Ansbach: Militärpolizist überfährt Mutter auf B14 - Soldat entlassen
Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa, Robert Wagner
Ansbach, Mittwoch, 25. Februar 2026
Bei einem Unfall wird eine 33-Jährige in Ansbach von einem Wagen des US-Militärs erfasst und stirbt wenig später. Das hat Konsequenzen für den Soldaten.
Update vom 25.02.2026: US-Soldat wird nach Unfall an B14 in Ansbach unehrenhaft entlassen
Ein in Ansbach stationiertes Mitglied der US-Streitkräfte ist nach einem tödlichen Verkehrsunfall degradiert worden und wird unehrenhaft aus der Armee entlassen. Eine Sprecherin der Streitkräfte bestätigte entsprechende Berichte in den Medien. Zusätzlich muss er mit einer Geldstrafe rechnen. Vorausgegangen war ein Vergleich vor einem US-Militärgericht.
Dem Mann wird vorgeworfen, im Januar 2025 in der Nähe von Ansbach mit seinem Fahrzeug eine 33 Jahre alte Frau angefahren zu haben. Wenig später starb sie an ihren Verletzungen. Es wurde spekuliert, ob der Fahrer am Steuer eingeschlafen war. Er selbst gab an, er habe ausweichen wollen.
Der Soldat hat nach Angaben der Armee-Sprecherin selbst um die Entlassung aus den Streitkräften gebeten - eine Möglichkeit im US-Recht, eine Gefängnisstrafe zu vermeiden. Allerdings wiegt die Entlassung schwer für den Lebenslauf des Betroffenen. Vor der Entlassung wurde er vom drittniedrigsten auf den niedrigsten Dienstgrad herabgestuft.
Angehörige können zivilrechtlich klagen
"Seine Entlassung aus der Armee wird kurzfristig erfolgen und er wird in die Vereinigten Staaten zurückkehren", teilten die Streitkräfte weiter mit. Ein Prozess vor einem deutschen Strafgericht erfolgt nicht. Allerdings haben die Angehörigen des Opfers die Möglichkeit, zivilrechtliche Ansprüche geltend zu machen.
Update vom 04.03.2025: Militärpolizist am Steuer eingeschlafen?
Eineinhalb Monate nach dem tödlichen Unfall in Ansbach, bei dem ein 19-jähriger Autofahrer eine 33-jährige Fußgängerin mit seinem Auto erfasst und tödlich verletzt hat, wird immer noch nach den Hintergründen des Unfalls gesucht. Laut BR gibt es nun wohl Hinweise darauf, dass der junge Fahrer - ein US-Militärpolizist - auf dem Rückweg von einer Dienstfahrt am Steuer eingeschlafen sei.
Demnach habe sich der Unfall in den frühen Morgenstunden und damit am Dienstende des 19-Jährigen ereignet. Der junge Mann sei gerade auf dem Rückweg gewesen.
Laut BR seien keine Bremsversuche festgestellt worden. Der Mann sei vielmehr mit einer Geschwindigkeit von 75 bis 90 km/h unterwegs gewesen, als er von der Straße abgekommen sei, einen Grünstreifen überquert habe und schließlich die vierfache Mutter erfasst habe. Im Gegensatz dazu hatte der US-Soldat behauptet, die Frau sei auf die Straße gelaufen und er habe versucht, ihr auszuweichen.