• Ansbach: Familienunternehmen Blumen Heller mit Hilferuf
  • Mitarbeitende seien an ihrer "absoluten Kapazitätsobergrenze" angelangt
  • In Eigenregie "mit großem Erfolg" Online-Shop ins Leben gerufen
  • Chef verzweifelt: "Sämtliche Versuche gescheitert"

Seit fast 70 Jahren gibt es das Familienunternehmen Blumen Heller in Ansbach. Geführt wird es von Steffen Heller, gemeinsam mit seinem Vater. Doch nun sind auch sie von einem großen Problem betroffen: dem Fachkräftemangel, "der mittlerweile schon zu einem generellen Mitarbeitermangel fortgeschritten ist."

Ansbach: Blumen Heller ist in "einer der schwierigsten Phasen" angelangt 

Die aktuelle sei "eine der schwierigsten Phasen der fast 70-jährigen Unternehmensgeschichte", erklärt Heller. Lange habe man sich bemüht, jedes Jahr eine*n Auszubildende*n "gut durch die Lehrzeit und die Prüfungen zu bringen". Dennoch sei es nicht gelungen, genügend Personal aufzubauen, um den Bedarf zu decken. "Sämtliche Versuche sind gescheitert", so Heller.

Seit mehreren Monaten müssten die Mitarbeitenden "lernen, große und vor allem schöne floristische Aufträge abzulehnen, da wir diese personell neben unseren Ladengeschäften nicht stemmen konnten und können". Alle würden an ihrer "absoluten Kapazitätsobergrenze" arbeiten. Brautpaaren, die von dem Handwerk und der Floristik begeistert gewesen seien und seit vielen Jahren treue Stammkunden seien, habe das Unternehmen "schweren Herzens" absagen müssen. Selbiges gelte auch für Trauerfeiern und Firmenaufträge - "das schmerzt natürlich".

"Was uns auch von anderen Blumenläden abheben dürfte, ist unser Online-Shop mit den momentan sehr angesagten Trockenblumen", erklärt Heller. "Auf über 500 Quadratmetern fertigen wir täglich viele Sträuße, Flower Hoops, Hochzeitsdekorationen und alles, was man mit Trockenblumen kreatives machen kann an und versenden es deutschlandweit."

Trotz "großem Erfolg": Personal für Ansbacher Blumenladen bleibt aus

Und das mit "großem Erfolg", da Heller diesen Trend bereits vor zwei Jahren erkannt habe und seinen Online-Shop gestartet habe - in Eigenregie. Auch seit in diesem Jahr die "Big Player", wie Amazon, Depot, Dehner, Blume2000, Butlers und Co. diesen Bereich für sich entdeckt hätten, seien sie "weiterhin ganz vorne dabei und mischen die Mitbewerber auf". Entsprechend wenig Verständnis habe Heller aus Ansbach für den Mangel an Personal und die schwache Resonanz auf seine Stellenanzeigen.

In Bad Kissingen fand am Samstag (25. September 2021) eine Jobmesse speziell wegen des Fachkräftemangels statt. Bei der von den Wirtschaftsjunioren organisierten Messe waren wieder 45 Aussteller in der Wandelhalle.