Die Zahl der Einwohner ist gestiegen, und das vor allem in einem Bereich: Im Stadtgebiet. Dort verzeichnet die Stadtverwaltung ein plus von 84 Zuzügen. "Vermutlich ist das auf neu geschaffenen Wohnraum zurückzuführen", erklärt Geschäftsleiter Michael Worschech. Eine Zahl, die durchaus erfreulich ist.

Insgesamt nimmt die Bevölkerung minimal zu. 6613 Menschen (nur Hauptwohnsitz) lebten Ende 2021 in Bad Brückenau mit den fünf Stadtteilen. 13,7 Prozent davon haben einen ausländischen Pass. Im Jahr davor, Ende 2020, waren es 6565 Einwohner im gesamten Stadtgebiet.

Neue Krippenplätze

Die allgemeine demografische Entwicklung spiegelt sich auch in der Kurstadt deutlich wieder, mit einem eindeutigen Trend. Über 27 Prozent der Bevölkerung ist über 65 Jahre alt, unter 18 Jahre alt sind es dagegen nur 14 Prozent. Die älteste Bad Brückenauerin ist 101 Jahre alt, der älteste Mann ist 99.

Eine Folge des Bevölkerungswachstums ist die hohe Nachfrage an Krippen- und Kindergartenplätzen. Dafür hat die Stadt Ende des vergangenen Jahres Abhilfe geschaffen: Für die nächsten Jahre kommen die Jüngsten in einem Übergangskindergarten auf dem Bahnhofsgelände unter, "bis eine endgültige Lösung gefunden wird", verspricht Bürgermeister Jochen Vogel. Im März soll der viergruppige Kindergarten eröffnen. Immerhin 380 Kinder sind aktuell (Stand: 5.1.) unter sechs Jahre alt.

Weniger Babys

Ein weiterer positiver Trend lässt sich erkennen: Trauungen waren auch im vergangenen Corona-Jahr nachgefragt. 60 Paare gingen den Bund der Ehe ein. Im Vorjahr waren es sogar drei Eheschließungen mehr.

"Dieser Umstand freut uns sehr, dass die Menschen sich trotz Corona trauen", sagt Worschech. Philipp Koch als neuer Standesbeamter übernimmt seit Anfang des Jahres die Aufgabe, Paare in den Bund der Ehe zu führen.

Babys kamen auch zur Welt, jedoch weniger als im Vorjahr: 44 Geburten verzeichnet die Verwaltung für das Jahr 2021. Ganz im Gegensatz dazu liegen die Todesfälle erneut auf einem hohen Niveau - vor allem wegen der Seniorenheime im Stadtgebiet. 160 Menschen ließen ihr Leben im zweiten Pandemiejahr. Damit zeigt sich eine Differenz zu den Geburten von 116, die vor allem "durch Zuzüge ausgeglichen wird", erklärt der Geschäftsleiter.

Mehr Flüchtlinge

Dazu zählen auch die Asylsuchenden in der Gemeinschaftsunterkunft (GU) in Volkers. Ende des Jahres 2021 lebten 80 Personen dort, die Zahl der Flüchtlinge stieg während des gesamten Jahres an. Zu den Hauptherkunftsländern der Flüchtlinge in der GU zählen nach wie vor Syrien (36 Prozent), Äthiopien (30 Prozent) und Somalia (15 Prozent).

Johannes Hardenacke, Pressesprecher der Regierung von Unterfranken, bestätigt eine Zunahme der Zuwanderung in ganz Unterfranken. "Die Asylbewerberzugänge nehmen in letzter Zeit wieder deutlich zu. Wir hatten 2021 mehr als doppelt so viele Neuzugänge wie 2020", schreibt er auf Nachfrage. Die Regierung suche derzeit auch neue Unterkünfte.

68 Kirchenaustritte verzeichnet die Stadtverwaltung. Davon sind 47 aus der katholischen Kirche ausgetreten, der Rest aus der evangelischen.

834 Personen (12 Prozent), wohnhaft in Bad Brückenau, besitzen eine doppelte Staatsangehörigkeit.