Badearzt Wolfgang Wildenauer weiß um die heilende Wirkung des Wassers aus dem Georgi-Sprudel schon lange. Seit Jahrzehnten empfiehlt er es seinen Patienten bei Osteoporose, Verdauungsbeschwerden, Blasen- und Nierenleiden - um nur einige der Indikationen zu nennen. "Meine Patienten kommen auch ohne Verordnung von weit her und versorgen sich mit der Medizin aus dem Boden", sagt Wildenauer.

Seit Anfang 2020 ist der Sprudel als erste Trinkkur in Bayern von den Krankenkassen anerkannt. Das Heilwasser gibt es seitdem auf Rezept im Rahmen einer ambulanten Trinkkur. Die Stadt, sagte Wildenauer bereits damals, müsse bessere Rahmenbedingungen für die Kur schaffen.

Wenige Patienten

Doch dann kam Corona und legte die Vermarktung der Trinkkur zunächst weitestgehend auf Eis. Bereits seit Anfang des vergangenen Jahres arbeitet die Stadt unter anderem mit dem Physiotherapeuten und Heilpraktiker Michael Szczesniak zusammen. Er übernimmt die Einweisung der Patienten in die Trinkkur.

Im vergangenen Jahr habe er gerade mal eine Hand voll Patienten eingewiesen, "was bestimmt an Corona lag", fügt er hinzu. Allerdings: "Ich bedaure sehr, dass die Situation rund um den Sprudel derzeit so gedrosselt ist", sagt er. Und trotzdem sehe er ein großes Potenzial in den Quellen für die Stadt, betont er. "Die Georgi-Quelle ist eine seltene und wertvolle Quelle", sagt Szczesniak.

Entspricht Zeitgeist

Nun entwickeln acht Studentinnen der Hochschule Coburg ein Pauschal-Angebot für die Stadt. Die Studentinnen der integrativen Gesundheitsförderung sehen in der Trinkkur ein großes Potenzial. Wegen einer Vertraulichkeitsvereinbarung mit der Stadt können sie nur wenig über den Inhalt Ihrer Studie erzählen. Nur soviel: "Die Trinkkur trifft auf den aktuellen Zeitgeist, nämlich aktiv Verantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen", schreibt eine der Studentinnen, Chelsea Frömberg, für die Gruppe auf Nachfrage.

Durch Recherche der Aktenlage und Experteninterviews näherten sich die Studentinnen dem Thema an. "Die Eindrücke aus der Ortsbegehung können wir maßgeblich in die Entwicklung der Pauschalen und authentischen Angeboten einbeziehen", schreibt Frömberg. Als nächster Schritt geht es in die Angebotsentwicklung. Ergebnisse werden im Sommer erwartet.

Selbstzahler angesprochen

Die Stadt erhofft sich aus den Ergebnissen nicht weniger als ein "modernes und innovatives Vermarktungskonzept" für den Sprudel, teilt Amina Hartke, Leiterin der Tourist-Info mit. Die Bekanntheit soll überregional erhöht, die Ankunftszahlen gesteigert und neue Zielgruppen erreicht werden.

Dabei steht der Georgi-Sprudel als zentrales Element der Gesundheitsförderung im Fokus. "Hierbei geht es nicht ausschließlich um einen verordneten Kuraufenthalt von Patienten, sondern auch und vor allem um die gesunden Selbstzahler, die sich nur einige Tage im Kurort aufhalten", erklärt Hartke den Schwerpunkt.

554 Meter tief ist die Bohrung für die Quelle.