Die B286 hat den Bad Kissinger Stadtrat erneut beschäftigt. Vor acht Wochen hatte das Staatliche Bauamt dem Gremium bereits seine Pläne erläutert, was mit der alten Straßentrasse zwischen Arnshausen und Oerlenbach geschehen soll, wenn der Neubau der Bundesstraße von Bad Kissingen zur A71 erst einmal realisiert ist. Die alte Straße wird dann nämlich zu einem großen Teil nicht mehr für den Autoverkehr gebraucht: Ab Arnshausen bis zum Abzweig Terzenbrunn soll die B286 alt zu einem Rad- und Gehweg zurückgebaut werden. Ab dem Abzweig Terzenbrunn bis Oerlenbach wird die Bundesstraße zu einer Kreisstraße herabgestuft. Der Radweg nach Oerlenbach soll straßenbegleitend neu gebaut werden.

Soweit die Idee des Staatlichen Bauamts. Mehrere Stadträte hatten sich an der Planung für den Bereich zwischen Arnshausen und Terzenbrunn gestoßen. Sie kritisierten, dass es ab Arnshausen bereits einen Flur- und Radweg gibt, der gute eineinhalb Kilometer parallel zur Bundesstraße verläuft. Zwei baugleiche Radwege auf dieser Strecke seien zuviel, die B 286 alt sollte auf dieser Strecke komplett abgerissen und die Trasse der Natur zurückgegeben werden.

Christine Schwind, Leiterin des städtischen Bauamts, berichtete in der jüngsten Sitzung, dass das Staatliche Bauamt die Forderung der Stadträte geprüft und übernommen habe. Sprich: Die Trasse der B 286 alt wird ab Arnshausen auf einer Länge von eineinhalb Kilometern komplett zurückgebaut. Nach diesen eineinhalb Kilometern bindet der existierende Flur-Radweg auf die Trasse an. Von dort führt ein Geh-, Rad- und Flurweg auf der Trasse der B 286 alt bis zur Abzweigung Terzenbrunn.

Der Stadtrat stimmte der geänderten Planung einstimmig zu.

Feldgeschworener vereidigt

In der Sitzung leistete Stefan Heuring aus Hausen den Eid zum Feldgeschworenen. "Wir sind als ehrenamtliche Feldgeschworene für unsere Bürger da. Wir helfen, Kosten zu sparen", sagte Obmann Otto Funck. Siebener seien Erfüllungsgehilfen der Kommunen bei Vermessungen und Grundstücksabgrenzungen. Zudem seien sie wichtig für die Brauchtumspflege, etwa indem sie Grenzgänge abhalten.

Oberbürgermeister Dirk Vogel (SPD) informierte das Gremium, dass die Sinnberg-Grundschule mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet wird. Dies hatte Christian Hänsch (Linke) in einer vergangenen Sitzung angeregt. Die Anlage werde allerdings noch nicht im Zuge der Erweiterung installiert, sondern erst später. "Es werden die baulichen Voraussetzungen geschaffen und die Anlage nachgerüstet, wenn der Erweiterungsbau fertig ist", erklärte Vogel. Der OB unterrichtete den Rat außerdem kurz über den Sachstand zur Sanierung des Vereinsheims Krone in Reiterswiesen: Der Bauantrag wurde Anfang des Jahres eingereicht, inzwischen haben mehrere Infogespräche zwischen der Stadt und den Vereinen stattgefunden. "Das Thema ist im Fluss", sagte er. Genauere Informationen an die Öffentlichkeit sollen demnächst folgen.

OB angesäuert: Öffnungsprojekte beerdigt

Ende März hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) medienwirksam angekündigt, dass es nach Ostern in Bayern Modellregionen für kontrollierte Lockerungen geben solle. Bad Kissingen hatte sich als Modellstadt beworben. Wie Vogel merklich angesäuert berichtete, wurde das Projekt vom Freistaat beerdigt. "Die Staatsregierung hat uns mitgeteilt, dass die Pläne nicht weiter verfolgt werden. Eine Woche später hat der Freistaat die Öffnungen für die Außengastronomie verkündet. Eine politische Bewertung dazu überlasse ich Ihnen", sagte er. Die kurzfristige Bewerbung habe für die Verwaltung viel Arbeit bedeutet, auch übers Wochenende.