Die vergangene Woche hat den städtischen Winterdienst schon auf die Probe gestellt. Seit einigen Tagen schneit es immer wieder. Bauhofleiter Michael Krug bleibt gelassen. "Lieber Schnee als Glatteis, da fahren die Menschen von vorn herein langsamer", stellt er fest.

Insgesamt zwölf Männer kümmern sich im Winter darum, dass die Straßen von Volkers über Römershag, hoch zum Gewerbegebiet Buchrasen und nach Wernarz, befahrbar sind. "Wir arbeiten im Schichtsystem, die erste Schicht beginnt früh um 4 Uhr und endet gegen Mittag", beschreibt Krug. Die zweite Schicht geht dann bis in die späten Abendstunden hinein.

Fußgängerwege zuerst

Zwei Fahrzeuge, ein Unimog und ein kleineres Räumfahrzeug, sind dann zusammen mit dem Handräumdienst in allen Stadtteilen unterwegs. Der Fußgängerverkehr hat zunächst höchste Priorität, so die gesetzliche Anweisung. Fußgängerüberwege, Bushaltestellen, Ampeln und städtische Grundstücke - das alles sind Gefahrenstellen, die schnell beseitigt werden müssen.

Dann folgen die Schulzufahrten und andere Zufahrtswege. Auch enge Straßen werden mit dem Schneepflug geschoben. "Das sind nervlich aufreibende Einsätze", beschreibt Krug die Arbeit im Winter. Die Fahrer müssen zwischen geparkten Autos manövrieren und manchmal auch noch auf Anwohner eingehen, die wenig Verständnis dafür haben, dass erst später geschoben wird.

Milde Winter

"In den letzten 15 Jahren waren wir es gewohnt, dass die Winter milder sind", weiß der Bauhofleiter. Früher musste öfters mal das Auto in der Garage stehen bleiben, weil die Bedingungen zu schlecht waren. Das kann auch heute immer wieder mal passieren. Der vergangene Winter mit viel Schnee zeigte das.

Darauf ist der Bauhof auch heuer wieder eingestellt. "Wir sind gut vorbereitet, das Schichtsystem funktioniert". Für den Räum- und Streudienst werden in einem Winter rund 150 Tonnen Salz benötigt. Daran ändere auch ein schneereicher Winter nichts. Eher das Gegenteil ist der Fall: "Bei Schnee benötigen die Fahrzeuge rund zehn Gramm Salz pro Quadratmeter, bei Glatteis rund 20 Gramm", erklärt Krug.

Übrigens: Für Gehwege vor dem eigenen Grundstück sind die Hauseigentümer verantwortlich. Kommunen schieben dort keinen Schnee. Dort besteht eine Räum- und Streupflicht im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht. Mittlerweile bieten einige Räumdienste diese Dienstleistung an, wenn der Eigentümer nicht selbst schieben kann oder möchte.

120 Kilometer legt der Unimog des Bauhofes Bad Brückenau in einer Schicht Winterdienst zurück.

45 Kilometer ist der Handräumdienst unterwegs. Die Männer werden zu den Einsatzorten gefahren.