Ein kleines bisschen Klarheit. Mehr gibt es leider nicht für die Mitglieder des Sportkegelvereins Bad Brückenau (SKV). Nämlich, dass es nichts wird mit der Güterhalle des alten Bahnhofs als neuer Heimstatt für Sportler und Kegelbahn. Nun ruhen die vielleicht letzten Hoffnungen einzig auf dem Gebäude des Bad Brückenauer FC.

Bisher residieren die rund 100 Kegler noch in der Therme Sinnflut. Dort müssen sie weichen - wenn dort der Umbau und die Sanierung beginnt.

Wann genau das sein wird, weiß SKV-Vorsitzender Bernd Hörmann zwar nicht. Aber er hofft, dass die Sportkegler noch eine Saison bleiben dürfen. "Wegen Corona ist die aktuelle Spielzeit ja abgebrochen. Wir dürfen nicht spielen. Die neue Saison beginnt dann im September."

Seit kurz vor Weihnachten weiß Hörmann auch, dass die Idee, die ehemalige Güterhalle am alten Bahnhof zu nutzen, wohl nicht umzusetzen sein wird. "Das wird zeitlich nicht funktionieren."

Das bestätigt auch Bad Brückenaus Bürgermeister Jochen Vogel (CSU) auf Nachfrage. Es sei eine Frage der Schwerpunktsetzung. "Stand heute beginnen wir bei der Umgestaltung des Bahnhofsareals mit dem Busbahnhof und den Parkplätzen." Für den Übergang brauche es Ersatzflächen. Und die würden weiter hinten - am alten Bahnhof - liegen. Der wäre dann für die Kegler nicht nutzbar.

Baureihenfolge schlecht umkehrbar

Und wenn man die Baureihenfolge umkehrt, zuerst den ehemaligen Bahnhof samt (eigentlich zum Abriss vorgesehener) Güterhalle angeht? Vogel sieht auch das kritisch. Selbst wenn die dort ihr Konzept - Sport und Gastronomie - dort umsetzen wollten: Drumherum wäre ja Baustelle, das Ganze also schwer umzusetzen.

Bernd Hörmann sieht ein, dass der SKV auf dem Bahnhofsgelände zu spät zum Zuge kommen würde. Viel zu spät. 2023, vielleicht auch erst 2024, wäre die Umgestaltung wohl abgeschlossen.

Jochen Vogel hingegen spricht davon, dass, "wenn alles durchläuft, Ende des Jahres der Rückbau bei der Sinnflut beginnen" könnte. Möglicherweise dauere diese Baustelle drei Jahre.

Weil auch Vogel weiß, dass die Kegler nicht so lange durchhalten können, gab es Gespräche zwischen ihnen, der Stadt und der Regierung von Unterfranken als Förderstelle. Dabei rückte das FC-Vereinsgebäude an der Bahnhofstraße (weiter Richtung Staatsbad) wieder in den Blickpunkt.

Zwar ist die Halle laut Bernd Hörmann derzeit nicht nutzbar. Eindringendes Wasser habe den Boden zerstört.

Doch der SKV-Vorsitzende kann sich eine Sanierung vorstellen. Beim Bayerischen Landes-Sportverband hat er dafür eine Förderung beantragt - und zumindest vom Bezirksvorsitzenden eine Vorabzusage erhalten. Da Bad Brückenau als strukturschwaches Gebiet gelte, erhalte der Verein vielleicht noch 50 Prozent Aufschlag.

Genauere Zahlen kann Hörmann nicht nennen, weil er den Umfang der Sanierung nicht kennt. Die könnte aber wie folgt aussehen: Die in Holzständer-Bauweise errichtete alte Halle wird renoviert oder abgetragen und neu errichtet.

Das massiv gebaute Untergeschoss, in dem sich die Umkleiden des FC und die Vereinsgaststätte befinden, würde als Fundament dienen. Vorteil: Versorgungsleitungen, zum Beispiel für Wasser und Strom, wären vorhanden. Der Einbau der Kegelbahn inklusive Technik und Inneneinrichtung würde dann in etwa fünf Wochen in Anspruch nehmen.

Für Bernd Hörmann wäre das Projekt - die staatliche Förderung eingerechnet - eine den Kegelverein stark fordernde, aber leistbare Aufgabe. Zum Vergleich: Der Bau eines neuen Kegel-Domizils auf der grünen Wiese würde etwa eine Million Euro kosten. Auch hier hofft der SKV-Vorsitzende auf reichliche Förderung.

Bald wieder Fördergespräche

Stefan Richter, Vorsitzender des FC Bad Brückenau, möchte sich derzeit nicht zu den Plänen der Kegler äußern. Der Architekt bestätigt aber wie Hörmann, dass es bald wieder ein Gespräch geben soll zwischen ihm, Keglern, Stadt und Regierung von Unterfranken. Es gehe erneut darum, Fördermöglichkeiten auszuloten. Ein Termin steht aber noch nicht fest.