Sensationsfund in Aschaffenburg: Anlage aus 4. Jahrhundert vor Christus
Autor: Ralf Welz, Anton Knorr
Aschaffenburg, Donnerstag, 21. Mai 2026
Spektakuläre Entdeckung in Unterfranken: Bei Bauarbeiten in Aschaffenburg wurde eine geheimnisvolle Anlage aus dem 4. Jahrhundert vor Christus freigelegt. Das eisenzeitliche Bauwerk lässt Forscher staunen.
Seit 2020 entsteht an der Willigisbrücke in Aschaffenburg ein Regenüberlaufbecken. Vor Kurzem wurden bei Bauarbeiten in rund acht Metern Tiefe archäologische Funde gemacht. Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich dabei um eine komplexe, mehrschichtige Konstruktion aus Holz und Stein.
Die Überreste des historischen Bauwerks am Main erstrecken sich über nahezu 30 Meter. Fachleute haben die freigelegten Strukturen inzwischen eingehend untersucht. Mittlerweile ist auch geklärt, worum es sich bei der lange rätselhaften Entdeckung handelt.
Update vom 21.05.2026: Rätselhafter Fund in Aschaffenburg entpuppt sich als außergewöhnliches Bauwerk
Laut Angaben des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege (BLfD) werden die baulichen Überbleibsel auf das 4. Jahrhundert vor Christus datiert. Dies gab die Behörde am Mittwoch (20. Mai 2026) in Form einer Pressemitteilung bekannt.
Die Stadt Aschaffenburg hatte die bei Tiefbauarbeiten freigelegten hölzernen Befunde demnach im März 2026 an das BLfD gemeldet. Seitdem werden die Strukturen archäologisch untersucht und dokumentiert. Da in dem Baustellenbereich zuvor kein Bodendenkmal bekannt gewesen sei und das Areal für die Bauarbeiten freigegeben worden war, übernehme das Landesamt als Vertreter des Freistaats die Kosten für Freilegung, Dokumentation und Bergung.
Zunächst waren die Fachleute wegen des "ungewöhnlich guten Erhaltungszustands" der in rund acht Metern Tiefe entdeckten Hölzer von einem Bauwerk aus der Frühneuzeit oder Neuzeit ausgegangen. "Doch die Untersuchungen von Holzproben einzelner Eichenbalken im Dendrolabor des Landesamtes in Thierhaupten erbrachten ein anderes und völlig unerwartetes Ergebnis", heißt es in der aktuellen Mitteilung.
Die Jahresringe der Hölzer wurden demzufolge analysiert und mit regionalen Eichenringchronologien verglichen. Nach Angaben des Landesamts zeigte dieser Abgleich, dass die verbauten Bäume im 4. Jahrhundert vor Christus gefällt worden waren.
Hinweise auf aufwendige Holz-Stein-Konstruktion
"Die Kombination aus der außergewöhnlichen Lage am Mainufer, der hervorragenden Erhaltung, der bislang singulären Holz-Stein-Konstruktion sowie der eisenzeitlichen Datierung macht diesen Befund einzigartig", wird Stefanie Berg, Leiterin der Abteilung Bodendenkmalpflege am BLfD, zitiert.