Unter zwei Aspekten soll die Neugestaltung des Friedhofs in Motten gesehen werden: einem kurzfristigen und einem mittelfristigen. "Kurzfristig besteht Handlungsbedarf", erklärte 1. Bürgermeisterin Katja Habersack (parteilos). Mehr Urnengräberplätze würden benötigt, auf dem Mottener Friedhof gebe es nur noch zwei oder drei freie Urnenplätze.

Auch wenn hier kurzfristig reagiert werden müsse, sollen diese Überlegungen in Zusammenhang mit der Kirchumfeldgestaltung gesehen werden. Sobald die Planungen für das Kirchumfeld vorlägen, könne man auch eine Neugestaltung des Friedhofs angehen. Grundsätzlich sprach die Rathauschefin von einer "Aufwertung. Hier gibt es sicherlich noch Potenzial nach oben". Auch "alternative Bestattungsmöglichkeiten" sollten mit einbezogen werden.

Akuter Bedarf an Urnengräbern

Die Lösung des akuten Bedarfs an Urnengräbern entwickelte sich im Gespräch zwischen den Gemeinderäten. Der bestehende Asphaltweg, der zur ehemaligen Leichenhalle führte, soll zurückgebaut werden, das rechts davon befindliche Gemeindegrab soll versetzt werden. Auf Anregung von 2. Bürgermeisterin Ute Becker (WG Motten) könne zumindest das Kreuz am Ende des statt des Asphaltweges angedachten Fußweges aufgestellt werden. Den konkreten Standort wird der Bauausschuss besprechen. In Verlängerung zu bereits bestehenden Urnengräbern sollen neue angelegt werden. Von den vier Kindergräbern werden drei eingeebnet. Mit den Angehörigen sei dies bereits besprochen worden.

"Für die nächsten zwei, drei Jahre ist das ausreichend", sagte Habersack bezüglich des dadurch entstandenen Platzes. Danach könne man im Zuge der Gestaltung des Kirchumfelds die weitere Gestaltung planen.

Konzept für die Friedhofsgestaltung

Spontan wurde ein Beschluss zu einer weiteren Idee von Ute Becker gefasst: Ein "Friedhofsausschuss" wurde gebildet. Er soll, noch bevor in zwei oder drei Jahren die Planungen für das Kirchumfeld aufgenommen werden, zu Fragen und Problemen bezüglich der Grabgröße oder der Standorte "eine grobe Richtung vorgeben", so die 2. Bürgermeisterin. Sie sowie Katja Habersack, Andrea Wirsing, Steffen Herbert, Guido Schreiner und Thomas Statt wollen sich mit einem Konzept für die Friedhofsgestaltung befassen.

Zwei Bauvoranfragen nicht zugestimmt

Gleich zwei Bauvoranfragen hatte ein Bauherr aus Kothen gestellt, die die Gemeinderäte intensiv beschäftigten. Die beiden Vorhaben waren für die Ecke Herrengasse/ Zum Schmelzhof vorgesehen. Es handelt sich einmal um ein Mehrfamilienwohnhaus mit einer Tiefgarage. In einer Variante hierzu verläuft die Tiefgarage unter dem gesamten Grundstück, in einer zweiten Variante werden Abstandsflächen zum Nachbargrundstück eingehalten. Keine der beiden Möglichkeiten wollten die Räte bewilligen. Sowohl sei dies ein "gigantischer Klotz", so Ute Becker, als auch "sehr schwer zu bewerten ohne Skizze", so Steffen Herbert (WG Motten). Planungsunterlagen liegen derzeit nicht vor, da es sich erst um eine Bauvoranfrage handelte.

Aber auch die zweite Bauvoranfragen für ein weiteres Mehrfamilienwohnhaus wurde abgewiesen. Obwohl die Anfrage laut erster 1. Bürgermeisterin grundsätzlich genehmigungsfähig sei, mehrten sich unter den Räten die Bedenken. Auch in diesem Fall fehle es an einer Skizze. "Mir sind die Unterlagen zu dünn", sagte Gemeinderat Alfons Erb (WG Motten) und verweigerte zusammen mit allen anderen Räten die Zustimmung.

Bauanträge genehmigt

Keine Bedenken gab es hinsichtlich zweier Bauanträge. In Kothen darf am Johannisplatz ein Einfamilienhaus mit Carport errichtet werden. Alle Vorgaben des Bebauungsplans werden eingehalten, der Carport ist sogar genehmigungsfrei. In Motten darf in der Knorrstraße ein offener Unterstellplatz gebaut werden.

Mobiles Testteam in Motten

Katja Habersack informierte über das mobile Testteam der med3group. Bereits vergangenen Woche bestand an zwei Terminen die Gelegenheit zum kostenlosen Corona-Schnelltest ohne Anmeldung. Diese Gelegenheiten seien sehr gut angenommen worden. Seit dieser Woche gibt es auch die Möglichkeit, dass Kinder unter acht Jahren einen Spucktest machen können. Die mobile Testeinheit kommt diese Woche am Freitag, 23. April, von 9 bis 10 Uhr, und am Samstag, 24. April, von 15.45 bis 16.45 Uhr ans Rathaus in Motten. Sobald es regelmäßige feste Termine gibt, könne dies im Gemeindeblatt veröffentlicht werden. Momentan werden die noch kurzfristig anberaumten Termine via facebook und der Homepage der Gemeinde Motten bekanntgegeben. Zudem gibt es im MVZ der Franz von Prümmer-Klinik von Montag bis Freitag, zwischen 13.30 und 16 Uhr ebenfalls die Möglichkeit zu kostenlosen Schnelltests.