Phil (6) und Nicole Müller
Hauptsache Fußbälle. Die durften auf Phils Schultüte auf keinen Fall fehlen. Mit der Heißklebepistole legte er persönlich Hand an. Das ließ sich der Sechsjährige aus Nüdlingen nicht nehmen. "Es ist schön, mit Mama zusammen zu basteln", sagt er. Und auch seine Mutter Nicole findet: "Es war uns beiden wichtig, die Tüte selbst zu machen." Und für den Nachwuchsspieler (U7) gibt es noch einen ganz besonderen Hingucker: "Die Schuhe auf der Tüte sehen aus wie seine Fußballschuhe", erklärt sie stolz.
Was am ersten Schultag in der Grundschule in Haard in der Schultüte sein wird, weiß Phil natürlich noch nicht. Nur über einen Dinosaurier-Schlüsselanhänger weiß er schon Bescheid. Ansonsten ist aber noch alles geheim. Zumindest für ihn. Seine Mutter verrät derweil, was außer den Süßigkeiten noch hinein kommt: nämlich eine Armbanduhr, ein Wecker, ein Geldbeutel, eine Hörspiel-CD und ein Sammelbehälter für Insekten. "Er ist ein kleiner Forscher", erklärt sie und ergänzt: "Ansonsten wollten wir ihm als Eltern einfach Dinge schenken, die für ihn wichtig sind, um selbstständiger zu werden." Zu viel sollte es aber auf keinen Fall sein. "Das ist sein Schulanfang, und nicht Geburtstag oder Weihnachten", sagt die Mutter.
Phil freut sich schon auf die Schule. "Am meisten aufs Rechnen", meint er. Am ersten Schultag wird gemeinsam mit der ganzen Familie gefeiert. Sein kleiner Bruder Hannes bekommt eine "kleine Geschwistertüte", erzählt Frau Müller. "Damit er auch etwas hat. Da ist aber nur etwas zum Naschen drin."

Lena (6) und Christina Süßmeyer:
Eine gekaufte Schultüte kam für Christina Süßmeyer aus Nüdlingen nicht in Frage. "Ich habe die Tüte selbst gemacht. Das fand ich schon wichtig zur Einschulung, es ist ja ein besonderer Tag", erklärt sie. Und besonders ist auch die Tüte, denn sie ist mit jeder Menge selbst ausgeschnittener und selbst geklebter Einzelteile geschmückt: zwei große Pferde, Hufeisen sowie viele bunte Blumen und Pailletten. "Pferde hab' ich mir für meine Schultüte gewünscht", sagt Lena, die selbst seit ein paar Monaten Reitunterricht hat. Nicht zu vergessen ganz viel Glitzer, den ihre Mutter mit einem Stift aufgetragen hat sowie das weiße und lila Krepp-Papier, mit dem die Tüte oben geschlossen wird.
Mit was die Schultüte befüllt ist, ist ebenfalls allerhand - und hat meistens mit Pferden zu tun: Süßigkeiten, Buchstaben-Plätzchen, zwei Hörspiel-CDs, ein T-Shirt, ein Halstuch, Spielzeug-Pferde, eine Filz-Halskette, Haarspangen und Duschgel. Dazu gibt es noch ein Malbuch - "das passt aber nicht in die Schultüte, das bekommt sie extra", erklärt Frau Süßmeyer.
Erst wenn Lena an ihrem ersten Schultag von der Schule in Haard zurück nach Hause kommt, darf sie alles auspacken. "Ich freu' mich schon auf die Geschenke", meint die Sechsjährige - noch völlig ahnungslos, was sie bekommen wird. Oma und Opa aus Dortmund feiern den großen Tag gemeinsam mit ihr, zuerst bei Kaffee und Kuchen, abends im Restaurant ihrer Wahl.

Daniel (6) und Elena Beidel:
Daniel wusste ganz genau, was für eine Schultüte er haben möchte. Hin und weg hält er sie - probeweise - schon mal im Arm und betrachtet begeistert die darauf abgebildeten Autos aus dem Animationsfilm "Cars". "Das ist mein Lieblingsfilm", erklärt der Sechsjährige aus Ebenhausen. Seine Mutter Elena Beidel hat im Internet gezielt nach einer Schultüte mit "Cars"-Motiven gesucht - und ist fündig geworden. "Im Internet ist es einfach angenehmer und leichter einzukaufen", findet sie. Außerdem sei sie deutlich billiger gewesen als im Geschäft. Aber es waren auch ganz praktische Gründe, dass Frau Beidel nicht selbst zur Bastelschere gegriffen hat: "Unser Haus wird gerade renoviert, da war leider nicht so viel Zeit übrig." Bis zum Schulanfang, hofft sie, ist die Baustelle passé.
Die Schultüte bekommt Daniel von seinem Onkel geschenkt, um den Inhalt kümmern sich die Eltern des ABC-Schützen. Abgesehen von einem Spinnen-Stiftehalter weiß Daniel vom Inhalt aber noch nichts. Er will sich völlig überraschen lassen, was in seiner Schultüte drin sein wird. Nur seine Mutter weiß natürlich genauestens Bescheid. In die Tüte packt sie ein Schulmäppchen, eine Schreibtischlampe und ein Puzzle - alles natürlich von "Cars" - und viele, viele Süßigkeiten.
Ganz wollten sie sich das Basteln aber auch nicht nehmen lassen. Deswegen haben Daniel und seine Mutter seinen Namen und die Aufschrift "Viel Glück" mit Filzbuchstaben auf die Schultüte geklebt. "Ich male und bastele gerne", sagt Daniel. Auf den Kunstunterricht freut er sich in der Schule deshalb auch am meisten.

Selina (6) und Yvonne Schubert:
Eine Meerjungfrau musste drauf. Das war von vornherein klar. "Ich liebe Meerjungfrauen", sagt Selina aus Ebenhausen. Und auch sonst hatte sie ganz genaue Vorstellungen, wie ihre Schultüte aussehen soll. "Das war gut für mich, dann musste ich mir keine Gedanken machen", scherzt ihre Mutter Yvonne. Die Meerjungfrauen-Vorlage war aus dem Internet, Selina hatte aber noch einige andere Änderungsvorschläge: Statt rot sollten die Haare nämlich blond sein - genau wie ihre. Und das Bikini-Oberteil musste lila sein - "meine Lieblingsfarbe". Gesellschaft hat die Meerjungfrau auf der Schultüte von vielen kleinen bunten und glitzernden Seesternen, Seepferdchen und Seegras. Nicht zu übersehen ist außerdem die Perle, die die ebenfalls mit Glitzer verzierte Meerjungfrau elegant in der Hand hält. Gemeinsam haben Selina und ihre Mutter die "Unterwasser"-Motive dann mit Heißkleber auf den pinken Rohling geklebt. Für Yvonne Schubert war es selbstverständlich, die Schultüte selbst zu basteln, und nicht zu kaufen: "Mein Kind ist was Besonderes und da will ich auch was Besonderes basteln. Es ist ja auch ein besonderer Tag."
Selina wünscht sich einen Schmuckanhänger. Den wird sie laut ihrer Mutter nächste Woche auch in ihrer Schultüte finden. Ansonsten sind neben den Süßigkeiten noch ein Hüpfseil und ein Buch darin versteckt. Mehr sollte es Yvonne Schubert zufolge aber nicht sein. "Man muss die Schule auch mal im Dorf lassen. Es kommen ja noch Weihnachten und Geburtstag", meint sie.