat Thomas Bold überzeugt, dass damit das Problem langfristig besser in den Griff zu kriegen sei.

Alle Beteiligten waren sich einig, auf einem guten Weg zu sein. Die Anstrengungen vom Anfang müssten jedoch in Zukunft noch weiter verstärkt werden, um dem Problem auch dauerhaft beizukommen.