Ein Schatten liegt über der Stadt: In der Kulturbranche ist für manche Betreiber noch kein Land in Sicht. Vor allem die steigenden Coronazahlen machen eine baldige Öffnung nahezu unmöglich. "Wir sind ohnmächtig", formuliert es Hans Dietrich Unger von der Galerie Form + Farbe.

War im November die Stimmung noch hoffnungsvoller, was den Betrieb der Galerie angeht, so gibt es für Unger heute nur noch eine Möglichkeit: "Ich gehe davon aus, dass wir erst wieder konkret werden können, wenn alle geimpft sind." Ein Programm sei in nächster Zeit deshalb nicht geplant.

Gagen reichen nicht

Aufgrund der Abstandsregelungen könnten maximal 30 Personen in den Veranstaltungsraum in der Bahnhofstraße. Das sei die Hälfte der durchschnittlichen Gästezahl aus vorherigen Jahren bei Veranstaltungen. "Mit dem Geld können wir die Gagen der Künstler gar nicht bezahlen", sagt Unger. Es bringe auch nichts mehr, die Veranstaltungen noch zu verschieben, denn der Berg werde so immer größer.

Carola Berner-Löhmer, Besitzerin der Rhön Lichtspiele, sieht aktuell ebenso pessimistisch in dieses Jahr. Zwar seien beispielsweise die Schulkinowochen für Ende April geplant, doch zum jetzigen Zeitpunkt unter Vorbehalt. "Dass die Schnelltestungsstrategie umgesetzt wird, sehe ich nicht", kommentiert sie eine mögliche Lösungsstrategie der Politik.

Auch für die kommenden Monate gibt es für sie keine Perspektive. "Finanziell ist die Lage sehr schlecht", fügt sie hinzu. Trotzdem bleibe ein kleiner, letzter Funken Hoffnung. "Vielleicht gibt es ja im Herbst mehr Normalität, wenn die Impfungen fortschreiten".

Inzidenz steigt

In der Musikschule findet hingegen seit Anfang März Unterricht statt. "Einzelunterricht ist erlaubt", sagt Schulleiterin Daniela Wagner. In den vergangenen Monaten hätten sich die Musiklehrer auf Online-Unterricht eingestellt und flexibel reagiert, wenn die Infektionszahlen hochgestiegen sind.

Wie lange der Präsenz-Unterricht allerdings weitergeht, da ist Schulleiterin Daniela Wagner wenig zuversichtlich. Denn: Steigt die Inzidenz auf über 100, so muss auch die Musikschule - genau wie alle anderen Schulen - wieder auf Distanzunterricht umschwenken.

Bibliothek öffnet Dienstag

"Auch wir haben unsere Planungen für dieses Jahr eingestellt", kommentiert die Schulleiterin. Nach der Erfahrung aus dem vergangenen Jahr hielten es alle für sinnlos, ins Blaue zu planen. Eine positive Entwicklung sieht Wagner dennoch. "Viele leben wieder mehr im Hier und Jetzt und schätzen eine musikalische Ausbildung in dieser schwierigen Zeit umso mehr."

In der Stadtbibliothek im Alten Rathaus können Leser online oder per Telefon Medien reservieren und abholen. "Das klappt ganz gut", sagt Kulturbüroleiter Jan Marberg. Ab kommenden Dienstag (23. März) dürfe die Bibliothek sogar regulär öffnen, teilt Marberg mit. Im Gegensatz zur Musikschule sei man nicht an den Inzidenzwert von 100 gekoppelt.

In diesen Zeiten hilft oft nur noch ein Spaziergang. Doch: Im Staatsbad darf das Tiergehege neben der Limes Schlossklinik Fürstenhof noch nicht öffnen. Das teilt Kurdirektorin Andrea Schallenkammer mit. "Wegen fehlender Eingangskontrolle dürfen leider gar keine Besucher rein", fügt sie hinzu. Im Schlosspark sind wie bisher nur Gästeservice und Außenzapfanlage geöffnet. Dort gilt weiterhin die Maskenpflicht, auch wenn unter freiem Himmel gezapft wird.