Polizeigewerkschaft fordert schnelles Böllerverbot nach Silvester-Exzessen
Autor: Agentur dpa
Deutschland, Freitag, 02. Januar 2026
Angesichts der jährlichen Böllerangriffe auf die Polizei sieht diese keinerlei Aussichten für eine friedliche Silvesternacht. Erneut wird ein Böllerverbot gefordert.
Die Einsätze an Silvester in Berlin werden nicht weniger oder ungefährlicher. Durch eine mutmaßlich illegale Kugelbombe wurde zum Jahreswechsel ein Kind in der Bundeshauptstadt schwerst verletzt. Auch in Franken gab es unzählige Einsätze - und sogar Todesopfer. Angesichts der neuerlichen Vorfälle fordert die Polizeigewerkschaft ein dringendes Verbot des privaten Feuerwerks.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Berlin fordert angesichts erneuter Feuerwerksexzesse zu Silvester ein bundesweites Böllerverbot. An der größten Petition Deutschlands beteiligten sich mittlerweile über 3 Millionen Menschen (Stand 2. Januar 2026). "Wir brauchen ein Pyrotechnikverbot für den Privatgebrauch", sagte Benjamin Jendro, Sprecher der GdP, im Rbb-Inforadio. Es müsse sich was an den Rahmenbedingungen verändern. Sonst würde man in einem Jahr erneut über schlimme Ausschreitungen sprechen.
GdP fordert bundesweites Böllerverbot - 3 Millionen unterstützen Petition
Jendro bestätigte, dass es in der vergangenen Silvesternacht ruhiger als noch im Vorjahr war. Dennoch sei man immer noch weit entfernt von einem aus polizeilicher Sicht hinnehmbaren Zustand. "Wir können nicht von einer normalen oder friedlichen Silvesternacht sprechen", sagte er. Es habe zahlreiche Angriffe mit Böllern, Batterien und Raketen auf Einsatzkräfte gegeben. "Das darf niemals Normalität werden."
Man erlebe als Polizist im Silvestereinsatz eine Szenerie, wo man von überall beschossen werde, führte Jendro aus. "Das macht natürlich auch was mit Menschen."
Es fehle an einer wirklichen Handhabe, um Täter hart zu bestrafen und so andere potenzielle Täter abzuschrecken. "Wir sind nicht vollzugsfähig", betonte er. Die Realität sehe so aus, dass viele Täter nie eine Anklagebank sehen würden. Wenn dann mal einer verurteilt wird, gebe es "drei Stunden Brabbelkreis und Delfin-Therapie".