Antonia Schmitt und Herbert Werner aus Arnshausen schaffen es gerade noch, einen der letzten Plätze im Krone-Saal zu ergattern. Seit vielen Jahren kommen die beiden Arnshäuser zum Seniorenfasching: "In Reitschwiese is es immer so schöö" freut sich der rüstige Senior.

Ein Kuchenbüffet ist aufgebaut. Der Kaffee auf den Tischen ist überwiegend koffeinfrei, und die Sektbar ist heute geschlossen.
Dennoch ist die Stimmung prächtig beim Seniorenfasching der "Fidelia" Reiterswiesen. Aus allen Stadtteilen kommen Senioren, wollen Fasching nicht nur per TV aus Veitshöchheim erleben, sondern in Gemeinschaft lachen und schunkeln und sehen ihren Faschingshöhepunkt bei der Seniorensitzung der "Fidelia".

Fast das volle Programm

Und die Karnevalisten lassen sich auch nicht lumpen: Man verlangt keinen Eintritt und dennoch wird fast das komplette Programm der Prunksitzungen geboten. Da zieht der Elferrat mit Helau in den Saal ein, begleitet die Prinzessin Carina I. von Linsenspitz, da ziehen die weithin gerühmten "Blauen Husaren", die Prinzen- und die Linsenspitzergarde die Männerherzen in Bann, da schmunzelt das "ü60" Publikum über die Witzchen des "Reitschwieser Dreigestirns" aus Prinzessin, Gesellschaftspräsident und Moderator.

Feurig wirbelt Tanzmariechen Lorena Zimmermann über die Bühne und lässt den Blutdruck steigen. Auch die Büttenredner Björn Schönwiesner und Lisa Bühner, Benedikt Schmitt, Bernd Kiesel und Bettina Moraw bringen Schwung in die Bude. Es wird mitgeklatscht, gesungen und geschunkelt. Ein echter Härtetest für den Herzschrittmacher.

Bei der Minigarde aber schmelzen die Herzen der Omas und Opas geradezu dahin. Zu süß sind die Nachthemdchen, zu keck wippen die Zipfelmützchen, zu strahlend glänzen die Augen. Leichtfüßig schweben die Kleinen über die Bühne und erobern das Publikum im Sturm.

Monika Stark-Schmitt schleppt große Kuchenplatten von Tisch zu Tisch. Es wird ihr nichts zu viel: "Die Senioren sind so dankbar", meint die unverzichtbare Helferin des Vereins, der sich in der langen und anstrengenden Kampagne, vollgepackt mit Proklamation, drei Sitzungen und diversen Auftritten, auf seine Mannschaft verlassen kann, wie "Fidelia"-Vorsitzender Matthias Bühner versichert.

Soziale Geste zum Jubiläum

Das gehörte quasi zum Trainingsprogramm für die kommende Session, in der die Reiterswiesener Narren 44 Jahre "Fidelia" feiern. Der Inhalt der Sammelbüchsen, die auch bei der Seniorensitzung von Tisch zu Tisch gingen, wird jedoch nicht etwa für neue Kostüme verwendet. Von der "Fidelia" aufgerundet, wird der Erlös am Jubiläumstag komplett für soziale Projekte der Lebenshilfe und der "Versteckten Engel" verwendet. Da ließen auch die Senioren die Münzen im Geldbeutel und griffen guten Gewissens ins Scheinefach des Portemonnaies.