Gute Nachrichten für Millionen Rentnerinnen und Rentner: Ihre Bezüge steigen im Sommer mehr als gedacht - und stärker als die Inflation.
Die Bezüge für die rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland steigen zum 1. Juli um 4,24 Prozent. Das teilte das Bundesarbeitsministerium in Berlin mit. Nach der aktuellen Berechnung aufgrund der Daten des Statistischen Bundesamtes und der Rentenversicherung steigen die Renten damit deutlich stärker, als noch im Herbst prognostiziert.
Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) sprach von einer «guten Nachricht» für die Rentnerinnen und Rentner. Infolge der Erhöhung steigt zum Beispiel eine monatliche Rente von 1.000 Euro um gut 42 Euro. Verantwortlich für die Erhöhung machte Bas die gute Lohnentwicklung. Die gesetzliche Rente sei verlässlich. «Durch die Kopplung der Renten an die Löhne stellen wir sicher, dass die Rentnerinnen und Rentner an der Wohlstandsentwicklung der arbeitenden Bevölkerung teilhaben.»
Bas, die zugleich SPD-Co-Vorsitzende ist, ergänzte: «Ordentliche Renten sind kein Luxus, sondern eine Frage der Leistungsgerechtigkeit für die Menschen, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben.»
Wie die Erhöhung berechnet wurde
Bei der Erhöhung spielt auch die schwarz-rote Rentenreform eine Rolle, die nach langem Streit vor Weihnachten beschlossen wurde und teils zu Jahresbeginn in Kraft getreten war. Die Haltelinie für das Rentenniveau wurde damit verlängert und bis 2031 bei 48 Prozent fixiert. Diese Haltelinie beschreibt das Sicherungsniveau der Rente im Verhältnis zu den Einkommen und hatte nur bis 2025 gegolten. Nun werde diese Haltelinie bei der Berechnung der Rentenerhöhung, konkret der Festsetzung des aktuellen Rentenwerts, berücksichtigt, erläuterte das Ministerium. Erstmals hatte sie 2024 gegriffen.
Maßgeblich für die Erhöhung ist laut Ministerium die Lohnentwicklung von 4,25 Prozent, errechnet vom Statistischen Bundesamt. Insgesamt ergibt sich damit eine Anhebung des aktuellen Rentenwerts zum 1. Juli 2026 von gegenwärtig 40,79 Euro auf 42,52 Euro. So kommt die prozentuale Rentenanpassung zustande.
Der Rentenwert ist dabei der Betrag, der einer monatlichen Rente aus Beiträgen eines Durchschnittsverdieners für ein Jahr entspricht. Für eine Standardrente bei durchschnittlichem Verdienst und 45 Beitragsjahren bedeutet diese Rentenanpassung einen Anstieg um 77,85 Euro im Monat, so das Ministerium.
Renten folgen den Löhnen
Im Prinzip bedeutet die Haltelinie, dass der Bund das Geld zuschießt, das nötig ist, um die Renten mit den steigenden Einkommen Schritt halten zu lassen, obwohl immer mehr Menschen der Generation Babyboomer in Rente gehen. Die in den kommenden Jahren dafür gebrauchten Milliardenkosten hatten besonders bei Teilen der Unionsfraktion für erhebliche Kritik gesorgt.