Telekom: Neue Änderung für Handy-Nutzer - was hinter "hey Magenta" steckt
Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa
Bonn, Dienstag, 03. März 2026
Bei Telefonaten geht es in der Regel um einen Anrufer und einen Angerufenen. Die Telekom möchte eine Nummer drei hinzugesellen: Einen KI-Assistenten, der bei Bedarf am Gespräch teilnimmt und hilft.
Ob Echtzeit-Übersetzung, Fahrplan-Informationen, Restaurant-Empfehlungen oder Gesprächszusammenfassungen nach dem Auflegen: Bei Telefonaten im Mobilfunknetz der Deutschen Telekom sollen die Gesprächsteilnehmer künftig auf eine Künstliche Intelligenz zurückgreifen können. Der Bonner Konzern hat bei der Mobilfunkmesse Mobile World Congress (MWC) in Barcelona eine entsprechende Assistenzfunktion vorgestellt, die er noch in diesem Jahr in sein Netz integrieren wird. "Es geht zeitnah los", sagt Telekom-Technikvorstand Abdu Mudesir. Ob der "Magenta AI Call Assistant" etwas kostet, war zunächst unklar.
Die KI soll im Telefonat auf Abruf als Stimme präsent sein und wird mit "Hey Magenta" aktiviert. Es geht um das Mobilfunknetz der Telekom, nicht um das Festnetz. Die Funktion ist auch nutzbar, wenn ein Telekom-Kunde bei einem O2- oder Vodafone-Kunden anruft. Die Telekom ist nach eigenen Angaben der erste Telekommunikationskonzern weltweit, der KI-Dienste in sein Netz einbindet. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) testete den KI-Assistenten bei einem Besuch des Telekom-Messestandes.
KI soll Sprachtelefonie stärken
Der KI-Assistent hat verschiedene Funktionen, eine davon ist die Echtzeit-Übersetzung. Innerhalb von zwölf Monaten sollen 50 Sprachen übersetzt werden können. Außerdem kann die KI Zusammenfassungen erstellen, die der Anrufer am Ende des Telefonats schriftlich erhält.
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Das könne etwa bei Anrufen beim Handwerker oder bei der Versicherung nützlich sein, sagt die Produktverantwortliche Lena Drubel, oder bei einem Gespräch mit dem Arzt, der Details zu einer Krankheit und Behandlungsmöglichkeiten erläutert. "Das Thema ist Neuland für den Patienten, er ist nervös und muss genau zuhören – dank der KI-Zusammenfassung bekommt er Klarheit, was genau besprochen wurde."
Mit dem KI-Vorhaben möchte der Konzern die Sprachtelefonie stärken, die in den vergangenen Jahren etwas aus der Mode gekommen ist: Viele Menschen senden sich heutzutage lieber Chatnachrichten, anstatt sich anzurufen - die Gesamtzahl der Telefonminuten sinkt daher seit Jahren. Telekom-Vorstand Mudesir hat große Erwartungen an den KI-Assistenten für Telefonate: "Das lässt Sprache aus der Asche auferstehen."
KI-Vorteile auch bei alter Technik
"Wir machen KI den Menschen ohne Barriere zugänglich – dafür ist nicht das neueste teure Smartphone und keine App nötig, sondern einfach nur ein Handy, von mir aus auch ein altes Nokia-Tastentelefon", betont Telekom-Vorstand Mudesir. Seine Eltern lebten in Äthiopien und seine Kinder wachsen in Deutschland auf. "Wenn sie ihre Großeltern anrufen, können sie Deutsch sprechen und ihre Großeltern Amhari."
Der KI-Assistent kann zudem während des Gesprächs Fragen beantworten – der Anrufer oder der Angerufene kann ihn nach Flugverbindungen, Hotelverfügbarkeiten oder Sport-Informationen fragen. Solche Übersetzungs- und Antwortfunktionen gibt es bereits, hierfür braucht man bislang aber entsprechende Apps oder gute Hardware, etwa die Apple-AirPods-Kopfhörer oder die Kommunikationsplattform Microsoft Teams mit Copilot-KI.