Kein neues Preisschild
Es hänge kein «festes Preisschild» an der Reform, sagte Schnieder. Die Kosten richteten sich auch danach, welche Fahrschule welche Maßnahmen umsetze. Der Minister nannte als Beispiel aber Luxemburg und Belgien - die Länder hätten dieselben EU-Vorgaben. In Luxemburg koste der Führerschein im Durchschnitt 1.500 Euro, in Belgien 2.000 Euro.
Seit den Ankündigungen Schnieders, dass der Führerschein günstiger werden solle, ist laut Fahrlehrerverbänden in vielen Fahrschulen die Zahl der Anmeldungen eingebrochen. Viele potenzielle Fahrschüler warten ab, bis der Führerschein günstiger wird.
Der Minister hofft auf eine Einigung auf ein Reformpaket bei der Verkehrsministerkonferenz mit den Ländern Ende März. Danach könnten rechtliche Änderungen auf den Weg gebracht werden.
Kostentreiber Wiederholungsprüfung
Viele Fahrschülerinnen und Fahrschüler scheitern in der Theorie- und Praxisprüfung - das treibt die Kosten. Im vergangenen Jahr fielen 44 Prozent durch die Theorieprüfung und 37 Prozent durch die praktische Prüfung. Das zeigt ein aktueller Datenreport des Tüv-Verbands. Die Zahlen beziehen sich auf den Pkw-Führerschein der Klassen B und B17 - B17 steht für begleitetes Fahren ab 17.
Jede nicht bestandene Prüfung bedeute eine zusätzliche mentale, finanzielle und zeitliche Belastung für die Betroffenen, sagte Richard Goebelt, Fachbereichsleiter Fahrzeug und Mobilität beim Tüv-Verband. «Wer den Führerscheinerwerb effizienter und kostengünstiger gestalten will, muss alles daransetzen, den ersten Prüfungsversuch zum Erfolg zu machen.»
Tüv warnt vor Abstrichen bei der Sicherheit
Kritisch bewertet der Verband Vorschläge, die auf eine pauschale Absenkung von Anforderungen zielten – etwa bei der Fahrzeit, Prüfungsdauer und im Fragenkatalog. Es dürfe keine «Fahrprüfung light» geben‘, bei der Effizienz vor Gründlichkeit stehe. Das bisher erreichte Sicherheitsniveau bei der Fahrausbildung könne mit den von Schnieder geplanten Maßnahmen nicht gehalten werden.