Paukenschlag bei Ritter Sport: Neue Führung sucht Weg aus Krise
Autor: Agentur dpa, Strahinja Bućan
Waldenbuch, Montag, 18. Mai 2026
Der Schoko-Hersteller Ritter Sport baut in anspruchsvollen Zeiten seine Führungsetage um. Das Ruder übernimmt nun wieder die Familie.
Großer Umbau: Beim Schokoladen-Hersteller Ritter Sport aus dem schwäbischen Waldenbuch bei Stuttgart haben zum 15. Mai Moritz Ritter und Tim Hoppe als Doppelspitze den Vorsitz der Geschäftsführung übernommen, wie das Familienunternehmen mitteilte.
Damit liegt die Verantwortung für das operative Geschäft des Unternehmens wieder bei Mitgliedern der Inhaberfamilie, denn die neuen Chefs sind die Urenkel der Unternehmensgründer Clara und Alfred Ritter. Übrigens hatte erst kürzlich die Größe neuer Ritter-Sport-Tafeln für Unmut bei Verbraucherschützern gesorgt.
Führung von Ritter Sport wieder in Familienhand - schmerzhafte Einschnitte
Andreas Ronken, der seit 2015 Chef des Schokoladenherstellers war, werde das Unternehmen verlassen, hieß es laut Mitteilung. Er habe den Konzern maßgeblich geprägt und wichtige Impulse für dessen Weiterentwicklung gesetzt, sagte Ritter laut Mitteilung. "Wir haben großen Respekt vor dieser Leistung in erfolgreichen wie in herausfordernden Zeiten und danken ihm für sein großes Engagement im Namen aller Gesellschafter", sagte Hoppe laut Mitteilung.
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Aufgrund der herausfordernden wirtschaftlichen Situation habe Ritter Sport in den letzten Monaten ein Programm mit schmerzhaften Einschnitten auf den Weg gebracht, teilten die beiden neuen Chefs mit. "Vor diesem Hintergrund haben wir uns entschieden, selbst Verantwortung zu übernehmen, um gemeinsam mit der Geschäftsführung und den Mitarbeitenden die notwendige Transformation abzuschließen und die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen", so Ritter und Hoppe.
Ritter Sport hatte Ende April mitgeteilt, dass nach einem Verlust im vergangenen Jahr etwas mehr als jede zehnte Stelle wegfallen soll. Das sei der erste Stellenabbau in der mehr als 110-jährigen Unternehmensgeschichte. Als Gründe nannte der Sprecher stark gestiegene Rohstoffpreise, vor allem bei Kakao. Aber auch die Preise für Energie und Verpackungen hätten das Geschäft zuletzt belastet. Zudem sei eine deutliche Kaufzurückhaltung zu spüren.