Der Mann war bereits Mitte August bei der Arbeit im Amazon-Logistikzentrum Leipzig eines natürlichen Todes gestorben. Das geht aus Recherchen der Leipziger Volkszeitung (LVZ) und correctiv.lokal hervor. Mittlerweile hat das Unternehmen Fehler eingeräumt, aber auch Kritik von sich gewiesen. 

Der Mann war laut den beiden Medien am frühen Nachmittag zusammengebrochen. Daraufhin lief ein mehrstündiger Rettungseinsatz an, es waren Sanitäter und Polizei beteiligt. Der Betrieb auf dem Gelände sei aber dennoch weitergelaufen, wie als ob nichts gewesen wäre. Immerhin wurde die Sicht auf den Leichnam durch Pappen verstellt. Das geht aus Gesprächen von correctiv-Journalisten mit damals anwesenden Kollegen des Verstorbenen hervor.

Man stirbt bei der Arbeit - Betrieb läuft einfach weiter

Gegenüber den Medien räumte Amazon ein, dass nicht ideal auf den Vorfall reagiert worden sei. Es sei "leider nicht optimal gelungen", die anwesenden und ankommenden Mitarbeiter aus der Halle in einen anderen Bereich zu verlegen, nachdem der Mann zusammengebrochen war, so Amazon. "Das hätten wir im Nachhinein anders gemacht."

Kritik wies Amazon hingegen zurück. Der Mann sei an einer Stelle gestorben, die durch hohe Regale nicht gut einzusehen gewesen sei. Außerdem habe man "in Windeseile" Sichtbarrieren aufgestellt. Auch sei der Bereich rund um den Rettungseinsatz gesperrt worden und auch die Förderbänder standen dort still. Den Beschäftigten der betroffenen Schichten habe man zudem angeboten, sich an dem Tag bezahlt freistellen zu lassen.

Warum aber nicht insgesamt der Betrieb in der betroffenen Halle eingestellt wurde, darauf wollte Amazon laut den Journalisten von correctiv und der LVZ keine Antwort geben. Außerdem gaben die befragten Mitarbeiter an, dass sie nichts von dem Angebot wussten, sich den Rest des Tages bezahlt freinehmen zu können.