In den Wald geht dann keiner, denn an diesem Tag findet der Dankgottesdienst der Wald- und Forstleute zu Ehren ihres Schutzpatrons auf dem Kreuzberg statt, in diesem Jahr zum 44. Mal.
Aus Völkersleier (Gemeinde Wartmannsroth) waren Forstarbeiter der Stiftung Juliusspital (Würzburg) zum Kreuzberg gekommen. "Wir nehmen immer einen Tag Urlaub. Der alte Brauch, dass es am Sebastianstag nicht in den Wald geht, den halten wir hoch", erklärten Robert Koch, Philipp Schwender, Wilfried Biemüller und Walter Schneider im Antoniusbau, wo im Anschluss an den Gottesdienst miteinander gefeiert wird, wo Anekdoten ausgetauscht werden, wo alte Bekannte sich treffen und neue Bekanntschaften geschlossen werden.
"Wer an Sebastian in den Wald gehe, dem geschehe ein Unglück, das ist ein alter Aberglaube", erklärte Wilfried Biemüller.
Ob es nun stimmt oder nicht, die Waldarbeiter gehen auf Nummer sicher, lassen nach alter Väter Brauch Axt und Säge ruhen und gehen lieber auf den Kreuzberg. "44 Jahre Tradition, das ist für uns wichtig. Da erleben wir Gemeinschaft, tauschen uns mit Berufskollegen aus und erfahren Neues", fasst Robert Koch zusammen. Gerne wird auch ein Urlaubstag dafür geopfert. Conny Koch steht voll und ganz hinter ihrem Mann, was den Sebastianstag angeht. "Die Männer brauchen den Sebastian im Wald oft. Es ist sinnvoll, hierher zukommen und auch mal ,Danke' zu sagen."
Organisator Gotthard Schwender freute sich, "seinen" Landrat Thomas Schiebel aus dem Heimatlandkreis Main-Spessart auf dem Kreuzberg begrüßen zu dürfen. Mit dabei auch Bad Kissingens Landrat Thomas Bold und Rhön-Grabfelds Landrat Thomas Habermann, der befand: "Nur ein Landrat der Thomas heißt, darf zum Sebastianstag auf den Kreuzberg." Pater Stanislaus Wentowski, der den Dankgottesdienst zelebrierte, sprach die Besucher als "Sebastian-Verehrer" an, die zum Gedenken des Patrons der Waldarbeiter und Gott zur Ehre auf den Kreuzberg kamen, um Gott für ein unfallfreies Jahr zu danken und für den Segen für die neue Saison zu bitten.