Lidl-Werbespot geht nach hinten los: Verheimlicht Günther Jauch hier etwas?
Autor: Redaktion
Deutschland, Freitag, 28. April 2023
Unternehmen streiten sich mittlerweile auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit darum, wer die Nase vorn hat. Ein neuer Werbespot von Lidl, in dem Günther Jauch auftritt, erntet nun aber Kritik.
Viele Unternehmen beziehen mittlerweile deutlich Stellung zum Thema Klimawandel und Umweltschutz. Wie ernst ihre Absichten sind, können die Kunden aber meist nicht überprüfen. Allerdings kommt es durchaus vor, dass die Werbeaktionen durchschaut werden, was für die Konzerne nach hinten losgehen kann. Wie schnell das geht, erfahren aktuell der Discounter Lidl und Günther Jauch am eigenen Leib.
Für einen Werbespot, der Lidl als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit darstellen sollte, suchte sich das Unternehmen mit Moderator Günther Jauch (66) sogar prominente Verstärkung. In dem kurzen Video gibt er dem Zuschauer eine Art Rundgang durch das hauseigene Recycling-System von Lidl und betont die Umweltfreundlichkeit der Einwegflaschen, die für die Hausmarken verwendet werden.
Lidl und Günther Jauch preisen Einwegflaschen an: Das hat es mit den Zahlen auf sich
Die Kampagne, die unter dem Namen "Aus Liebe zur Natur" ausgestrahlt wird, stützt sich dabei auf eine Studie des Ifeu-Instituts in Heidelberg, das im Auftrag des Konzerns die Ökobilanz von Plastikflaschen untersucht hat. Bei dieser Werbeaktion für die Anderthalb-Liter-Flaschen der Lidl-Marken, wie beispielsweise "Saskia"-Wasser und "Freeway"-Cola, bleiben allerdings einige Details unerwähnt.
Die Deutsche Umwelthilfe hat daher Nachforschungen angestellt und ihre Ergebnisse via Twitter geteilt. Dort heißt es "Lidl vergleicht Äpfel mit Birnen." Denn die Vergleiche, die der Discounter in seinem Werbespot durch Jauch verkünden lässt, würden völlig unterschiedliche Flaschengrößen behandeln und seien daher nicht repräsentativ.
Auch verheimliche Lidl, dass die hauseigenen Halb-Liter-Flaschen sogar deutlich schlechter abschnitten als Ein-Liter-Flaschen einzelner Konkurrenten. Dazu wird auch die Darstellung des Recyclingkreislaufs kritisiert: So ist es laut Umwelthilfe unmöglich, dass immer die angepriesenen 100 Prozent an Material wieder in den Kreislauf kommen. Einen Materialschwund gäbe es beim Recycling nämlich immer, wodurch auch Lidl auf frisches Plastik zurückgreifen muss.
Die Darstellung von Lidl sei in vielen Punkten zu ungenau, um als lobenswertes Beispiel für Nachhaltigkeit zu dienen. Die Umwelthilfe schließt ihr Statement damit, dass Plastikflaschen nie besonders nachhaltig sein werden, egal, wie sehr man sich auch darum bemüht, es so aussehen zu lassen.
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