Roberto Kopp vom Eiscafé Venezia ist erleichtert. Die Soforthilfe, die er Mitte März beantragt hatte, wurde am 23. April überwiesen. Die Einschränkungen durch die Coronapandemie treffen die Familie besonders hart. Nur noch Straßenverkauf ist erlaubt, seit Montag dürfen die Kunden die Eisdiele ausschließlich mit einem Schutz für Mund und Nase betreten. Kopp geht davon aus, dass diese Situation noch bis in den Juni oder Juli andauern wird. "Das macht mir schon Sorgen", sagt er.

"Wenn Gastronomen nicht wenigstens in bestimmten Grenzen ihre Gäste bedienen dürfen, wird es schwierig." Ihm sei aber auch klar, dass er nicht nur für sich selbst Erleichterungen fordern könne "und die gegenüber bleiben zu". Das gute Wetter der vergangenen Wochen hat zumindest etwas geholfen. "Die Tage gehen vorbei und man hofft", beschreibt Kopp die Situation. Jeden Tag höre er Nachrichten, immer abwartend, was die nächste Entscheidung der Politik für ihn und sein Geschäft bedeutet.

Kerstin Schmidt (Name von der Redaktion geändert) ist ebenfalls eine Bad Brückenauer Unternehmerin. Ihre sechs Mitarbeiter sind seit Beginn der Krise in Kurzarbeit. Am 24. April sei endlich das Kurzarbeitergeld gezahlt worden. Auch 7500 Euro Soforthilfe habe sie inzwischen bekommen, nachdem sie zweimal den Antrag gestellt und vier Wochen und zwei Tage gewartet hatte. "Die Bürokratie ist komplizierter, als sie dargestellt wird", sagt sie. Doch das Geld helfe, um Miete, Nebenkosten und Zahlungen an die Versicherung zu decken. Bei rund 23.000 Euro laufenden Kosten im Monat insgesamt aber bleibt noch ein erheblicher Fehlbetrag.