Michael Garhamer verlässt Bad Brückenau. Noch nicht gleich, sondern erst zum 31. August dieses Jahres. Die Füße hochlegen wird der Chef der Bad Brückenauer Stadtwerke bis dahin nicht, er will noch viele Projekte vorantreiben. Die Suche nach einem Nachfolger besitzt indes große Priorität.

Die Rhön - sie hatte es Garhamer stets angetan. Unter anderem wegen ihrer Schönheit trat der Niederbayer aus Deggendorf seine Arbeit bei den Stadtwerken 2016 an. Nun verlässt der 57-Jährige Bad Brückenau bald wieder, "ganz schweren Herzens", wie er der Redaktion auf Nachfrage sagt.

Die Gründe für seinen Weggang seien familiärer Natur, teilt er weiter mit. Wobei Garhamer nicht detailliert darauf eingehen möchte. Nur soviel: Es gelang nicht, die Familie wie gewünscht in die Rhön nachzuholen.

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Einen Abgesang auf sein Engagement in Bad Brückenau jetzt nicht lesen. Es seien noch ein paar Monate und es gebe viel zu tun. So will Garhamer bis August noch die Planung für die Sanierung der Therme Sinnflut auf den Weg bringen. Ein Projekt, das seine viereinhalbjährige Amtszeit prägte, aber nicht das einzige war.

Auch die angestrebte Zusammenarbeit bei der Entsorgung der Abwässer entlang der Sinn bleibt für den 57-Jähreigen auf der Agenda. Auch wenn sich der Markt Wildflecken entschieden hat, in Oberbach eine eigene Kläranlage zu errichten. In Riedenberg steht die Entscheidung aus, wohin die Gemeinde anschließt. Für Garhamer und die Stadtwerke wäre es wohl die beste Entscheidung, wenn sie es nach Trübenbrunn täte. In die Sitzung des Riedenberger Gemeinderates am Donnerstag, 11. März, ist auch Michael Garhamer geladen. Er will dort nach eigenen Angaben "Perspektiven und Zusammenhänge" erläutern.

Ein drittes Projekt liegt dem scheidenden Stadtwerke-Chef für den Rest seiner Amtszeit am Herzen: die gemeinsame Entsorgung von Klärschlamm innerhalb der Brückenauer Rhönallianz. Dieser Schlamm, erklärt Garhamer, falle in jeder Kläranlage an - egal, wo sie stehe. Der 57-Jährige würde dessen Beseitigung gern in Trübenbrunn bündeln. "Ich stehe noch voll auf dem Gaspedal", sagt er über sein jetziges Arbeitsgefühl.

Garhamer sieht es als Erfolg seiner viereinhalb Jahre an, die Stadtwerke finanziell und wirtschaftlich auf Kurs gebracht zu haben - trotz der gehörigen Belastung mit negativen Bilanzen der Sinnflut. Auch die "knifflige Finanzierung der Sanierung der Therme"sei gesichert.

Unterdessen hat die Suche nach einem "adäquaten Nachfolger", so Bürgermeister Jochen Vogel (CSU), begonnen. Die Ausschreibung sei angelaufen. Garhammers Gründe für sein Ausscheiden nannte Vogel "nachvollziehbar".