In seiner jüngsten Sitzung holte sich der Gemeinderat Oberleichtersbach umfassende Informationen zum Bau der neuen Kläranlage an der Aspenmühle ein. Tobias Schneider vom Ingenieurbüro Arz stellte das Biocos-Verfahren der Firma ZWT Wasser- und Abwassertechnik aus Bayreuth vor. ZWT wird von den Gemeinderäten favorisiert, weil ihr Ver fahren gegenüber der herkömmlichen Vorgehensweise die Energiekosten zwischen 8000 und 12 000 Euro jährlich senkt.

Müller rechnet bald mit einer Entscheidung

Eigentlich wollte der Rat auch gleich die Arbeiten vergeben. Allerdings sie die Vergabe aus verwaltungstechnischen Gründen verschoben worden, sagt Bürgermeister Walter Müller (CSU). "Eine Firma hat einen Überprüfungsantrag gestellt, das braucht eben seine Zeit." Trotzdem werde es wohl bei der patentierten Lösung von ZWT bleiben. Gemeinsam mit seinem Stellvertreter und den Klärwärter habe er auch bereits eine Anlage dieser Firma angeschaut - im Neuhofer Gemeindeteil Hattenhof werde das Abwasser nach dem Biocos-Verfahren geklärt. Diese Lösung sei auch für Bayern zulässig: "Das ist alles schon mit dem Wasserwirtschaftsamt abgestimmt", berichtet Müller.

Weniger Pumpen im Einsatz

Neben dem niedrigeren Angebotspreis sprechen laut Müller auch technische Details für die Planung. Das konventionelle Belebungsverfahren in Kläranlagen arbeitet mit Nachklärbecken, einem Rücklaufschlammpumpwerk sowie dazugehörigen Rohrleitungen. Das neuartige Verfahren kommt dagegen le diglich mit zwei Sedimentations- und Umwälzbecken aus. Da zum Beispiel weniger Pumpen zum Einsatz kommen, fallen sowohl die Wartungs- als auch die Energiekosten deutlich niedriger aus. "Der Unterhalt wäre dann um 12 000 Euro billiger", sagt Müller. Das entspreche rund einem Drittel der vorhergesagten Kosten für den Betrieb der Kläranlage.

Weitere Entscheidungen des Gemeinderates

Der Gemeinderat bewilligte folgende Bauanträge: Die Firma Hanse Haus will ein Ausstellungshaus zum Büro gebäude umbauen und auf dem Firmengelände eine mobile Schneelasthalle errichten. In Modlos bauen Claudia Lux und Michael Hahn ein Einfamilienhaus. Des Weiteren nahm der Gemeinderat die Errichtung ei nes Carports durch die Firma EKS zur Kenntnis.

Die Sanierung des Pfarrhauses Oberleichtersbach fiel deutlich teurer aus als geplant. Die Mehrkosten kamen zustande, da das Pfarrhaus als ortsprägendes Gebäude unter Denkmalschutz steht. Der Ge meinderat erhöhte den Zu schuss für die Arbeiten zur Instandsetzung um 2000 Euro auf insgesamt 10 000 Euro. Zudem genehmigte der Gemeinderat die über- und außerplanmäßigen Ausgaben für die Haushaltsjahre 2010 und 2011 und entlastete Bürgermeister Walter Müller für die Jahresrechnungen 2010 und 2011.