Tanken und Heizen werden deutlich teurer, Aktien geben nach, und der Ölpreis könnte die Konjunktur belasten. Es gibt aber auch hoffnungsvolle Stimmen.
Der Iran-Krieg hat auch für die deutschen Verbraucher und die Wirtschaft Folgen. Manche direkt, andere dürften sich erst über die Zeit bemerkbar machen. Und nicht alle sind negativ. Ein Überblick.
An der Tankstelle wird es teurer
An der Zapfsäule schlagen die Folgen unmittelbar und immer kräftiger durch: Von Freitag bis Montag war Sprit laut ADAC bereits um 6 bis 7 Cent pro Liter teurer geworden, am Dienstagnachmittag stieg der Preisabstand: Um 14.30 lag der bundesweite Durchschnittspreis bei Diesel um fast 18, bei Superbenzin der Sorte E10 um fast 12 Cent höher als am Freitag zu dieser Zeit. Diesel überholte E10, obwohl es normalerweise wegen niedrigerer Steuern billiger ist. Sein Preis gilt aber als krisensensibler.
Die Auswirkungen für die Verbraucher sind dabei zwar schnell zu spüren, halten sich aber in Grenzen: Legt man jeweils durchschnittliche Fahrleistungen und Verbräuche zugrunde, bedeutet ein um 12 Cent gestiegener Spritpreis für den Fahrer eines typischen Benziners pro Monat knapp 10 Euro Mehrbelastung. Für einen typischen Diesel bedeuten 18 Cent pro Monat weniger als 20 Euro.
Preise für Heizöl und Gas steigen
Auch Heizöl und Gas sind teurer geworden. Die Seite Heizoel24 gab den Preis für 100 Liter Heizöl am Dienstagvormittag zeitweilig mit mehr als 128 Euro an. Noch am Freitag waren es deutlich unter 100 Euro. Dieser Anstieg trifft allerdings nur Menschen, die aktuell kaufen müssen, weil beispielsweise ihr Tank leer ist oder deren Vermieter aktuell Öl kauft. Andere können darauf hoffen, dass die Preise wieder sinken, bevor sie für sie relevant werden.
Auch der Gaspreis stieg deutlich: An der Börse in Amsterdam lag er am Dienstagmorgen zeitweise um 30 Prozent über dem Vortag, an dem er bereits kräftig gestiegen war. Er erreichte damit den höchsten Wert seit mehr als drei Jahren. Hauptgrund ist ein Lieferstopp von Flüssigerdgas (LNG) aus dem wichtigen Förderland Katar. Verbraucher bekommen das wegen langfristiger Lieferverträge nicht direkt zu spüren. Ob und wie stark die Preise für die Haushalte steigen, hängt stark davon ab, ob die Großhandelspreise länger hoch bleiben.
Keine Versorgungsengpässe
Treiber des aktuellen Anstiegs bei Heizöl und Sprit ist der Ölpreis. Er reagiert besonders empfindlich, weil der Iran-Krieg die Straße von Hormus betrifft, eine der wichtigsten Engstellen des weltweiten Öltransports.
Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie betont allerdings: «Versorgungsengpässe sind nicht zu befürchten, weder bei Benzin und Diesel, noch bei Heizöl oder Flugkraftstoff. Die Belieferung mit Kraft- und Brenn- und Treibstoffen ist sicher.» Das liegt unter anderem daran, dass Deutschland Rohöl aus rund 30 Ländern beziehe. «Hauptlieferländer sind Norwegen, die USA, Libyen, Kasachstan und Großbritannien.» Kritik an den steigenden Preisen weist ein Sprecher zurück. Man sei nicht für den Nahostkonflikt verantwortlich, «der die globalen Ölpreise und die europäischen Produktpreise für Benzin und Diesel steigen lässt».