Druckartikel: Nach Vorstoß in Köln: Kostet der Bamberger Dom bald Eintritt?

Nach Vorstoß in Köln: Kostet der Bamberger Dom bald Eintritt?


Autor: Julian Drescher

Bamberg, Mittwoch, 18. März 2026

Der Kölner Dom plant eine Besichtigungsgebühr für Touristen. Gilt das bald auch für den Bamberger Dom? Wir klären auf.
Der Bamberger Dom im warmen Abendlicht vor blauem Himmel.


Der Kölner Dom sorgt derzeit für Diskussionen: Ab Mitte 2026 müssen Touristen Eintritt zahlen. Grund sind die schwindelerregenden Instandhaltungskosten der gotischen Kathedrale - täglich 44.000 Euro.

Da stellt sich auch in Franken die Frage: Droht eine Besichtigungsgebühr im Bamberger Dom? Wir haben nachgefragt.

Bamberger Dom: Droht ein Eintrittspreis wie im Kölner Dom?

"Es ist derzeit nicht geplant, Eintritt zu verlangen", sagt Harry Luck, Pressesprecher des Erzbistums Bamberg. Für Besucher solle der Dom auch künftig frei zugänglich bleiben – unabhängig davon, ob sie zum Gebet oder als Touristen kommen.

Der Grund: Die finanziellen Grundlagen für den Erhalt des Gebäudes seien bereits geregelt. Deshalb bestehe derzeit kein Handlungsbedarf für die Einführung eines Eintrittspreises.

Das ist der Unterschied zum Kölner Dom

In Köln zwangen die explodierenden Unterhaltskosten von 16 Millionen Euro pro Jahr die Verantwortlichen zur Einführung einer Besichtigungsgebühr. Nur so sei der Fortbestand und die Pflege von Deutschlands meistbesuchter Sehenswürdigkeit zu sichern, machte der Kölner Dompropst deutlich. Vorangegangene Sparmaßnahmen brachten nur kurzfristige Entlastung.

Video:




Anders beim Bamberger Dom: "Die Kosten für die Instandhaltung sind gedeckt", erklärt Pressesprecher Luck. Für die Finanzierung der Instandhaltung gebe es keinen Handlungsbedarf.

Zuständig für die Instandhaltung des Doms sei als Baulastträger der Freistaat Bayern, genauer gesagt das Staatliche Bauamt Bamberg. Auf Anfrage unserer Redaktion über die Höhe der jährlichen Instandhaltungskosten der Bamberger Kathedrale nannte das Staatliche Bauamt Bamberg keine Zahlen. Unsere Kollegen vom Fränkischen Tag berichteten im Sommer 2025 über die Restaurierungsarbeiten am Bamberger Dom (Plus-Angebot)

Die Kosten für den Innenbereich des Doms wie Heizung, Brandschutz, Versicherung und Strom dagegen übernehme die Kirche selbst, so Luck. Im Bistums-Haushalt seien für die Domkirche rund 400.000 Euro eingestellt, einschließlich Personalkosten. Durch diese Aufteilung bleiben die laufenden Ausgaben abgesichert - und ein Eintritt für Besucher sei derzeit kein Thema.

Bamberger Dom: Beeindruckende tausendjährige Geschichte

Der Bamberger Dom geht auf die Zeit von Heinrich II. zurück, der den Bau im Jahr 1002 in Auftrag gab. Der erste Dom wurde 1012 geweiht und war eine romanische, dreischiffige Basilika mit zwei Türmen. Heinrich II. wollte Bamberg damit zu einem religiösen und politischen Zentrum seines Reiches machen.

Der heutige Dom ist bereits der dritte Bau an dieser Stelle. Brände zerstörten frühere Gebäude in den Jahren 1081 und 1185, sodass der Dom anschließend neu errichtet werden musste. Über die Jahrhunderte entwickelte sich das Bauwerk zu einem der bedeutendsten Wahrzeichen der Stadt Bamberg. Der Bamberger Dom ist seit 1993 UNESCO-Weltkulturerbe und lockt jedes Jahr bis zu 1,5 Millionen Besucher an.

Derzeit schreiten am neben dem Dom gelegenen Kloster St. Michelsberg die Sanierungsarbeiten weiter voran. Ikonische Denkmäler wie der Bamberger Dom werden auch beim Tag des offenen Denkmals 2026 eine große Rolle spielen, dessen Eröffnung in Bamberg stattfinden wird.

Wie wir künstliche Intelligenz einsetzen