US-Präsident Trump schwingt erneut die Zollkeule. Die EU-Kommission behält sich Gegenmaßnahmen vor, der Verband der Automobilindustrie ist besorgt. Experten sehen Deutschland besonders betroffen.
Mit Beginn der neuen Woche steht eine kräftige Anhebung der US-Zölle auf Fahrzeuge aus der EU ins Haus. Die Europäische Union und die deutsche Wirtschaft kritisieren die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Zollerhöhung scharf. Die EU-Kommission behält sich Gegenmaßnahmen vor, sollte Trump seine Ankündigung tatsächlich wahr machen.
Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses im Europaparlament, nannte Trumps Ankündigung inakzeptabel. Der deutsche Verband der Automobilindustrie (VDA) bezeichnete Trumps Vorstoß als «erneute und schwerwiegende Belastung der transatlantischen Beziehungen».
Trump hatte am Freitag auf der Plattform Truth Social angekündigt, er wolle Zölle auf Autos und Lastwagen, die aus der EU in die USA eingeführt werden, von kommender Woche an von 15 auf 25 Prozent erhöhen. Er begründete das mit dem Vorwurf, die EU halte sich nicht an das vereinbarte Handelsabkommen.
Der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, warnt vor erheblichen Risiken für die deutsche Wirtschaft. Der Ökonom befürchtet ernsthafte Folgen, sollte die EU ihrerseits Zölle auf US-Produkte erheben. Fuest sagte der «Bild»-Zeitung: «Falls daraus ein neuer Handelskrieg wird, droht Deutschland 2026 eine Rezession.» Jens Südekum, Berater im Bundesfinanzministerium, riet dazu, abzuwarten. Zunächst sollte geprüft werden, ob die angekündigten US-Zölle tatsächlich erhoben würden. Für diesen Fall sprach er sich für «angemessene Gegenmaßnahmen» der EU aus.
EU-Kommission behält sich Gegenmaßnahmen vor
Eine Sprecherin der EU-Kommission teilte mit, sollten die USA Maßnahmen ergreifen, die im Widerspruch zum gemeinsamen Handelsabkommen stünden, behalte man sich «alle Optionen vor, um die Interessen der EU zu schützen». Die Sprecherin versicherte, die EU setze die eingegangenen Verpflichtungen im Einklang mit der üblichen Gesetzgebungspraxis um und halte die US-Regierung dabei stets umfassend auf dem Laufenden.
Lange sagte, das Europäische Parlament halte weiterhin an der Vereinbarung fest und arbeite an der Umsetzung des Abkommens. «Während die EU ihre Verpflichtungen erfüllt, bricht die US-Seite ihre Zusagen immer wieder», schrieb er auf der Plattform X.
VDA-Präsidentin Hildegard Müller betonte: «Das Handelsabkommen, das zwischen der EU und den USA vereinbart wurde, muss von beiden Seiten eingehalten werden.» Dabei müsse Brüssel «endlich» die Abmachungen umsetzen. Die zusätzlichen Abgaben würden die deutsche und europäische Automobilindustrie in einer ohnehin angespannten Lage hart treffen. Zugleich könnten die Maßnahmen auch Auswirkungen auf Verbraucherinnen und Verbraucher in den USA haben, hieß es weiter. Die Autoindustrie rufe Washington und Brüssel zu einer Deeskalation und zu raschen Gesprächen auf.