Mit einer ungewöhnlichen, aber umso schöneren Idee haben die beiden Bischofsheimer Stadträte Klaus Seiffert und Stephan Zimmermann in der Zeit zwischen den Jahren für jede Menge Bewegung gesorgt. "Christbaumkurbeln" nennen sie ihre Aktion, bei er es darum ging, in Bischofsheim und seinen Ortsteilen von Christbaum zu Christbaum zu radeln, ein Selfie zu machen und es einzuschicken.

"Die Aktion ist toll angekommen. Wir hätten nie mit so vielen Teilnehmern gerechnet", freuen sich die beiden Ideengeber. Letztlich waren knapp 80 Teilnehmer, bei durchaus widrigen Witterungsbedingungen, unterwegs. Dabei war die Idee zunächst eine ganz andere. Es sollte am 27. Dezember eine Mountainbike-Aktion mit den örtlichen Gastronomen stattfinden. Angedacht war eine Art Stationsfahrt auf einer vorher festgelegten Strecke, mit kleinen Sonderaktionen der Gastronomen, wie einen Bratwurst- oder Glühweinstand.

Dann kam der Lockdown, und die Idee konnte nicht umgesetzt werden. Doch Klaus Seiffert und Stephan Zimmermann ließen sich nicht beirren. Sie passten ihr Konzept den veränderten Bedingungen an. Die Aktion wurde auf die Zeit vom 27. bis 31. Dezember ausgeweitet. Es ging nun von Christbaum zu Christbaum, und damit war auch der Name "Christbaumkurbeln" gefunden.

Zwei Strecken zusammengestellt

Zwei alternative Strecken stellte Stephan Zimmermann zum Download zusammen, die jeder Interessierte zu dem ihm passenden Zeitpunkt absolvieren konnte. Einmal ging es für "Extrem-Sportler" über den Kreuzberg mit insgesamt 28,7 Kilometern und 640 Höhenmetern. Und eine zweite Strecke führte durch alle Bischofsheimer Ortsteile, mit 27 Kilometern und 420 Höhenmetern, für die "Christbaumradler". Klaus Seiffert erstellte eine Internetseite mit Online-Anmeldemöglichkeit, und schon konnte es losgehen, frei nach dem Motto: "Schnappt Euer Mountainbike und geht raus an die frische Luft, dem Weihnachtsspeck an den Kragen." Die Kooperation mit den interessierten Gastronomen musste allerdings ausgesetzt werden.

Alle Ortsteile wurden erfasst, eine Tour führte zudem über den Kreuzberg. Als "Beweis" dienten Selfies, die nun zu einer großen Collage für die Internetseite  zusammengestellt wurde. "Den Teilnehmern hat es besonders gut gefallen, dass es ein kein Wettkampfevent ist, sondern eine Anregung, zum Draußen-Unterwegs-Sein", berichtete Klaus Seiffert von durchweg positiven Rückmeldungen. Nicht nur aus Bischofsheim und den Ortsteilen, sondern auch den Nachbarkommunen der Kreuzbergallianz sowie aus Bad Neustadt, Mellrichstadt und Bad Kissingen waren Teilnehmer mit dabei.

Interessenten aus dem Bereich Würzburg, Frankfurt und Erfurt wären gerne gekommen, verzichteten aber wegen des Lockdowns auf die lange Anfahrt. Um auch hier dem Gemeinschaftsgedanken Rechnung zu tragen, wurde ihnen die Möglichkeit gegeben, in ihrer eigenen Umgebung eine Tour zu fahren und Selfies mit den dortigen Christbäumen zu schicken. "Das wurde gerne angenommen und stärkte die Idee, da es letztlich um Bewegung und Sport in der Natur geht", betonte Seiffert. Auch diese Selfies sind selbstverständlich in die Collage aufgenommen worden.

Tour auch zu Fuß möglich

Angedacht war das Event als reine Mountainbike-Aktion. Doch nachdem ab 28. Dezember verstärkt Schnee in der Rhön fiel, konnte die Tour auch zu Fuß zurückgelegt werden, da nicht jeder eine Schneeausrüstung für sein Mountainbike hat. Dennoch haben einige die Herausforderung mit dem Schnee angenommen, wobei lustige Bilder entstanden sind. "Das Mitmachen war letztlich wichtig", so Seiffert. Den beiden Akteuren war es aber auch wichtig, die heimischen Gastronomen und Gewerbetreibenden zu unterstützen. Deshalb haben sie als Preis den Böschemer Geschenkgutschein ausgewählt. Jeder Teilnehmer zahlte bei der Anmeldung 15 Euro, die ersten 50 bekamen nach erfolgreich absolvierter Tour einen "Böschemer"  im Wert von 20 Euro. Die Differenz spendierte die Stadt Bischofsheim.  Alle weiteren Teilnehmer haben zusätzlich zur Urkunde "Böschemer Geschenkgutscheine" im Wert von 15 Euro für ihre Teilnahme erhalten.

Der Geschenkgutschein kann in über 60 teilnehmenden Betrieben eingelöst werden. Das "Christbaumkurbeln" wurde als so coole Idee angenommen, dass Teilnehmer heute schon fragen, ob im nächsten Jahr zwischen den Jahren eine ähnliche Aktion starten wird. "Wichtig ist ihnen dabei, dass es kein Rennen ist, sondern einfach eine sportliche Aktivität ohne Druck", erklärte Seiffert. Beide Initiatoren sind offen, das Event zu wiederholen. Durch die neue Homepage wurde die entsprechende Plattform geschaffen. "Natürlich hoffen wir, dass es dann mit den Gastronomen geht und mit Geselligkeit am Marktplatz. Wer mehr über das Christbaumkurbeln und die komplette Collage sehen möchte, findet sie auf der Homepage. Wie groß das Interesse ist zeigen auch die Zugriffszahlen. Im Dezember waren es 2500 Besucher - und in der ersten Januarhälfte etwa 600.