"Bad Bocklet ist eigentlich mega gut" und "Aschach ist das beste und schönste Dorf" sind nur zwei lobende Aussagen aus einer zum Jahresanfang durchgeführten Jugendbefragung, deren Ergebnisse die Initiatorin Dajana Moraw (26), Gemeindejugendarbeiterin des Vereins Pro-Jugend im Landkreis Bad Kissingen, dem Bad Bockleter Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung präsentierte. Von den 682 an Kinder und Jugendliche der Marktgemeinde im Alter zwischen acht und 23 Jahren versandten Fragebögen konnten 163 Rückmeldungen (24 Prozent) ausgewertet werden.

"Wir haben die Altersspanne bewusst recht groß gewählt, um ein breites Meinungsspektrum zu erhalten", betonte die gelernte Erzieherin Moraw. So kamen 71 Prozent der Rückmeldungen von Schülern, 15 Prozent waren in der Ausbildung und 13 Prozent in einem Arbeitsverhältnis oder Studium. Dreiviertel der Jugendlichen gaben an, sehr gern oder gern in der Marktgemeinde zu leben (Note 1 und 2), weitere 17 Prozent fanden ihr Leben in der Heimatgemeinde befriedigend, nur fünf Prozent waren mit den Lebensumständen unzufrieden.

Andererseits gaben 68 Prozent an, zur Ausübung ihrer Freizeitaktivitäten in benachbarte Ortschaften ausweichen zu müssen. Dies werde allerdings durch mangelhafte ÖPNV-Verbindungen erschwert: "Die Busverbindungen sind nur zur Schulzeit gut."

Lobenswert an ihrer Heimatgemeinde fanden die Jugendlichen, dass sie sich sicher fühlen (25 Prozent) und Menschen unterschiedlicher Herkunft gut zusammenleben können (20 Prozent), Menschen mit Behinderung ins Dorfleben eingebunden werden (14) und man im Markt in der Freizeit viel unternehmen kann (13).

Dagegen erkannten nur vier Prozent in der Gemeinde ein Angebot an Bildungsmöglichkeiten, nur zwei Prozent sahen hier Chancen zur Berufsausbildung.

Das Angebot der Ortsvereine wurde von 83 Prozent aller Rückmeldungen als zufriedenstellend bezeichnet, wobei die Vielzahl der Vereine mit ihrer großen Auswahl unterschiedlicher Sportangebote sowie "die tollen Trainer und Jugendleiter" besonders gelobt wurden. Allerdings werden bestimmte Angebote auch vermisst, so zum Beispiel Schwimmen, Kampfsport oder Sportangebote für Mädchen (Fußball) und Angebote für Jugendliche ab 15 Jahre, aber auch ein Grillplatz, Sitzgelegenheiten auf Spielplätzen und - mehrfach genannt - vor allem Mülleimer. Eine Eisdiele oder Café, öffentliches W-Lan, ein Jugendraum, Ausgehmöglichkeiten am Abend und Wochenende sowie Kultur speziell für die Jugend würden ebenfalls fehlen, so die Auswertung.

Interessant für die Gemeindejugendarbeiterin und die künftige jugendpolitische Arbeit des Gemeinderats waren die Rückmeldungen auf Fragen allgemeiner Art. So informieren sich die Jugendlichen über lokale Freizeit-Angebote vorrangig innerhalb des Freundes- und Familienkreises sowie über WhatsApp. Noch vor anderen sozialen Medien und dem Internet holen sich die jungen Einwohner der Marktgemeinde aber solche Informationen auch über Aushänge beim Bäcker oder Metzger.

Mehr als die Hälfte aller Jugendlichen, die mit ihrer Rückmeldungen an der Verlosung von drei Einkaufsgutscheinen von Pro-Bad-Kissingen teilnahmen, wünschen sich ein Ferienprogramm. 55 Prozent interessieren sich für Politik, wobei sogar 83 Prozent eine Möglichkeit politischer Mitbestimmung mittels Unterschriftensammlung, Zukunftswerkstatt oder auch in der Form einer Jungbürgerversammlung oder eines ständigen Kinder- und Jugendrats forderten.

Abschließend informierte Gemeinderat Raphael Langer (CSU) in seiner Funktion als Jugendbeauftragter das Gremium, er werde mit einer kleinen Arbeitsgruppe die vorgelegten Ergebnisse der Kinder- und Jugendbefragung auswerten. Umsetzbare Wünsche der Befragten sollen anschließend den Räten zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt werden.