Obwohl es ein trüber und regnerischer Tag im Staatsbad Brückenau ist, fällt ausreichend Licht durch die neue Sprossenfenster- und Türenfront der Wandelhalle. Die in Weiß gehaltenen Wände und die weiße Decke tragen ihr Übriges dazu bei, dass es in der imposanten Halle auch ohne Einschalten der elektrischen Beleuchtung und trotz des trüben Wetters recht hell ist.

Schon jetzt lässt sich erahnen, wie das Gebäude nach seiner vollständigen Sanierung auf Besucherinnen und Besucher wirken wird: Einladend, angenehm ruhig, mit einer gewissen Leichtigkeit und viel Nähe zur Natur, gegeben durch die breite Fenster- und Türenfront zum Landschaftspark hin.

Fertigstellung der Wandelhalle später als geplant

Ursprünglich sollte die Sanierung der Wandelhalle eigentlich bereits im Spätsommer 2021 abgeschlossen werden. Doch wie so oft im Bauwesen hat sich der Termin nach hinten verschoben. "Die Firmen haben wahnsinnig viel zu tun, viele Baustellen, und die Planer auch", berichtet Andrea Schallenkammer, die Kurdirektorin des Bayerischen Staatsbades Bad Brückenau. Auch sei man von Lieferschwierigkeiten beim Baumaterial betroffen gewesen. Insgesamt stehe die Qualität an erster Stelle. Man baue hier für die nächsten 20, 30 Jahre.

"Ich hoffe, dass wir im März wieder Gäste in der Wandelhalle begrüßen können", sagt Schallenkammer. Das durchgängige Angebot der Trinkkur - sieben Tage die Woche an 365 Tagen im Jahr - fehle schon. Im Gegensatz zur Wandelhalle könne man das Kursaalgebäude nicht durchgängig offen lassen.

Wandelhalle und Wandelgang rührten ursprünglich daher, dass auch im Winter den Kurgästen ein geschütztes Wandeln ermöglicht werden sollte, erklärt Schallenkammer den Hintergrund des Gebäudes.

Medientechnik fehlt derzeit noch

Was aktuell noch fehlt, ist unter anderem die Medientechnik, wie die Kurdirektorin berichtet. An der Stirnseite der Wandelhalle soll dabei eine Art Medienwand entstehen. Die Halterungen für die Monitore sind bereits angebracht. Auf diesen könne dann bei Inszenierungen oder bei Präsentationen von Firmen entsprechendes Bild- oder Videomaterial eingespielt werden, erklärt Schallenkammer. In der Mitte der Wandelhalle indes sollen längs noch drei kleinere Brunnen installiert werden.

Insgesamt ist die bespielbare Fläche der Wandelhalle ein Stück kleiner geworden, was aber zum Glück nicht auffalle, berichtet Schallenkammer. So ist hinter der Wand an der Stirnseite ein Lagerraum entstanden, und dahinter ein weiterer kleinerer Raum, der sich als Rückzugsmöglichkeit für die Künstlerinnen und Künstler anbietet, die in der Wandelhalle auftreten werden.

Die Bühne ist zukünftig mobil. Man habe bei der Sanierung auch immer auf die Funktionalität geachtet, erklärt die Kurdirektorin. Das bedeute in einigen Bereichen auch eine Arbeitserleichterung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Eine Magnolie neben dem Wernarzer Tempel

Nicht nur im Inneren des Gebäudes, auch außerhalb hat sich einiges getan: So ist zum Beispiel vor der Wandelhalle ein befestigter Platz entstanden. Dieser ist mit einer Rampe für Lieferungen versehen, wie Schallenkammer erklärt.

Und neben dem Wernarzer Tempel steht - aktuell noch recht unscheinbar, aber mit der Zeit sicher ein Blickfang - eine junge Leonard Messel-Magnolie, die rosafarben blühen und ein weiteres optisches Highlight im Staatsbad sein wird.

Bauarbeiten sind indes auch im Haus Hirsch geplant. "Der Dachstuhl steht zur Sanierung an", berichtet Schallenkammer. Man arbeite gemeinsam mit dem Staatlichen Bauamt Schweinfurt an einer Lösung, wie sich das realisieren lasse. Das Häuschen datiert zurück ins Gründungsjahr des Bades - 1747, dementsprechend steht der Denkmalschutz an erster Stelle. "Die Denkmalpflege ist da zu Recht sehr streng mit uns", sagt Schallenkammer mit einem Augenzwinkern. Aktuell befindet sich im Haus Hirsch eine Corona-Teststation. Für eine spätere Nutzung gebe es Interessierte.

Rückblick und Ausblick der Kurdirektorin

2021 Das vergangene Jahr stand auch im Staatsbad im Zeichen von Corona. Schutz- und Hygienekonzepte mussten fortwährend an die sich ändernden Regeln angepasst werden, wie Schallenkammer berichtet. Man habe soweit möglich alles nach draußen verlegt. Die Pandemie habe die Kurverwaltung "massiv gebeutelt", berichtet die Kurdirektorin. Die Kurtaxeinnahmen beispielsweise hätten bei 50 Prozent der normalen Einnahmen gelegen. Man habe aber versucht, den wirtschaftlichen Schaden soweit möglich zu minimieren.

2022 Der Veranstaltungskalender für das neue Jahr ist gedruckt, vorbehaltlich möglicher Einschränkungen durch die Pandemie. Ein erstes Highlight ist das Dreikönigskonzert "Licht" des Bayerischen Kammerorchesters Bad Brückenau am Donnerstag, 6. Januar.