Wer eine Chronik schreibt, der feiert entweder ein Jubiläum oder blickt zufrieden auf das, was er hat. Auf die Staatliche Mineralbrunnen AG trifft wohl beides zu: Vor 20 Jahren ging das Unternehmen an die Börse und die Stimmung unter den Aktionären hat sich wieder erholt, denn seit drei Jahren gibt es wieder Bares für die Anlieger.

"Die Konsumenten bringen uns mit Mineralwasser in Verbindung - und mit Tradition", sagt Vorstandsvorsitzender Ingo Vialon nicht ohne Stolz. Und dann blättert er auf Seite 12 zum Gründer des Staatsbades, Fürstbischof Amand von Buseck. "Das war der Beginn", sagt Ingo Vialon. Denn ohne das gute Bad Brückenauer Wasser gäbe es weder ein Produkt noch eine Aktiengesellschaft. Die wurde am 27. April 1994 gegründet (siehe Info-Kasten) und seither gab es Höhen und Tiefen.

Gute und schlechte Zeiten

Die Höhen sind zweifellos die wirtschaftlichen Erfolge. Rund 80 Mitarbeiter arbeiten aktuell im Unternehmen. Vergangenes Jahr füllte das Unternehmen an seinen Standorten in Oberleichtersbach und Siegsdorf (Petrusquelle) 82,8 Millionen Flaschen mit eigenen Produkten ab. Die Umsatzerlöse lagen 2013 für beide Standorte bei bei rund 21 Millionen Euro und die Anleger konnten sich über einen Euro pro Aktie freuen. Auch das laufende Geschäftsjahr läuft gut.

Es gab aber auch andere Zeiten, in denen die wirtschaftliche Situation sehr schwierig war. In den Jahren von 2001 bis 2010 schüttete das Unternehmen keinen Cent an seine Anteilseigner aus - die Lage war angespannt. Dazu kam ein Rechtsstreit, der sich über mehr als zehn Jahre hinzog. Dabei ging es um Rohre, die das Brückenauer Wasser vom Staatsbad hinauf zum Gewerbegebiet Buchrasen leiten. Von der Innenseite der Rohre lösten sich Stoffe, so dass das Unternehmen neue Rohre aus Edelstahl verlegte.

Suche nach neuer Nutzung

Mittlerweile werden alle Produkte in der Anlage auf dem Buchrasen abgefüllt. Das Gebäude im Staatsbad wird nur noch zu logistischen Zwecken genutzt. Im Hintergrund laufen Gespräche über die zukünftige Nutzung. "Wir sind natürlich an einer kurgebietsverträglichen Nutzung interessiert", sagt Titus Tesar, der stellvertretende Kurdirektor. Die Staatliche Kurverwaltung sehe aber keinen Bedarf, das Gebäude für eigene Zwecke zu nutzen.

Für die Zukunft gibt es mehrere Optionen: "Es kann sein, dass wir das Gebäude weiter als Logistikfläche nutzen", sagt Vialon. Es könne aber auch sein, dass sich das Unternehmen für die weitere Nutzung Partner sucht. "Wir sprechen derzeit mit zwei Interessenten." Und mehr verrät Ingo Vialon noch nicht.

Die Chronik kostet 24,90 Euro und liegt in Bad Brückenau in der Buchhandlung Nikolaus sowie in der Tourist-Info im Alten Rathaus zur Ansicht aus. Interessierte, die weiter weg wohnen, können sich auch direkt an das Unternehmen wenden. Tel.: 09741/ 803 111. E-Mail: info@badbrueckenauer.de.