Druckartikel: Siegmund-Aussage verblüfft ARD-Moderator: "Jetzt bin ich etwas überrascht"

Siegmund-Aussage verblüfft ARD-Moderator: "Jetzt bin ich etwas überrascht"


Autor: Ralf Welz, Redaktion, Agentur dpa

Magdeburg, Sonntag, 06. Sept. 2026

Bei der Wahl in Sachsen-Anhalt liegt die AfD deutlich vor der CDU. Eine Aussage von Spitzenkandidat Ulrich Siegmund sorgte in der ARD augenfällig für Verblüffung beim Moderator.
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund bewertete das Ergebnis seiner Partei im Gespräch mit der ARD sichtlich positiv. Eine seiner Aussagen ließ Moderator Gunnar Breske allerdings verblüfft zurück.


Update vom 06.09.2026, 20.50 Uhr: CDU-Debakel in Sachsen-Anhalt - Ergebnis laut Schulze "richtig niederschmetternd"

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist von einer ungewöhnlich hohen Beteiligung und einem stark polarisierten Wahlkampf geprägt gewesen. Nach Hochrechnungen von ARD und ZDF gaben rund 78 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Damit erreichte die Beteiligung ein Rekordniveau. Nach den Zahlen beteiligten sich rund 78 Prozent der Wahlberechtigten an der Abstimmung. Die bislang höchste Beteiligung bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt seit der Wiedervereinigung gab es 1998 mit 71,5 Prozent.

Im Vergleich zur vorherigen Landtagswahl im Jahr 2021 stieg die Beteiligung deutlich an. Damals hatten lediglich 60,3 Prozent der Wahlberechtigten abgestimmt. Dieser Wert war nach Angaben der Landeswahlleitung bereits am späten Nachmittag und noch vor der Einberechnung der Briefwahlstimmen überschritten worden. Beobachter führen die hohe Mobilisierung auch auf die starke politische Polarisierung im Wahlkampf und die internationale Aufmerksamkeit für das Ergebnis zurück.

Für die CDU fällt die Bilanz hingegen ernüchternd aus. Spitzenkandidat und Regierungschef Sven Schulze bezeichnete das Abschneiden seiner Partei als "richtig niederschmetternd". Welche Konsequenzen das Ergebnis für ihn persönlich und für seine Zukunft als CDU-Landesvorsitzender hat, ließ Schulze zunächst offen.

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Er verwies auf die anstehenden Beratungen in den Parteigremien am Montag. Das Wahlergebnis und seine Bedeutung für die CDU in Sachsen-Anhalt müssten im Landesvorstand gemeinsam mit den Kreisvorsitzenden besprochen werden, sagte Schulze im MDR. Dabei gebe es sowohl Stimmen, die ihn zum Weitermachen aufforderten, als auch möglicherweise einzelne Parteimitglieder, die einen Wechsel an der Spitze forderten. "Wir müssen jetzt mit jemand anderem an der Spitze der CDU arbeiten". so Schulze.

Die CDU steht damit vor einer grundsätzlichen Debatte über ihren weiteren Kurs und ihre personelle Führung. Die Beratungen im Landesvorstand dürften zeigen, wie die Partei auf das schwache Wahlergebnis reagieren will.

Update vom 06.09.2026, 19.05 Uhr: ARD-Moderator zeigt sich von Siegmunds Worten überrascht

Die Alternative für Deutschland (AfD) hat bei der mit Spannung erwarteten Landtagswahl in Sachsen-Anhalt einen Erdrutschsieg eingefahren. Nach den Hochrechnungen von ARD und ZDF kommt die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei auf 44,1 bis 44,5 Prozent und kann ihren Stimmenanteil gegenüber 2021 (20,8 Prozent) mehr als verdoppeln. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund zeigte sich im ARD-Interview äußerst zufrieden. Mit einer Aussage überraschte er jedoch den Moderator Gunnar Breske.

Als der Journalist kurz nach der veröffentlichten Prognose Siegmund fragte, ob dieser jetzt Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt werde, entgegnete der 35-Jährige: "Diese Frage lässt sich jetzt um 18 Uhr nicht beantworten. Aber wir haben genau das geschafft, was wir schaffen wollten. Wir haben in diesem Land Geschichte geschrieben. Das muss man ganz deutlich so sagen.“ Die Menschen in Sachsen-Anhalt hätten "ein ganz klares Zeichen" ausgesprochen, dass es so wie bislang nicht weitergehen könne. "Wir brauchen eine grundsätzliche politische Wende in diesem Land, die sich endlich wieder mit unseren eigenen Interessen und unserem eigenen Land beschäftigt."

Der Moderator zeigte sich darauf erstaunt. "Jetzt bin ich etwas überrascht, gebe ich zu“, warf Breske ein. "Weil Sie vorher klar gesagt haben: 'Entweder die AfD hat eine absolute Mehrheit - sonst würde ich es nicht machen.' Jetzt haben Sie aber doch die Hand ausgestreckt - doch zu einer Koalition.“

Siegmund entgegnete dem ARD-Moderator, dass sich beide Aussagen miteinander vereinbaren ließen. "Das ist überhaupt kein Widerspruch", hielt der Politiker fest. Seit zehn Jahren sage er, dass er allen möglichen Kräften die Hand ausstrecke, "wenn sie mit uns eine grundsätzliche politische Kehrtwende herbeiführen wollen". Siegmund betonte zugleich, dass er diese Kräfte aktuell nicht sehe.

Nach bisherigem Stand strebt die AfD eine alleinige Regierungsbildung an, verfügt zumindest laut den Prognosen jedoch nicht über die dafür notwendige Stimmenmehrheit. Dennoch würde sie bei einer Landtagswahl ihr bislang bestes Ergebnis erzielen. Bereits 2024 wurde sie in Thüringen stärkste Kraft.

Update vom 06.09.2026, 18.45 Uhr: Auch Hochrechnungen sehen AfD bei mehr als 44 Prozent

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt liegt die AfD mit ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund deutlich vorn. Nach den Hochrechnungen von ARD und ZDF erreicht die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze trotz erheblicher Verluste den zweiten Platz. Während die Linke Stimmen einbüßt, legen die Grünen deutlich zu. Die SPD kann ihren Stimmenanteil weitgehend halten. Damit zeichnet sich eine schwierige Regierungsbildung ab. Der Einzug des BSW in den Landtag ist weiterhin ungewiss.

Den Hochrechnungen zufolge kann die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD ihren Stimmenanteil auf 44,1 bis 44,5 Prozent mehr als verdoppeln (2021: 20,8 Prozent). Die CDU halbiert ihren Stimmenanteil in etwa und steuert mit 18,5 Prozent (37,1 Prozent) auf ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zu.

Die Linke kommt auf 9,2 bis 9,4 Prozent (11 Prozent), die Grünen erreichen 8,7 bis 8,9 Prozent (5,9 Prozent). Die SPD liegt bei 8,2 bis 8,8 Prozent (8,4 Prozent). Die FDP scheitert mit 2,1 bis 2,4 Prozent (6,4 Prozent) an der Fünfprozenthürde und zieht damit nicht erneut in den Landtag ein. Das Bündnis Sahra Wagenknecht erreicht 4,8 bis 5 Prozent.

Nach den Hochrechnungen gewinnt die AfD 39 bis 41 Sitze im Landtag (2021: 23), während die CDU auf 16 bis 17 Mandate kommt (40). Die Linke erhält voraussichtlich 8 bis 9 Sitze (12), die SPD 7 bis 8 (9) und die Grünen 8 (6). Das BSW zieht laut ARD-Hochrechnung mit 5 Mandaten in den Landtag ein.

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt liegt die AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund mit weitem Abstand vorn. Nach den Hochrechnungen von ARD und ZDF landet die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze mit immensen Verlusten auf Platz zwei. Die Linke büßt Stimmen ein. Die Grünen gewinnen deutlich hinzu, die SPD hält etwa ihren Stimmenanteil. Damit deutet sich eine komplizierte Regierungsbildung an. Der Einzug des BSW in den Landtag steht auf der Kippe.

Den Hochrechnungen zufolge kann die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD ihren Stimmenanteil auf 44,1 bis 44,5 Prozent (2021: 20,8 Prozent) mehr als verdoppeln. Die CDU halbiert etwa ihren Stimmenanteil und steuert mit 18,5 Prozent (37,1 Prozent) auf ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zu. Die Linke erhält 9,2 bis 9,4 Prozent (11 Prozent). Die Grünen liegen bei 8,7 bis 8,9 Prozent (5,9 Prozent). Die SPD kommt auf 8,2 bis 8,8 Prozent (8,4 Prozent). Die FDP fliegt mit 2,1 bis 2,4 Prozent (6,4 Prozent) aus dem Parlament. Das Bündnis Sahra Wagenknecht steht bei 4,8 bis 5 Prozent.

Den Hochrechnungen zufolge erhält die AfD 39 bis 41 Sitze im Landtag (2021: 23), die CDU 16 bis 17 (40). Die Linke kommt auf 8 bis 9 Mandate (12), die SPD auf 7 bis 8 (9) und die Grünen auf 8 (6). Das BSW erhält laut ARD-Hochrechnung 5 Mandate.

Update vom 06.09.2026, 18.15 Uhr: AfD triumphiert - Partei bei Wahl in Sachsen-Anhalt klarer Sieger

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt liegt die AfD mit ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund weit vorn. Laut Prognosen von ARD und ZDF erleidet die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze erhebliche Verluste und landet auf dem zweiten Platz. Die Linke verliert Stimmen, während die Grünen deutlich zulegen und die SPD ihren Stimmenanteil etwa hält. Dies deutet auf eine komplizierte Regierungsbildung hin, wobei der Einzug des BSW in den Landtag auf der Kippe steht.

Den Prognosen zufolge verdoppelt die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD ihren Stimmenanteil auf 44 bis 44,5 Prozent (2021: 20,8 Prozent). Die CDU steuert mit 18,5 Prozent (37,1 Prozent) auf ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zu. Die Linke erhält 9 bis 9,5 Prozent (11 Prozent). Die Grünen erreichen 8,5 bis 9 Prozent (5,9 Prozent). Die SPD kommt auf 8 bis 9 Prozent (8,4 Prozent). Die FDP scheitert mit 2 bis 2,5 Prozent (6,4 Prozent) an der Fünfprozenthürde. Das Bündnis Sahra Wagenknecht liegt bei 4,8 bis 5 Prozent.

Laut Prognosen erhält die AfD 39 bis 41 Sitze im Landtag (2021: 23), die CDU 16 bis 17 (40). Die Linke kommt auf 8 bis 9 Mandate (12), die SPD auf 7 bis 8 (9) und die Grünen auf 8 (6). Das BSW erhält laut ARD-Prognose 5 Mandate.

Knapp 1,7 Millionen Wahlberechtigte durften ihre Stimme abgeben. Die AfD hatte im Wahlkampf wiederholt die Briefwahl als leicht manipulierbar bezeichnet und ihre Legitimität in Frage gestellt. Landeswahlleiterin Christa Dieckmann wies solche Spekulationen zurück.

Schwarz-rot-gelbe Regierungskoalition am Ende

Eine Neuauflage der bisher in Sachsen-Anhalt regierenden Koalition aus CDU, SPD und FDP ist damit ausgeschlossen. Es war das einzige derartige Bündnis auf Landesebene. Wahrscheinlich ist jedoch, dass die Regierung ihre Geschäfte noch eine Zeit lang weiterführen wird, da die Gespräche zur Bildung einer neuen Koalition schwierig werden dürften.

Die AfD strebt eine Alleinregierung an – dafür reichen die Stimmen laut Prognosen jedoch nicht. Gleichwohl wäre es das beste Ergebnis der Partei bei einer Landtagswahl. Stärkste Kraft war sie bei einer Landtagswahl schon einmal: 2024 in Thüringen.

Von den übrigen Parteien will in Sachsen-Anhalt keine mit der AfD koalieren. Spitzenkandidat Siegmund hatte vor der Wahl eine Minderheitsregierung unter seiner Führung ausgeschlossen.

Eine Minderheitsregierung könnte auch von der CDU geführt werden. Spitzenkandidat Schulze wäre dafür allerdings unter anderem auf Stimmen der Linken angewiesen – ähnlich wie in Sachsen und Thüringen. In seiner Partei gibt es auch Mitglieder, die sich für wechselnde Mehrheiten aussprechen – also auch unter Einbeziehung der AfD. Das dürfte die Linke jedoch nicht akzeptieren.

Eine Koalition oder vergleichbare Formen der Zusammenarbeit lehnt die CDU laut Bundesparteitagsbeschluss sowohl mit der Linken als auch der AfD ab. Die Linie wird auch als "Brandmauer" bezeichnet.

Amtsinhaber Schulze und Herausforderer Siegmund

Schulze ist erst seit Januar dieses Jahres Regierungschef. Sein Vorgänger Reiner Haseloff (CDU) war nach rund 15 Jahren zurückgetreten, um ihm als Nachfolger den Weg zu ebnen. Der 47-jährige Wirtschaftsingenieur und dreifache Vater Schulze konnte damit nicht im gleichen Maße vom Amtsinhaberbonus profitieren wie ein langjähriger Regierungschef.

Im Wahlkampf hatte er es nicht leicht gegen seinen härtesten Konkurrenten, AfD-Spitzenkandidat Siegmund. Der 35-Jährige wurde bei vielen seiner Auftritte gefeiert wie ein Popstar. Extreme Positionen aus dem AfD-Wahlprogramm stellte er teils als harmlos dar.

Aufmerksamkeit für die Wahl im Bund und im Ausland

Zwar leben in Sachsen-Anhalt nur gut drei Prozent der Wahlberechtigten Deutschlands. Trotzdem war das bundesweite und internationale Interesse an dieser Landtagswahl selten so groß wie diesmal. Grund ist die Frage, ob erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik eine als rechtsextremistisch eingestufte Partei auf Landesebene an die Macht kommt.

In zwei Wochen - am 20. September - folgen zwei weitere Landtagswahlen in Ostdeutschland: in Mecklenburg-Vorpommern und im Land Berlin. Die drei Abstimmungen könnten die schwarz-rote Koalition im Bund stark durcheinanderwirbeln.

Haben Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz sowie die SPD-Chefs Bärbel Bas und Lars Klingbeil noch genug Rückhalt in den eigenen Reihen? Reicht der Koalitions-Kitt, um im Herbst wie geplant schwierige Reformen zu Rente, Einkommensteuer und Krankschreibungen zu beschließen?

Migration, Bildung, Sicherheit – Wichtige Themen im Wahlkampf

Im Wahlkampf stand über allen Sachthemen die Frage, ob es die AfD an die Landesregierung schaffen könnte. Inhaltlich wurde heftig über Migration gestritten. Die AfD sprach von "Asylchaos", das sie stoppen wolle.

In der Bildungspolitik war besonders der Plan der AfD umstritten, die Schulpflicht zu lockern und Eltern zu ermöglichen, ihre Kinder zu Hause zu unterrichten. Auch die Ankurbelung der Wirtschaft, die innere Sicherheit mit der AfD-Forderung nach Bürgerwehren und die Strompreise spielten eine größere Rolle.

Vorfälle, die im Wahlkampf Schlagzeilen machten

Neben Sachthemen sorgte auch eine Reihe von Vorfällen für Aufregung. So wurde Schulze im Internet als "Wunderheiler" bezeichnet, weil auf einem Wahlplakatmotiv eine Frau im Rollstuhl sitzt und auf einem anderen neben ihm steht. Der Ministerpräsident räumte einen "handwerklichen" Fehler ein.

Der AfD-Europaabgeordnete Arno Bausemer soll in Stendal bei einer Auseinandersetzung um ein Wahlplakat einen Jugendlichen leicht verletzt haben. Berichten zufolge nutzte Bausemer, der auch Schatzmeister der AfD Sachsen-Anhalt ist, einen Baseballschläger. Er selbst schilderte, nach mehreren Zerstörungen eines AfD-Banners habe er den Jugendlichen auf frischer Tat ertappt.

Für Wirbel sorgte auch der Stendaler CDU-Lokalpolitiker Bernd Prange, der der AfD insgesamt 10.000 Euro spendete und eine Wahlempfehlung für die Partei aussprach.

Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz war mit Vorwürfen wegen der rechtsextremen Vergangenheit ihres Ehemanns vor rund 30 Jahren konfrontiert. Sie betonte, inzwischen sei ihr Mann Demokrat und Antifaschist.

Wie geht es weiter?

Die erste Sitzung des neuen Landtages muss spätestens am 30. Tag nach der Wahl stattfinden, das ist der 6. Oktober. Dann enden auch die Amtszeiten der Minister und des Regierungschefs. Sie alle sind jedoch laut Verfassung verpflichtet, die Geschäfte weiterzuführen, bis die Nachfolger übernehmen.

Es gibt keine Frist, bis wann ein neuer Regierungschef gewählt sein muss - aber wenn der erste Wahlgang angesetzt ist und scheitert, greifen Fristen für mögliche weitere Wahlgänge.

Der Landtag hat regulär 83 Sitze, durch Ausgleichs- und Überhangmandate saßen in der abgelaufenen Legislaturperiode jedoch 97 Abgeordnete im Parlament.

Update 06.09.2026, 18.05 Uhr: AfD gewinnt Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit Riesenabstand

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt liegt die AfD mit ihrem Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund deutlich vorn. Laut den Prognosen von ARD und ZDF erreicht die CDU unter Ministerpräsident Sven Schulze mit erheblichem Abstand den zweiten Platz.

Nach der um 18 Uhr veröffentlichten ARD-Prognose entfallen 44,5 Prozent auf die AfD – 23,7 Prozentpunkte mehr als bei der vergangenen Wahl. Die CDU muss hingegen ein bitteres Ergebnis hinnehmen: Sie kommt auf gerade einmal 18,5 Prozent. Das entspricht einem Rückgang um 18,6 Prozentpunkte gegenüber 2021.

Update 06.09.2026, 17.30 Uhr: Wahl in Sachsen-Anhalt: Sehr hohe Beteiligung, AfD vor Mehrheit

Bis zum späten Nachmittag hatten bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt bereits mehr Bürger ihre Stimme abgegeben als vor fünf Jahren. Die Wahlbeteiligung erreichte bis 16 Uhr 65,3 Prozent, wie die Wahlleiterin Christa Dieckmann mitteilte. Im Jahr 2021 lag die Beteiligung zur gleichen Zeit bei 41 Prozent, insgesamt betrug sie damals 60,3 Prozent.

Die Wahlbeteiligung wird vor der Schließung der Wahllokale noch ohne die Berücksichtigung der Briefwahl ermittelt. In diesem Jahr sind etwa 1,7 Millionen Wahlberechtigte zur Stimmabgabe aufgerufen. Die insgesamt rund 2.130 Wahllokale im Land bleiben heute noch bis 18.00 Uhr geöffnet.

Update 06.09.2026, 14.10 Uhr: Hohe Wahlbeteiligung zeichnet sich ab

Das Interesse der Menschen an der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist groß. Die Wahlbeteiligung lag bis 12 Uhr bei 34,7 Prozent, wie Landeswahlleiterin Christa Dieckmann in Magdeburg mitteilte. Bei der vorangegangenen Landtagswahl im Jahr 2021 hatten bis Mittag 22,4 Prozent der Wählerinnen und Wähler ihre Stimme abgegeben, bei der Landtagswahl 2016 waren es zu diesem Zeitpunkt 25,0 Prozent gewesen. Knapp 1,7 Millionen Bürgerinnen und Bürger ab 18 Jahren sind wahlberechtigt.

Pünktlich um 8 Uhr hatten in rund 2130 Wahllokalen die Abstimmungen begonnen. "Im Verlauf des Vormittags war eine reibungslose Abwicklung des Wahlgeschäftes zu verzeichnen", erklärte die Landeswahlleiterin. "Es waren dabei keine unverhältnismäßigen Wartezeiten festzustellen."

Update 06.09.2026, 6.08 Uhr: Was bei der Auszählung entscheidend werden könnte

Der Wahlkampf ist vorbei, nun fällt die Entscheidung: In Sachsen-Anhalt wird heute ein neuer Landtag gewählt. Rund 1,7 Millionen Menschen sind zur Abstimmung aufgerufen. Wie nie zuvor fanden der Wahlkampf und die möglichen Bündnisoptionen über das kleine Bundesland hinaus Beachtung. Denn erstmals könnte die AfD, die in Sachsen-Anhalt vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft wird, in einem Bundesland an die Macht kommen.

Derzeit regiert in Magdeburg eine Koalition aus CDU, SPD und FDP. Das Bündnis wird aber allen Umfragen zufolge seine Mehrheit verlieren. Mit Abstand stärkste Kraft dürfte die AfD werden.

Das Zünglein an der Waage: Parteien an der Fünf-Prozent-Hürde

In der letzten Umfrage vor der Wahl kam die AfD auf 41 Prozent. Die regierende CDU lag in der am Donnerstag veröffentlichten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF bei 23 Prozent. Auf Platz 3 folgte die Linke mit 11,5 Prozent, die SPD kam auf 8,5 Prozent, die Grünen standen bei 6 Prozent. Das BSW mit 4 Prozent und die FDP mit 3 Prozent lagen unter der Fünf-Prozent-Hürde. 26 Prozent der Befragten sagten in der Umfrage, sie seien noch nicht sicher, wen oder ob sie wählen wollen.

Sollte die AfD keine absolute Mehrheit erreichen, wäre sie auf Bündnispartner angewiesen, um an die Regierung zu kommen. Doch: Keine der anderen Parteien will mit ihr koalieren. Siegmund wiederum hat zuletzt bekräftigt, dass er sich nur zur Wahl als Regierungschef stellt, wenn seine Partei die absolute Mehrheit holt und alleine regieren kann. Eine Brandmauer von beiden Seiten quasi.

Wenn die AfD dieses Ziel verpasst, könnte eine CDU-geführte Minderheitsregierung ins Spiel kommen. Diese könnte allerdings auf Stimmen der Linken angewiesen sein - ähnlich wie in Sachsen und Thüringen. Das Problem: Die CDU lehnt für sich in einem Parteitagsbeschluss eine Koalition und "ähnliche Formen der Zusammenarbeit" mit den Linken ebenso ab wie mit der AfD. 

Das Duell Schulze gegen Siegmund

Der CDU-Spitzenkandidat ist nach dem Rücktritt von Reiner Haseloff erst seit Januar Regierungschef. Schulze konnte damit nicht im gleichen Maße vom Amtsinhaberbonus profitieren wie ein langjähriger Regierungschef, wenngleich Haseloff wohl genau aus diesem Grund zurückgetreten ist - um Schulze vor der Wahl noch einen gewissen Amtsbonus zu verschaffen. Bei der Frage, wen man lieber als Ministerpräsident hätte, landete der Amtsinhaber in der letzten Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen mit 48 Prozent aber klar vor AfD-Spitzenkandidat Siegmund (34 Prozent).

In zwei Wochen wird in Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin gewählt. Ebenso wie jetzt in Sachsen-Anhalt geht es dann auch um die Auswirkungen auf die Bundespolitik. Bundeskanzler Friedrich Merz hat zuletzt Spekulationen zurückgewiesen, dass er bei einem Debakel für die CDU bei den Wahlen im September von der eigenen Partei aus dem Amt gedrängt werden könnte. 

Der Ursprungsartikel vom 05.09.26: Schafft die CDU eine Überraschung wie vor fünf Jahren?

Am Wahlwochenende werden in Sachsen-Anhalt mehrere tausend Menschen zu Demonstrationen und Kundgebungen erwartet. Nach Polizeiangaben sind ein Dutzend Veranstaltungen in der Landeshauptstadt Magdeburg und mehrere Kundgebungen für Demokratie in Halle (Saale) angemeldet.

Die größte findet ab heute Nachmittag (5. September) auf dem Magdeburger Domplatz statt: Hier erwartet ein Bündnis aus Gewerkschaften und Zivilgesellschaft rund 8000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Daneben begeht die in Umfragen haushoch vor der CDU führende und auf eine Alleinregierung hoffende AfD ihren offiziellen Wahlkampfabschluss. 

Viertel der Menschen in Sachsen-Anhalt bei Wahlentscheidung noch unsicher

Bei der Wahl des neuen Landtags am Sonntag dürfte die erst vor 13 Jahren gegründete AfD aller Voraussicht nach mit Abstand stärkste Kraft werden. Die Frage ist, ob ihr Sieg deutlich genug ausfällt, dass erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg eine Rechtsaußen-Partei und im Falle Sachsen-Anhalts gesichert rechtsextreme Partei in einem deutschen Bundesland an die Macht kommt.

Die AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund lag in Umfragen der vergangenen Monate in Sachsen-Anhalt weit vorn. Zuletzt kam die Partei in einer Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen auf 41 Prozent. Die CDU, die seit 24 Jahren den Ministerpräsidenten in Magdeburg stellt und mit Amtsinhaber Sven Schulze ins Rennen geht, lag in der vom ZDF in Auftrag gegebenen Umfrage mit 23 Prozent an zweiter Stelle.

Drittstärkste Kraft blieb die Linke mit 11,5 Prozent. Auch die SPD (8,5 Prozent) und die Grünen (6 Prozent) würden es den Zahlen nach ins Parlament schaffen. Das BSW hingegen dürfte demnach knapp an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern, die FDP aus dem Landtag fliegen. Allerdings zeigte sich rund ein Viertel der Befragten noch unsicher, ob beziehungsweise wen sie wählen werden.

Bildung von Mehrheiten in Sachsen-Anhalt wird wohl schwierig

Sollte die AfD eine absolute Mehrheit bekommen, könnte sie allein regieren. Danach sieht es nach den neuesten Umfragen aber eher nicht aus. Zudem hat Spitzenkandidat Siegmund erklärt, er wolle sich nur bei einer "stabilen (eigenen) Mehrheit" im Landtag zum Ministerpräsidenten wählen lassen. Das zweite, den Erhebungen zufolge wahrscheinlichere Szenario, ist ein Ergebnis, bei dem die AfD als Wahlsieger auf Bündnispartner angewiesen wäre – die es im künftigen Landtag eher nicht geben dürfte.

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Für eine Neuauflage der bisherigen Koalition aus CDU, SPD und FDP wird es sehr sicher nicht reichen. Für Schulzes Wunschszenario, eine Mehrheit für die sogenannten Parteien der Mitte – etwa für CDU, SPD und Grüne –, stehen die Chancen schlecht.

Am wahrscheinlichsten ist derzeit, dass es keine absolute Mehrheit für die AfD und keine Mehrheit jenseits der AfD ohne die Linke gibt. Wie unter diesen Bedingungen eine Regierungsbildung aussehen würde, ist offen. Die bisherige Regierung würde einstweilen geschäftsführend im Amt bleiben.

Wahlforscher erwarten keine Überraschung wie 2021

Eine Überraschung wie vor fünf Jahren, als die AfD am Wahltag letztlich schwächer als in vorherigen Umfragen abschloss und die CDU deutlich stärker als vermutet, erwarten die großen Wahlforschungsinstitute diesmal nicht. "Wir rechnen nicht mit einem so großen Mobilisierungseffekt in den letzten Tagen wie 2021", sagte der Chef der Forschungsgruppe Wahlen, Matthias Jung, der Deutschen Presse-Agentur.

Damals habe der vergleichsweise populäre Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) die AfD-Gegner hinter sich versammeln können. "Dieses Mal teilen sich die AfD-Gegner breiter auf verschiedene Parteien auf", gab Jung zu bedenken. Ähnlich äußerten sich die Chefs der Meinungsforschungsinstitute Infratest dimap und Insa.

Vor der letzten Wahl in Sachsen-Anhalt hatte die CDU in Umfragen nur knapp vor, teils sogar hinter der AfD gelegen. Am Ende gewann sie aber mit mehr als 16 Prozentpunkten Vorsprung.