Die Wirtschaftsflaute wirkt sich weiter auf den Arbeitsmarkt aus. Erst ab Mitte 2026 könnte sich die Lage entspannen. Doch es gibt Herausforderungen.
Zum Jahresende ist die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland weiter gestiegen und liegt so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Ab Mitte 2026 könnte sich der Arbeitsmarkt etwas erholen - vorausgesetzt die Wirtschaft nimmt wie erwartet Fahrt auf. Der demografische Wandel, die Transformation der Wirtschaft oder handelspolitische Unsicherheiten könnten diese Entwicklung jedoch ausbremsen, sagte die Chefin der Bundesagentur für Arbeit (BA), Andrea Nahles. «2026 wird für den Arbeitsmarkt deshalb ein Jahr mit Licht und Schatten.»
Winterpause lässt Arbeitslosigkeit steigen
Im Dezember stieg die Zahl der Arbeitslosen laut der Bundesagentur in Nürnberg verglichen mit dem Vormonat um 23.000 auf 2,908 Millionen. Die Arbeitslosenquote stieg im Vergleich zum November um 0,1 Punkte auf 6,2 Prozent. Für die Dezember-Statistik griff die Bundesagentur auf Daten zurück, die bis zum 11. Dezember vorlagen.
Dass die Arbeitslosigkeit am Jahresende zunimmt, ist wegen der Winterpause üblich. Vor dem Jahresende stellen Unternehmen erfahrungsgemäß weniger neue Beschäftige ein. Zudem gibt es in der kalten Jahreszeit weniger Außenjobs etwa im Baugewerbe oder der Landwirtschaft.
Ungünstige Entwicklung
Doch der Vergleich zum Vorjahr zeigt eindeutig den negativen Trend: Im Dezember 2024 waren noch 101.000 Menschen weniger arbeitslos gemeldet. Höher als am Jahresende 2025 lag die Arbeitslosigkeit zuletzt im Dezember 2010. Damals waren 3,012 Millionen Menschen ohne Job, zugleich war aber auch die Beschäftigung deutlich niedriger. Im Vergleich der Bundesländer lag die Arbeitslosenquote im Dezember in Bayern mit 4,0 Prozent am niedrigsten, in Bremen mit 11,2 Prozent am höchsten.
Im Zuge der wirtschaftlichen Schwäche habe sich der Arbeitsmarkt im Laufe des Jahres schrittweise in eine ungünstige Richtung entwickelt, sagte Nahles weiter. «Unter dem Strich steht er schwächer da als vor einem Jahr.» Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung - die Menschen in Maßnahmen wie Integrationskursen erfasst - nahmen im Zuge der anhaltenden Wirtschaftsschwäche ihr zufolge das dritte Jahr in Folge zu.
«Dem Arbeitsmarkt fehlt aktuell der Rückenwind», erklärte der Deutsche Gewerkschaftsbund. «Wer den Arbeitsmarkt wirklich in Fahrt bringen will, muss den Fokus auf kluge Wirtschaftspolitik legen.» Dazu müsse die Bundesregierung die Sozialpartner für einen gemeinsamen Plan einbinden.
Stillstand bei der Beschäftigung
Vor allem in der Industrie kostete die Konjunkturflaute Jobs, während im öffentlichen Dienst, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im öffentlichen Dienst die Beschäftigung weiter zunahm - allerdings ausschließlich in Teilzeit, wie Nahles betonte. Im Laufe des Jahres sei das Beschäftigungswachstum zum Stillstand gekommen und liege mit rund 35 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Oktober 2025 in etwa auf dem Niveau des Vorjahres.