Man selbst bekomme genug Köche, auch weil man relativ wenige brauche. «Ein Koch kocht bei uns tonnenweise Essen - mit wenigen Köchen haben wir also viel Ergebnis.» Hinzu komme, dass man eine aktive Koch-Nachwuchsarbeit mache - das könne ein Krankenhausbetreiber nicht leisten.
Laabs weist zudem darauf hin, dass Betreiber von Krankenhäusern und Altenheimen häufig millionenschwere Investitionen in eine große Küche mit eigenen Köchen scheuten. Das sei ein Arbeitsbereich, in dem sich solche Betreiber wenig auskennen. Ein Küchenbereich, in dem das Tiefkühlessen nur warm gemacht wird, sei hingegen deutlich günstiger und kleiner. «Und man muss keine Rundum-Besetzung mit Köchen gewährleisten, die auch mal krank sein können und ausfallen.»
Apetito betreibt als Catering-Unternehmen auch Kantinen für Firmen. An einigen Standorten bekomme Apetito den Fachkräftemangel zu spüren, räumte Laabs ein. Als großer Konzern könne man aber gut gegensteuern.
Das Familienunternehmen macht in Deutschland etwa 60 Prozent seines Umsatzes, der zweitwichtigste Markt ist Großbritannien, gefolgt von Dänemark und Kanada. Weitere relevante Absatzmärkte sind Spanien, die Niederlande und Österreich.
Der Deutsche will es billig
Nach Darstellung von Laabs hat die Essensverpflegung in den Staaten einen unterschiedlichen Stellenwert. So blicke man in Deutschland sehr stark auf den Preis, im Ausland sei die Zahlungsbereitschaft hingegen höher. «In Deutschland haben Sie Hybrid-Shopper: Der Fahrer eines teuren Sportwagens gibt an der Tankstelle viel Geld fürs Tanken aus, und danach fährt er zum Discounter, um möglichst wenig Geld für Fleisch auszugeben.»
Verkaufsgespräche mit Kindergartenträgern verliefen stets ähnlich. «Die erste Frage lautet immer, "Was ist das günstigste?" Dann kommen die Elternvertreter und sagen, "es kann auch ein bisschen mehr sein - was kostet Bio?"», sagt Laabs. Im Schnitt koste eine Kindergartenverpflegung 3,50 Euro pro Kopf, in Bio seien es 4,50 Euro. «Dann kommen auch die Elternvertreter ins Grübeln und eine Woche später heißt es, doch kein Bio, wir nehmen das Standardgericht für 3,50 Euro.»
Die Niederländer zahlten fast zwei Euro mehr für die Kinderversorgung und in Dänemark sei Bio-Essen an Kindergärten Pflicht, sagt Laabs. In Spanien wiederum sei die Krankenhausverpflegung deutlich attraktiver, dort gebe es oft zwei warme Gerichte pro Mahlzeit. So werde gutem Essen ein höherer Stellenwert eingeräumt bei der Frage, wie Kranke am besten genesen können. «Wir sind in Deutschland sehr fokussiert darauf, möglichst günstiges Essen zu haben.»